Punktgewinn bei der Eintracht
Der Sport-Club bleibt auch nach dem vierten Bundesligaspiel der Saison ungeschlagen. Bei Eintracht Frankfurt spielte der SC nach zwei Rückständen 2:2 (2:1). Derry Scherhant und Yuito Suzuki erzielten die Tore.
Mit drei der vier von Bundestrainer Jürgen Klopp ins DFB-Team berufenen Spielern startete der Sport-Club in Frankfurt in das letzte Spiel vor der dreiwöchigen Länderspielpause. Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant waren Teil der Anfangsformation, die sich im Vergleich zum Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach auch sonst nicht verändert hatte.
Die Gastgeber hatten von Beginn an die drei Spieler auf dem Feld, die zusammen die vor der Begegnung sieben Frankfurter Tore der aktuellen Spielzeit erzielt hatten: Younes Ebnoutalib, Jonathan Burkardt und Can Uzun. Gegen den SC sollten Ebnoutalib und Burkardt wieder erfolgreich sein. Und im Frankfurter Tor: Noah Atubolu. Schnelles Wiedersehen also für „Atu“ mit seinen alten SC-Kollegen, die sich auch direkt nach Anpfiff dem Frankfurter Tor näherten. Ein Freistoß und eine Ecke sorgten aber noch nicht für Torgefahr.
Erster Rückstand der Bundesligasaison
Derry Scherhant kam Atubolus Kasten in der vierten Minute mit seinem Schuss aus 17 Metern schon etwas näher. Der SC arbeitete von Beginn an daran, ein Duell gegen die Eintracht nach acht sieglosen in Folge wieder für sich zu entscheiden. Dem Plan machten die Gastgeber mit ihrem ersten Angriff in der zehnten Minute zunächst aber einen Strich durch die Rechnung. Auf der linken Seite setzte sich Burkardt durch, Ritsu Doan bediente den völlig freistehenden Ebnoutalib, der die Frankfurter Führung erzielte (10.).
Die Eintracht fiel sofort nach dem 1:0 in ihre defensive Grundordnung zurück, machte die Räume eng, ließ nur selten Offensivaktionen für den SC zu. In der 20. Minute gelang es dem Sport-Club, das Spiel in die Breite zu ziehen, sofort ergab sich die erste gute Torchance. Igor Matanovic verarbeitete die Flanke von Niklas Beste mit einem Seitfallzieher, Engelhardt lauerte direkt vor Atubolu, der den Ball aber sicher packte.
SC arbeitet am Ausgleich
Atubolu vereitelte auch die nächste Freiburger Torchance, die Matanovic stark einleitete. In der eigenen Hälfte behauptete der den Ball gegen drei Frankfurter und öffnete das Spielfeld dann mit dem Pass in die Spitze auf Beste, der den Angriff mit einem Flachschuss beendete. Atubolu klärte zur Ecke, nach der Engelhardt frei zum Kopfball kam. Der Ball flog übers Tor, aber der SC arbeitete am Ausgleich und wurde belohnt. Als Jordy Makengo den Ball in den Lauf von Scherhant spielte, verschaffte dieser sich mit einem Haken Platz und traf platziert ins Eck zum 1:1 (34.).
Kaum war der Jubel im Freiburger Fanblock abgeebbt, brandete er im Frankfurter Publikum wieder auf. Denn nur zwei Minuten nach dem Ausgleich brachte Burkardt die SGE erneut in Front. Nach einem Eckball konnte der Sport-Club nicht klären, Burkardt reagierte am schnellsten und traf aus drei Metern zum 2:1. Kurz vor der Pause forderte Scherhant mit seinem gut geschossenen Freistoß seinen alten Teamkollegen zu einer Glanzparade heraus. Beim ruhenden Ball aus 22 Metern verhinderten Atubolus Fingerspitzen und der Pfosten den Ausgleich.
Blitzstart in Hälfte zwei
Direkt nach dem Seitenwechsel gelang dem Sport-Club der zweite Treffer und erneute Ausgleich. Wieder waren daran Makengo und Scherhant beteiligt – dieses Mal beide als Vorbereiter. Makengo steckte den Ball auf der linken Seite durch, Scherhant flankte mit Übersicht und Gefühl in den Strafraum, wo Yuito Suzuki am langen Pfosten mit seiner Volleyabnahme das 2:2 erzielte (48.).
Es war ein enges, ein abwechslungsreiches Spiel. Die Eintracht trat mittlerweile auch in der Offensive mutiger auf, die nächste gute Torchance hatte aber wieder der SC. Suzuki bediente Scherhant, der aus halblinker Position das Außennetz traf (54.). Fünf Minuten später vergab Makengo, an beiden Freiburger Toren beteiligt, die Chance aufs dritte Tor. Er traf bei seinem Schuss im Strafraum den Ball nicht richtig. Im Gegenzug verpasste Ritsu Doan den dritten Frankfurter Treffer um Zentimeter (60.).
„Es war ein Hin und Her. Bitter, dass wir zweimal zurückliegen, aber umso schöner, dass wir es geschafft haben, zweimal zurückzukommen. In Frankfurt ist es immer schwer, aber heute wäre für uns noch mehr drin gewesen“, sagte Scherhant, später zum Man of the match gekürt, nach dem Abpfiff.
Doppelchance für die Gastgeber
Das Duell war völlig offen, beide Teams wollten den dritten Treffer. Zunächst hatte der SC die klareren Chancen, dann aber bewahrte Mio Backhaus seine Mannschaft vor dem dritten Rückstand, als er gegen Burkardt stark parierte. Nur wenige Sekunden später ging Uzuns Schuss Zentimeter am SC-Tor vorbei und auch nach einem Konter traf der 20-Jährige nur das Außennetz.
Der Offensivdrang beider Teams hatte Kräfte gekostet. Die Eintracht zog sich in der Schlussphase des Spiels wieder in die Defensive zurück. Der Sport-Club, bei dem mittlerweile Vincenzo Grifo, Lukas Kübler, Keisuke Goto und Lucas Höler spielten, lauerte auf Lücken und das dritte Tor. Höler hatte in der 85. Minute noch eine gute Kopfballchance, die knapp am Tor vorbeiging, aber auch die Eintracht hätte ein weiteres Mal treffen können.
Der SC geht nach dem Remis nach sieben Pflichtspielen ungeschlagen in die Länderspielpause, auf die sich auch Julian Schuster nun freut und nach dem Spiel sagte: „Ich freue mich darauf, nun ein paar Tage durchschnaufen zu können. Wir haben heute ein packendes und spannendes Spiel gesehen. Wir hatten gleich gute Kontrolle und liegen mit dem ersten Torschuss des Gegners zurück. Bemerkenswert ist, dass wir zweimal zurückkommen. Es ist nicht einfach, wenn man das Gefühl hat, man hat das Spiel unter Kontrolle und gerät dann zweimal in Rückstand. Die zwei guten Phasen der Eintracht haben wir überstanden. Wir hätten gerne mehr mitgenommen, aber wir haben heute eine gute Leistung in diesem Stadion gezeigt, in dem so viel Energie entstehen kann.“
Isabel Betz
Foto: Arne Amberg
Stenogramm
| Aufstellung Eintracht Frankfurt: Atubolu - Baum (61. Collins), Koch, Brassier, Kosugi - Aseko (46. Höjlund), Onyedika - Doan (61. Knauff), Uzun (89. Götze) - Ebnoutalib, Burkardt (89. Amaimouni) | |
| Trainer: Adi Hütter | |
| Bank: Santos, Collins, Otavio, Chandler, Höjlund, Götze, Knauff, Amaimouni, Pimpong | |
| Aufstellung SC Freiburg: Backhaus - Treu, Ginter, Lienhart, Makengo - Engelhardt, Eggestein - Beste (71. Kübler), Suzuki (84. Höler), Scherhant (71. Grifo) - Matanovic (84. Goto) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Höler, Kübler, Irié, Yilmaz, Günter, Grifo, Goto | |
| Tore: 1:0 Ebnoutalib (10.), 1:1 Scherhant (34.), 2:1 Burkardt (36.), 2:2 Suzuki (48.) | |
| Gelbe Karten: Onyedika, Höjlund - Höler | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Sören Storks | |
| Zuschauer/innen: 60.100 |
