Erste Reise an die Schwarzmeerküste
Zur zweiten Auswärtspartie in der Conference-League-Saison 2026/27 ist der Sport-Club in der Türkei bei Trabzonspor zu Gast. Nicht nur für Fans, die mit ans Schwarze Meer reisen, hat die Heimspiel-Redaktion elf wissenswerte und nützliche Fakten über den Gegner und seine Heimatstadt zusammengestellt.
1. Premiere am Schwarzen Meer
Zu seinem zweiten Europapokalspiel in der Türkei reist der SC in die östlichste große Hafenstadt am Schwarzen Meer. In der Großstadtkommune Trabzon, identisch mit der gleichnamigen Provinz, leben rund 820.000 Menschen, im Stadtzentrum Ortahisar circa 340.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
2. Sieben türkische Meisterfeiern
Ein Jubiläum kann Trabzonspor Kulübü (deutsch: Sportclub Trabzon) im kommen den Jahr feiern. Dann wird der am 2. August 1967 gegründete Verein 60 Jahre alt. Sieben Meistertitel feierte Trabzonspor bisher in der Süper Lig (zuletzt 2022). Neben Bursaspor ist der zehnfache Pokalsieger einer von zwei nicht aus Istanbul stammenden Clubs, die türkischer Meister wurden.
3. Stadion auf künstlichem Grund
Wo heute das Stadion von Trabzonspor steht, war vor 15 Jahren noch Wasser. Mit einer Landaufschüttung an der Westküste der Stadt wurde ab 2011 der Grund für einen Sport- und Freizeitkomplex mit dem im Dezember 2016 eröffneten Park Stadyumu geschaffen. Das Stadion bietet 40.980 Plätze und ist mit einer lichtdurchlässigen Kunststoffhülle überspannt, die auch beleuchtet werden kann.
4. Aussichtspunkt und Wahrzeichen
Einen Überblick samt Panorama-Aussicht auf die Stadt bietet die Burg von Trabzon (türkisch: Trabzon Kalesi), eines der städtischen Wahrzeichen. Die mittelalterliche Festung liegt oberhalb der Altstadt, von ihren Mauern und Türmen blickt man über den Hafen bis in die umliegende Berglandschaft.
5. Gassengewirr voller Geschichte
In der Innenstadt, die sich auf drei Hügeln erhebt, sind Geschichte und Gegenwart eng verwoben. Die Altstadt von Trabzon ist geprägt von engen Gassen, belebten Basaren und historischen Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen die ehemalige byzantinische Klosterkirche Hagia Sophia und die Gülbahar-Hatun-Moschee, die ebenso für die osmanische Architektur steht wie das Trabzon-Museum mit regionalen Exponaten.
6. Als Pokalsieger nach Europa
Nach zuvor 25 Teilnahmen an einem Europapokal-Wettbewerb qualifizierte sich Trabzonspor als türkischer Pokalsieger 2026 für die Playoffs zur Europa League 2026/27. Zwei Niederlagen gegen Ferencvaros Budapest (0:1/0:4) bedeuteten, dass die Türken wie der Sport-Club aktuell erstmals an der Conference-League-Ligaphase teilnehmen.
7. Der heilige Hausberg
Der Boztepe (230 Meter) südöstlich des Stadtzentrums galt schon seit Urzeiten als heiliger Berg in Trabzon. Davon zeugt heute noch die Ruine des ehemaligen Klosters Kızlar Manastırı aus dem 14. Jahrhundert. Der Hausberg Trabzons ist ein beliebtes Ausflugsziel, mit Aussichtsturm, Parkanlage, Restaurants, Cafés und kleinen Teehäusern.
8. Würdiger Empfang für Weltstar
Mit Mohamed „Mo“ Salah spielt seit Saisonbeginn einer der erfolgreichsten Angreifer des vergangenen Jahrzehnts für Trabzonspor. Der 121-fache Nationalspieler Ägyptens wechselte nach neun Jahren beim FC Liverpool zum türkischen Erstligisten. Am Flughafen Trabzon wurde der 34-Jährige im August von rund 25.000 Fans empfangen.
9. Herzhaft oder zuckersüß
Für den Hunger zwischendurch hält Trabzon einige Spezialitäten bereit. Eine lokale Variante der türkischen Pide, ein bootsförmiges Fladenbrot, ist die Trabzon-Pide – gefüllt mit Käse aus der Schwarzmeerregion oder mit würziger Sucuk-Wurst. Frisch aus dem Meer kommen die Sardellen (Hamsi), die es frittiert (Hamsi Tava), gedünstet (Hamsi Buğulama) oder geschmort gibt (Hamsi Güveç). Eine süße Spezialität sind kandierte Maronen (Kestane şekeri) oder Laz Böreği,
ein mit Pudding gefüllter Blätterteig.
10. Bekannter an der Seitenlinie
Nach dem Ausscheiden in den Europa-League-Playoffs trat der bisherige Trabzon-Cheftrainer Fatih Tekke zurück. Sein Nachfolger wurde Mitte September Thomas Reis, der in der Bundesliga schon mit dem VfL Bochum und Schalke 04 auf den Sport-Club traf. In der Türkei hatte der 53-Jährige zuvor schon den Erstligisten Samsunspor trainiert.
11. Kulturerbe im Teeglas
Ein Symbol für Gastfreundschaft in der Türkei ist der Tee, der zu jeder Tageszeit angeboten wird. Türkischer Tee, genannt Çay, wurde 2022 sogar in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Eine lokale Spezialität ist der Trabzon-Çay, schwarzer Tee aus der Region, der für seinen kräftigen Geschmack und seine dunkle Farbe bekannt ist.
Dirk Rohde
Foto: Imago Images
Dieser Text erschien erstmalig in unserem Stadionmagazin Heimspiel, das auch als Abo erhältlich ist.
