Finalniederlage gegen Villa
Der Sport-Club hat das Finale der UEFA Europa League verloren. Gegen den englischen Vertreter Aston Villa unterlag der SC mit 0:3 (0:2).
Unermüdlich waren die SC-Fans auf den Rängen des Besiktas Park, auch noch, als das Finale bereits zu Gunsten Aston Villas entschieden war. Auch nach dem Abpfiff feierten sie die Mannschaft, die ihnen in dieser Saison, in 54 Pflichtspielen, so viel Freude bereitet und schon mit dem Einzug ins Europa-League-Finale Historisches erreicht hatte. Das i-Tüpfelchen blieb am Ende gegen einen starken Gegner aus, und dennoch war die andauernde und nicht endende wollende Unterstützung mehr als gerechtfertigt.
„Ich bin sehr stolz auf die Spieler, das Trainerteam, den Staff und auch die Fans. Sie haben wieder für eine besondere Stimmung gesorgt“, sollte Julian Schuster nach dem Spiel sagen.
Ins Endspiel schickte das Trainerteam die gleiche Startelf wie im Halbfinalrückspiel gegen Sporting Braga. Vor Noah Atubolu also mit Philipp Treu auf der linken und Halbfinal-Doppeltorschütze Lukas Kübler auf der rechten Abwehrseite. Dazwischen Philipp Lienhart und Matthias Ginter. Neben Maximilian Eggestein startete Nicolas Höfler im zentralen Mittelfeld. Niklas Beste, Johan Manzambi und Vincenzo Grifo starteten davor, in der Spitze spielte Igor Matanovic, der gleich in der ersten Minute eine erste Kopfballchance bekam.
SC kommt an
Das Spiel ging munter los, denn auch die Briten hatten kurz nach Anpfiff eine erste Torchance mit einem Schuss von Morgan Rogers, den Atubolu parierte (3.). Dem zweiten Versuch Rogers schaute Freiburgs Keeper hinterher, nur knapp strich der Ball am Tor vorbei (10.). Nach einer Viertelstunde hatten die Briten etwas Oberwasser, aber der SC meldete sich mit Höflers Torchance wieder an. Der 36-Jährige zog nach einem nicht gut geklärten ruhenden Ball Villas volley aus 16 Metern ab. Es fehlten nur wenige Zentimeter zur Freiburger Führung.
Die fünfzehnminütige Druckphase der Engländer hatte der SC gut überstanden und nach 30 Minuten war es ein ausgeglichenes Endspiel ohne viele Torchancen. Kübler peitschte die eigenen Fans an, die im ersten Durchgang hinter dem Freiburger Tor sangen, Manzambi prüfte Villas Keeper Martinez in der 33. Minute mit einem Flachschuss aus 18 Metern – der erste Torschuss seit langem – und jagte den Ball nach zwei Übersteigern scharf in den Strafraum, ohne allerdings einen Abnehmer zu finden (40.).
Doppelpack Villa
In die gute Freiburger Phase hinein überraschte Villa den Sport-Club mit einer Eckballvariante. Kurz ausgeführt, im Rückraum lauerte Youri Tielemans, der volley abzog und für Atubolu unhaltbar zur englischen Führung traf (41.). Genauso unhaltbar war der zweite Gegentreffer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Emiliano Buendia hatte zu viel Platz, schlenzte den Ball zum 0:2 ins Toreck. „Es war in der ersten Hälfte ein sehr umkämpftes Spiel. Es war klar, dass dann Standardsituationen eine mitentscheidende Rolle spielen. Bis zu den beiden Gegentoren war das Spiel komplett ausgeglichen“, fasste Schuster die Partie zusammen.
Rogers erhöht
Keine leichte Aufgabe für den Sport-Club mit Wiederbeginn des zweiten Durchgangs. Villa – mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken – stand in der eigenen Hälfte kompakt, ließ den Freiburgern wenig Räume und blieb in der Offensive gefährlich. Insbesondere die Standards hatten es in sich. Nach Freistoß-Lupfer spitzelte Tielemann den Ball nur knapp am Tor vorbei (52.).
Dann war es kein Standard, aber ein Angriff über die linke Seite, von der Buendia den Ball flach an den kurzen Pfosten schlug, Rogers drückte den Ball über die Linie. 3:0 Villa (58.). Die SC-Fans hielten der drohenden Niederlage Stand. Sangen und unterstützten ihre Mannschaft, die kämpfte, gegen den Vierten der Premier League aber kaum mehr zu Chancen kam.
Villa hingegen hatte auch nach seinen drei Toren zwei herausragende Möglichkeiten. Buendia verfehlte knapp, Atubolu parierte einen strammen Schuss aus dem Strafraumeck. Kurz vor dem Spielende war es der eingewechselte Max Rosenfelder, der noch eine gute Möglichkeit auf Freiburger Seite hatte, am Endstand aber auch nichts mehr ändern konnte.
Es änderte sich auch nichts mehr an der Unterstützung der SC-Fans, die die Mannschaft unter lautem Applaus aus ihrer langen Saison verabschiedeten. „Für den Moment ist die Trauer sehr groß. Es fühlt sich nicht schön an, diesen letzten Schritt nicht gegangen zu sein. Ich glaube dennoch, dass wir uns aus dieser Situation weiterentwickeln können“, sagte Julian Schuster.
Isabel Betz
Foto: DeFodi Images
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Kübler (73. Makengo), Ginter, Lienhart (62. Rosenfelder), Treu - Höfler (61. Höler), Eggestein - Beste (86. Günter), Manzambi, Grifo (73. Scherhant) - Matanovic | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Huth, Jung, Osterhage, Scherhant, Höler, Irié, Philipp, Günter, Makengo, Rosenfelder, Ogbus | |
| Aufstellung Aston Villa: E. Martinez - Cash, Konsa, Pau, Digne (81. Maatsen) - Lindelöf (66. Onana), Tielemans, McGinn, Rogers, Buendia (81. Sancho) - Watkins | |
| Trainer: Unai Emery | |
| Bank: Bizot, Whrigt, Mings, Elliott, Andrés Garcia, Abraham, Sancho, Douglas Luiz, Maatsen, Onana, Bogarde, Bailey | |
| Tore: 0:1 Tielemanns (41.), 0:2 Buendia (45.+3), 0:3 Rogers (58.) | |
| Gelbe Karten: Treu - Buendia, Cash, | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Francois Letexier | |
| Zuschauer/innen: 37.324 |
