Tage an der Schwarzmeerküste
Der Sport-Club reiste in der Conference League bis an die türkische Schwarzmeerküste. Neben dem sportlichen Erfolg werden vor allem viele schöne Begegnungen in Erinnerung bleiben.
Schon zwei Tage vor der Mannschaft reisten ein Kollege und ich nach Trabzon, um unser Reiseformat „Sport-Club on Tour“ abzudrehen. Bereits beim Umstieg am Flughafen in Istanbul machten wir erste Bekanntschaften mit SC-Fans. „Normal trägst du doch eine Brille?“, fragt Heinz, der unsere Video-Reihe offensichtlich kennt.
Sein Kumpel Hans sitzt während des einstündigen Flugs nach Trabzon neben uns. Er, Heinz und seine Frau sind Mitglieder der Alsterfüchse, erzählt er uns. Zu Beginn waren sie sechs Mitglieder, mittlerweile sind es über 50. Vor kurzem hat der Fanclub sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert, das sich auch Richie Golz nicht entgehen ließ. Am nächsten Tag treffen wir die kleine Gruppe am berühmten Sumela-Kloster wieder, das direkt an eine Felswand gebaut wurde, und interviewen sie für unser Video.
„1:1? Inshalla“
Auch in der Stadt treffen wir ausschließlich auf auffallend freundliche und hilfsbereite Menschen. Weil wir für Social Media ein Kurzvideo über den richtigen Konsum des traditionellen Çay-Tees (nicht zu viel Zucker, nicht zu voll machen, auf jeden Fall verdünnen) aufnehmen wollen, gehen wir auf einen Café-Besitzer zu. Mit Händen und Füßen erklären wir, was wir gerne filmen würden. Er versteht nur die Hälfte, am Ende bringt er uns aber zwei Gläser Tee für unser Video. „Freiburg?“, fragt er uns, ich nicke. Er will wissen, ob wir am Donnerstag an ein Unentschieden glauben, 1:1? Ich zucke mit den Schultern, nicke leicht, lächle vor allem. Das reicht ihm schon. „One one inshalla“, sagt er, wenn Gott will, gibt es ein Unentschieden.
Wir dürfen überall problemlos Fotos mit dem SC-Trikot machen, es sogar in kleinen Kiosken aufhängen. „Welcome“, sagen nicht wenige. Wir fühlen uns hier willkommen. Als ein Verkäufer unsere professionelle Kamera sieht, fragt er nach einem Foto mit uns, das wir ihm gerne ermöglichen. Auf einmal bildet sich eine kleine Schlange, vielleicht halten uns die Leute für Spieler. Wir flüchten.
Fischbrötchen als Willkommensgeschenk
Für unser Video kommen wir immer wieder mit Einheimischen ins Gespräch. Einer lädt uns sogar auf ein Fischbrötchen ein. Wir bekommen gegrillten „sea bass“, also Wolfsbarsch, im „Weckle“ mit Salat, Tomate und Zwiebeln. Außerdem gibt es Zitrone zum Beträufeln sowie Essiggurken und eingelegte Peperoni zum Snacken. Es schmeckt hervorragend.
Auch im Pressebereich des Stadions beweisen die türkischen Journalist/innen ihre Gastfreundschaft. Sie verzichten lieber selbst auf das – etwas knapp kalkulierte – Catering und bestehen darauf, dass wir einheimische Gerichte probieren.
Die Reise an die Schwarzmeerküste hat sich gelohnt – unabhängig vom schönen Ergebnis.
Marius Faller
Foto: SC Freiburg
