Unglücklich unterlegen gegen Bayern

Profis
18.12.2019

Der SC Freiburg hat am 16. Bundesliga-Spieltag gegen den FC Bayern München unglücklich mit 1:3 (0:1) verloren. 

Die Gästeführung durch Robert Lewandowski (16.) hatte Vincenzo Grifo (59.) nach der Pause ausgeglichen. Anschließend erspielte sich der leidenschaftlich kämpfende Sport-Club selbst mehrere Chancen zur Führung. Die Entscheidung fiel schließlich erst in der Nachspielzeit, als zunächst der eingewechselte Joshua Zirkzee (90.+2) und kurz darauf auch noch Serge Gnabry (90.+5) für den Rekordmeister trafen.

SC-Sportvorstand Jochen Saier brachte es direkt im Anschluss an das Spiel auf den Punkt: „Es fühlt sich richtig beschissen an!“. Der Sport-Club hatte zuvor in der zweiten Halbzeit eine tolle Leistung geboten, den Ausgleich geschossen und mehrfach die Führung auf dem Fuß gehabt – musste sich aber dennoch durch zwei späte Tore geschlagen geben.

Da beim Gastgeber der angeschlagene Jonathan Schmid nicht rechtzeitig fit wurde, ersetzte ihn Allrounder Mike Frantz auf der rechten Seite. Ebenfalls neu in der Startelf war Vincenzo Grifo. Für ihn musste der ebenfalls angeschlagene Ungar Roland Sallai passen. Der Sport-Club begegnete dem Rekordmeister im 4-4-2.

Zwei Neue auch in der Startelf der Bayern: Ivan Perisic und Thomas Müller ersetzten den abwanderungswilligen Jérome Boateng und den verletzten Leon Goretzka. Vom Anpfiff weg entwickelten die Münchner einen gewaltigen Druck und spielten ihre Geschwindigkeitsvorteile clever aus.

Sport-Club unter Druck

Keine zwei Minuten waren gespielt, als Manuel Gulde für den geschlagenen Mark Flekken auf der Linie klären musste und mit seinem starken Einsatz die frühe Führung der Bayern verhinderte.

Glück für die zu Beginn etwas überforderte Freiburger Abwehr auch kurz darauf (7.), dass Thomas Müller einen Abpraller aus zwei Metern nur an den Pfosten donnerte. Passiert war es dann in der 16. Minute, nach einem schönen Solo von Alphonso Davies, dessen scharfe Hereingabe Robert Lewandowski nur noch über die Linie drücken musste.

Lange liefen die in rot spielenden Freiburger dem Gegner nur hinterher. Erst nach 30 Minuten wurde der Sport-Club mutiger, eroberte Bälle im Zentrum und verteilte sie schnell auf die Außen. Die erste Chance für den Sport-Club vereitelte Manuel Neuer (31.) nach dem wohl schönsten Spielzug der Elf von Christian Streich im ersten Durchgang.

Kurz darauf rauschte ein Volley von Vincenzo Grifo über das Gebälk (36.). Beim zweiten Abschluss des Deutsch-Italieners in der 40. Minute musste sich Bayerns Tormann dann ein zweites Mal strecken. Doch auch der Rekordmeister blieb gefährlich und kam durch Lewandowski (22.) und Coutinho (39., 44.) zu weiteren Torgelegenheiten.

Tolle Leistung in Halbzeit zwei

Auftakt zu einer mitreißenden zweiten Halbzeit, in der der Sport-Club dem Rekordmeister große Probleme bereitete. Mit dem selben Personal, aber nun im 3-5-1 auflaufend, fand der SCF gut in die zweiten 45 Minuten.

In der 54. Minute war der Arbeitstag des ersten Freiburgers verletzungsbedingt zu Ende. Changhoon Kwon ersetzte Kapitän Mike Frantz, bei dem es nicht mehr weiterging.

Zu sagen, dass der Freiburger Ausgleich sich angekündigt hätte, wäre übertrieben, unverdient war er aufgrund des deutlich verbesserten Vortrags dennoch nicht. Janik Haberer chippte einen Ball gefühlvoll an den langen Pfosten, wo Vincenzo Grifo volley volles Risiko ging und einnetzte (59.).

Beinahe wäre der Sport-Club in der Folge sogar in Führung gegangen. Nils Petersen bekam aber keinen Druck hinter eine Hereingabe des Torschützen (60.). Auch Nicolas Höfler (63.) und Lucas Höler (63.) hatten innerhalb kürzester Zeit die Möglichkeit das Spiel zu drehen.

Später Knockout

Strafraumszenen auf beiden Seiten, intensiv geführte Zweikämpfe und mittendrin das Publikum, das das Stadion – angesteckt vom Geschehen auf dem Platz – in einen Hexenkessel verwandelte. Der kurz zuvor eingewechselte Brandon Borrello fügte sich in der 76. Minute mit einem Schuss vom Strafraumrand nahtlos ein und auch Changhoon Kwon bearbeitete den Gegner stark.

Dass es am Ende doch nicht zu einem oder mehr Punkten reichte, lag am richtigen Riecher von Hansi Flick, der dem 18-jährigen Joshua Zirkzee kurz vor Schluss zu seinem Bundesligadebut verhalf. Der Eingewechselte dankte es seinem Trainer mit seinem ersten Bundesligatreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Den Schlusspunkt setzte Serge Gnabry gegen alles nach vorne werfende Freiburger mit dem Abpfiff (90.+5). 

So steht unter dem Strich zwar eine Niederlage, aber auch eine starke Leistung des Sport-Club, der am Samstag um 15.30 Uhr zum letzten Pflichtspiel des Jahres beim FC Schalke 04 antritt. 

David Hildebrandt

Fotos: Achim Keller

Stenogramm

SC Freiburg: Flekken - Frantz (54. Kwon), Gulde, Heintz, Günter - Haberer, Koch, Höfler, Grifo (75. Borrello) - Höler (90.+3 N. Schlotterbeck), Petersen
Ersatzbank: Thiede (Tor), L. Itter, Abrashi, Borrello, Keitel, Kwon
Trainer: Christian Streich

Bayern München: Neuer - Kimmich, Pavard, Alaba, Davies - Thiago, T. Müller (63. Martinez), Coutinho (90. Zirkzee) - Gnabry, Lewandowski, Perisic
Ersatzbank: Ulreich (Tor), J. Boateng, L. Mai, Singh, Dajaku
Trainer: Hansi Flick

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel) Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Lewandowski (16.), 1:1 Grifo (59.), 1:2 Zirkzee (90.+2), 1:3 Gnabry (90.+5)
Gelb: - Müller, Lewandowski, Thiago
 
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