"Unser gemeinsamer Weg ist in jedem Training ersichtlich"

Frauen & Mädchen
09.08.2026

Das erste Trainingslager der SC-Frauen unter dem neuen Cheftrainer Marco Konrad ist absolviert. Nun resümiert der Hauptübungsleiter die Zeit in Schruns und richtet seinen Blick auf den anstehenden Ligastart.

Marco, ein Großteil der Sommervorbereitung liegt nun hinter euch. Wie blickst du allgemein auf deinen Start beim SC?

Marco Konrad: Sehr positiv, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich glaube, dass man auch schon aus den Gesprächen im Trainingslager spürt, dass hier etwas entstehen kann und sich bereits gute Verbindungen entwickelt haben. Auch, dass wir uns inhaltlich schon auf einen gemeinsamen Weg begeben haben, ist in jedem Training ersichtlich.

Worauf lag in der Anfangszeit dein Hauptaugenmerk?

Marco Konrad: Das Besondere ist ja, dass ich aus dem Männerfußball komme und mir erstmal einen Überblick über die Abläufe und Mechanismen im Frauenfußball verschaffen musste. Ich würde sagen, das war relativ einfach und ging ziemlich schnell, weil sich vieles mit dem Männerfußball überschneidet. Dementsprechend konnten wir zügig in die inhaltlichen Aspekte einsteigen und nebenbei auch immer an den Themen Kommunikation und Beziehungsgestaltung arbeiten, was wir nun gut miteinander verbinden.

Gibt es Dinge, die dich überrascht haben?

Marco Konrad: Eigentlich nicht. Im Vergleich zum Männerfußball nehmen die Mädels hier aus meiner Sicht viel schneller und aktiver Input auf. Das ist vielleicht ein kleiner Unterschied.

Hinter euch liegt eine intensive Woche im Trainingslager, wie fällt dein Fazit zu der Zeit in Schruns aus?

Marco Konrad: Auch das ist ein sehr positives Fazit. Wir haben die Mädels vor allem im physischen, aber auch im mentalen Bereich sehr gefordert, sodass in Zukunft einiges passieren kann und wir an unsere Grenzen gehen können. Von daher bin ich total zufrieden, wie sie mitgezogen haben.

Du bist ja bei weitem nicht der einzige Neuzugang. Wie erlebst du den personellen Umbruch mit insgesamt 13 neuen Spielerinnen im Team?

Marco Konrad:„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ hat mal ein deutscher Dichter von sich gegeben [Hermann Hese, Anm. d. Red.]. Wenn es so einen großen Umbruch gibt, bedeutet das für mich mehr Chance als Risiko. Risiken hat man immer - wenn ich morgens aufstehe, weiß ich nie, was der Tag bringt. Deswegen ist die personelle Situation für uns alle die Möglichkeit, neue Verbindungen und ein neues Team zu bilden. Die Mädels sind da gegenseitig schnell aufeinander zugegangen, von daher sind wir da auf einem richtig guten Weg.

Inwiefern hat auch das Trainingslager bei der Integration der Neuen geholfen?

Marco Konrad:Ein Trainingslager ist da schon sehr hilfreich. Auch wenn wir in Freiburg schon das eine oder andere gemeinsame Erlebnis hatten, sind solche Momente wie hier natürlich nochmal viel stärker. Man hat mehr Zeit und kann diese auch intensiv miteinander verbringen. Von daher hat mich das hier richtig gefreut und ich muss sagen, dass wir die Zeit auch gut genutzt haben.

Was ist sonst noch eine Sache, die du positiv aus dem Trainingslager hervorheben würdest?

Marco Konrad: Die Haltung. Die Haltung bei den Mädels und innerhalb des Teams. Basierend auf dem, was ich in den Einzelgesprächen heraushören konnte, ist das der Punkt, der uns später als Mannschaft auch in der Saison tragen kann. Das, jeden Tag aufs Neue mit Leben gefüllt, kann eine Waffe sein.

Was hat in Schruns noch nicht ganz so funktioniert, wie du es dir vorstellst, und muss zu Hause in Freiburg nochmal nachjustiert werden?

Marco Konrad: Definitiv geht es in den letzten beiden Wochen jetzt darum, das Ganze zusammenzuführen. Das, was im Einzelnen inhaltlich erarbeitet wurde, in ein gesamtes Bild zu bringen. Auch zu verstehen, dass Fußball zwar aus einzelnen Phasen besteht, aber immer als Ganzes gesehen werden muss. Dementsprechend werden wir die letzten beiden Wochen dafür nutzen, das nochmal zu vertiefen und allen klarzumachen.

In zwei Wochen geht die Bundesliga-Saison mit einem Auswärtsspiel in Hamburg los. Was verspürst du, wenn du an den Saisonstart denkst, tut sich da schon was in dir?

Marco Konrad: (lacht) Ich muss gestehen, ich kann noch gar nicht so weit denken. Alles, was dann in zwei Wochen passieren kann, wollen wir jetzt vorbereiten. Deshalb denke ich momentan weniger an Hamburg, sondern eher daran, wie wir es auf dem Trainingsplatz optimal gestalten können, um den nächsten kleinen Schritt zu machen.

Nach dem Spiel gegen den HSV warten mit deiner Heim-Premiere gegen Union und einem Auswärtsspiel in München zwei herausfordernde Partien auf euch. Was traust du der Mannschaft in dieser ersten Phase der kommenden Spielzeit zu?

Marco Konrad: Auch das ist ein Prozess, eine Entwicklung. Ich habe hier einige Qualitäten gesehen und bin der Meinung, dass wir eine sehr spielstarke Mannschaft haben können. Wir können sicherlich auch mal den einen oder anderen Gegner überraschen, wenn wir eine gute Haltung im Team haben. Dementsprechend packen wir alles genau mit diesem Mindset an. Wir wissen, woher wir kommen, und wir wissen, was wir können. Uns ist aber auch bewusst, dass andere Teams über andere Rahmenbedingungen verfügen. Demzufolge können wir das ganz gut einschätzen.

Interview: Matias Hartmann

Foto: SC Freiburg

 
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