Späte Niederlage gegen Leverkusen
Die Frauen des SC Freiburg haben am fünften Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga gegen Bayer 04 Leverkusen unglücklich mit 1:2 (1:0) verloren. Den entscheidenden Treffer für die Gäste erzielte Estrella Merino Gonzales in der 90. Minute.
Erst vor einer Woche hatte der SC Freiburg beim 3:0 gegen den 1. FSV Mainz 05 zuhause seinen zweiten Saisonsieg gefeiert. Auch an diesem Sonntag traten die SC-Frauen wieder im Dreisamstadion an und erwarteten zum erneuten Heimspiel Bayer 04 Leverkusen.
Dass diesmal die Gäste dank eins späten Siegtores die Punkte mitnahmen, bezeichnete auch Bayer-Trainer Roberto Petzold nach der Partie als keinesfalls zwangsläufig: „Das Spiel hatte sicher das Potenzial, dass beide Mannschaften als Sieger hätten vom Platz gehen können. Wir waren am Ende die glücklichen Sieger.“
„Fußball kann grausam sein“, eröffnete SC-Trainer Marco Konrad dementsprechend sein Fazit. „In der ersten Halbzeit haben wir das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten und haben verdient geführt. Auch in der zweiten Hälfte haben wir ein richtig gutes Spiel gezeigt. Aber wir haben dann unsere Chancen nicht genutzt, um den Sack zuzumachen. Deshalb ist die Enttäuschung zunächst groß.“
Karl kehrt zurück, Startelfdebüt für Brunold
Der Sport-Club startete gegen die Rheinländerinnen wie vor einer Woche mit vier personellen Veränderungen. Kapitänin Lisa Karl kehrte auf die rechte Abwehrseite zurück, in der Innenverteidigung ersetzte Julia Stierli die angeschlagene Jana Vojteková. Darüber beorderte Konrad, der sich diesmal für eine 4-4-2-Formation entschieden hatte, im Mittelfeld Selina Vobian und im Angriff erstmals in dieser Saison Carina Brunold in die Startformation.
Neben Vojteková (muskuläre Probleme) fehlten weiterhin auch Mia-Lena Maas (Sprunggelenksverletzung), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha), Nia Szenk (Adduktorenprobleme) sowie Laura Benkarth, Ingibjörg Sigurðardóttir und Meret Felde (alle Schwangerschaftspause).
Frühe Führung durch Eigentor der Gäste
Für Gästetorhüterin Rafaela Borggräfe, die im Sommer des vergangenen Jahres vom Sport-Club zum FC Liverpool gewechselt war und die seit Anfang Februar in Leverkusen spielt, war es die erste Rückkehr ins Dreisamstadion. Ohne zuvor geprüft worden zu sein, musste Borggräfe nach neun Minuten machtlos dem Ball hinterher schauen, als dieser zur SC-Führung im Leverkusener Netz landete. Einen flachen Freistoß von der rechten Seite durch Ilayda Açıkgöz lenkte Bayer-Verteidigerin Cornelia Kramer unhaltbar ins eigene Tor.
Die SC-Frauen blieben nach der Führung druckvoll. Bei einem Schuss von Lisa Kolb (12.) und einem Kopfball von Maj Schneider (14.) zeigte sich Borggräfe auf dem Posten. Auch defensiv agierte der Sport-Club, der sich weitgehend die Kontrolle über die Partie erarbeitete, kompakt und ließ zunächst kaum Abschluss-Möglichkeiten für Leverkusen zu. Für die SC-Frauen setzte Emma Memminger den Ball aus der Distanz über das Tor (26.).
Auf der Gegenseite hatte SC-Torhüterin Anna Reimann bei einem Freistoß von Kramer keine Mühe (37.). Deutlich gefährlicher war kurz darauf ein weiterer Freistoß von Vanessa Fudalla. Für den Sport-Club traf im Gegenzug Vobian nur das Außennetz. Die bislang beste Chance für die Gäste vereitelte schließlich Reimann. Die 17-Jährige lenkte einen Schuss von Paulina Tomasiak noch über die Latte (41.). So blieb es zur Pause bei der knappen, aber verdienten Freiburger Führung.
Kramer gleicht vom Elfmeterpunkt aus
In den zweiten Durchgang startete der Sport-Club mit Nicole Ojukwu anstelle von Maj Schneider. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff leitete Borggräfe mit einem Fehlpass die nächste große SC-Chance ein. Den anschließenden Schuss von Luca Birkholz wehrte die Keeperin zwar ab, aber erst Claudia Wenger verhinderte mit einer Rettungsaktion auf der Torlinie den zweiten Gegentreffer (47.). Kurz darauf verzog Karl mit einem Schrägschuss knapp. Den nächsten Abschluss von Vobian sicherte sich dann wieder Borggräfe.
„In dieser Phase müssen wir das Spiel auf unsere Seite ziehen“, sagte SC-Trainer Konrad angesichts des deutlichen Chancenplus für die Gastgeberinnen. Doch stattdessen kam Leverkusen zum Ausgleich. Nach einem Schubser der für die verletzte Lisa Kolb eingewechselten Amira Arfaoui gegen Lilla Turanyi im Strafraum, entschied Schiedsrichterin Karoline Wacker auf Strafstoß. Eigentor-Schützin Kramer trat an und verwandelte (56.).
Sport-Club mit Chancen, Siegtor für Bayer
Arfaoui kam danach aus der Distanz zur nächsten SC-Gelegenheit. Die Leverkusenerinnen waren inzwischen zwar zu mehr Spielanteilen gekommen, das druckvollere Team blieb aber der Sport-Club. Nach einer Hereingabe von Birkholz klärte Estrella Merino Gonzales gerade noch vor der am langen Pfosten postierten Arfaoui (68.). Für Bayer traf Marlene Müller in der weiterhin sehr intensiven und temporeichen Partie das Außennetz. Und im Anschluss an eine kurze Ecke wehrte Borggräfe einen weiteren Schuss von Arfaoui ab (76.).
Die Schlussphase blieb offen und dementsprechend spannend. Die SC-Frauen begegneten den Leverkusener Angriffen mit leidenschaftlichem Kampfgeist – und versuchten selbst weitere Konterchancen zu generieren, bei denen aber weiterhin das Abschlussglück fehlte. Letzteres hatten am Ende die Leverkusenerinnen. Nach einem Gegenzug und einer Flanke von Paulina Tomasiak traf Merino Gonzales mit einer Direktabnahme in der letzten Minute der regulären Spielzeit zum zweiten Mal und spielentscheidend für die Gäste (90.).
„Der Fußballgott war heute auf der anderen Seite. Wir müssen diese Niederlage abschütteln und werden nächste Woche versuchen, ihn wieder zu uns zu ziehen“, sagte Marco Konrad. Dann geht es für die SC-Frauen allerdings nicht um Punkte, sondern um Glück und das Weiterkommen im Pokal. Zur Partie der ersten DFB-Pokalrunde, in der es um den Einzug ins Achtelfinale geht, tritt der SC Freiburg am Samstag, den 26. September (14 Uhr), beim Zweitligisten SG Andernach an.
Dirk Rohde
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| SC Freiburg: Reimann – Karl, Axtmann, Stierli, Memminger – Vobian (74. Vincze), I. Açıkgöz, Schneider (46. Ojukwu), Kolb (49. Arfaoui) – Birkholz, Brunold (74. Bienz) | |
| Trainer: Marco Konrad | |
| Bank: von Schrader (Tor), Hebben, Seghir, Simmen, Ernst | |
| Bayer 04 Leverkusen: Borggräfe – Merino Gonzales, Wenger, Turanyi (77. Ostermeier), Brandau – Fudalla (46. Loonen), Zdebel (77. Misini), Platner, Tomasiak – Kramer (89. Kehrer), Sternad (66. Müller) | |
| Trainer: Roberto Pätzold | |
| Bank: Voll (Tor), Wallrabenstein, Coskun, Bender | |
| Tore: 1:0 Kramer (9., ET), 1:1 Kramer (56., FE), 1:2 Merino Gonzales (90.) | |
| Gelbe Karten: Arfaoui, Stierli, Vincze – Turanyi, Brandau, Merino Gonzales | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichterin: Karoline Wacker (Backnang) | |
| Zuschauer/innen: 2.031 |
