Zum WM-Start: Ein Stadion wird Länderspielort

Verein
10.06.2026

Am Donnerstag wird die Weltmeisterschaft in Mexiko, Kanada und den USA eröffnet. 16 Stadien wurden dafür WM-tauglich gemacht. Auch der SC kennt den Aufwand, den ein Länderspiel im eigenen Stadion mit sich bringt.

Philipp Lienhart mit Österreich, Johan Manzambi mit der Schweiz, Igor Matanovic mit Kroatien und Yuito Suzuki mit Japan reisen durch die drei WM-Länder, in denen 16 Standorte und ihre Spielstätten monatelang auf die Weltmeisterschaft vorbereitet wurden. In zwölf der Stadien wird eigentlich American Football gespielt. Es bedurfte also einiger Anpassungen, um die Arenen fußballfein zu machen.

Die Auflagen für WM-Stadien sind hoch. Teilweise wurde neuer Rasen verlegt, an anderen Standorten extra für die WM zusätzliche und temporäre Tribünen bereitgestellt.  Als der Sport-Club im Mai 2024 den Zuschlag für das Nations-League-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Bosnien-Herzegowina im Europa-Park Stadion bekam, waren die Auflagen zwar nicht ganz so gravierend – mit großem Aufwand verbunden war das Event aber allemal.

Hohe Anforderungen für ein Länderspiel

Daniela Danzeisen begleitete die Vorbereitung und Durchführung des Länderspiels als Projektmanagerin von Seiten des Sport-Club und erzählt: „Das Thema Länderspiel hat uns schon seit dem Neubau des Stadions begleitet. Wir haben uns immer gewünscht, ein Länderspiel im Europa-Park Stadion zu bekommen.“

Eine Bewerbung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) war notwendig, um die Chance auf die Austragung eines Länderspiels zu haben.  Im zweiten Anlauf hat es geklappt. „Wir haben im Stadion perfekte Rahmenbedingungen und im Mai 2024 haben wir dann erfreulicherweise den Zuschlag für das Nations-League-Spiel im November bekommen“, sagt Danzeisen.

Der DFB und die UEFA haben in vielen Bereichen Anforderungen, die ein Verein für ein Länderspiel umsetzen muss. „In unserer Bewerbung mussten wir dem DFB sämtliche Dokumente, Stadionpläne und auch eine finanzielle Sicherheit zur Verfügung stellen und damit gewährleisten, dass wir alle erforderlichen Bereiche auch anbieten können.“

Die größte und aufwendigste Anpassung an die DFB-Vorgaben war die Umgestaltung der Südtribüne. Bei Länderspielen sind keine Stehplätze erlaubt – die ganze Südtribüne wurde deshalb mit Sitzschalen ausgestattet. Auch in den Bereichen Greenkeeping, Hospitality und Sicherheit setzten die SC-Mitarbeitenden wochenlang DFB-Anforderungen um, um ein Länderspiel im Europa-Park Stadion zu realisieren.

Viel Aufwand für ein Fußballspiel, der beim SC aufgrund des langjährigen Wunschs, Standort für ein Länderspiel zu sein, aber gerne in Kauf genommen wurde.

Ein neuer Look für das Stadion

Bereits einige Wochen vor dem Länderspiel besichtigten Mitarbeitende des DFB das Stadion. „Bei diesem Besuch ging es vor allem um die Bereiche Sicherheit, Catering, Stadionorganisation, Hospitality, Ticketing und Neutralisierung des Stadions. Damit ist gemeint, dass das Stadion zu einem Länderspiel nicht mehr im SC-Look erstrahlt, sondern ein DFB-Branding bekommt.“ Ähnlich wie bei Spielen in der UEFA Europa League oder im DFB-Pokal werden dabei Sponsorenbanden mit wettbewerbseigenen Planen abgedeckt. Unter dem Stadiondach wehten die Flaggen der UEFA, sowie der beiden spielenden Nationen Deutschland und Bosnien-Herzegowina.

Ein Länderspiel ist ein anderes Stadionerlebnis als beispielsweise ein Bundesligaspiel. „Die Stimmung ist eine ganz andere. Es gibt keinen Gästeblock, das Publikum bei Länderspielen agiert ganz anders“, sagt Danzeisen.

Die vier WM-Teilnehmer des Sport-Club werden eine ähnliche Erfahrung in den Stadien machen, in denen sie in den USA, Mexiko und Kanada mit ihren Nationalmannschaften auflaufen – und diese vermutlich nie mehr vergessen. „Bei einer Weltmeisterschaft mitzuspielen, ist im Fußball wohl mit das Größte, was man erreichen kann“, sagte schon Philipp Lienhart, nachdem er sich mit Österreich für das Turnier qualifiziert hatte.

Isabel Betz

Fotos: SC Freiburg

 
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