"Bin froh, Teil dieser Entwicklung zu sein"

Verein
21.04.2026

Die Freiburger Fußballschule feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag. Die Heimspiel-Redaktion hat sich zum Jubiläum mit ehemaligen Fußballschülern unterhalten, die sich an ihre Fußballschulzeit erinnern. Dieses Mal erzählt Marvin Müller davon und wie sein Leben nach dem Nachwuchsleistungszentrum weiterging. 

Herr Müller, durch ein 8:0 beim SC Sand sind die U17-Mädchen des SC Freiburg ins Halbfinale des SBFV-Pokals eingezogen. Bei solch einem Ergebnis hat der Trainer nichts zu meckern, oder?

Müller: Das Trainerteam und ich waren sehr zufrieden. Die Spielerinnen haben toll gespielt und sind verdient ins Finale gegen unseren Kooperationsverein Hegauer FV eingezogen. Aber klar: Kleinigkeiten, die noch besser sein könnten, findet ein Trainer immer, das ist ja auch Teil unseres Jobs (lächelt).

Mit Endspielen im SBFV-Pokal kennen Sie sich aus. Drei Mal gewannen Sie als Spieler den Pokal mit SC-Jugendteams …

Müller: … mit der U15, der U17 und der U19, richtig. Auch im DFB-Pokal der Junioren waren wir dabei, hier reichte es allerdings leider nie zur Finalteilnahme. Vielleicht klappt es ja mal als Trainer im DFB-Pokal der U17-Juniorinnen, den es seit zwei Jahren gibt. 

2009 stießen Sie zum SC, mit damals elf Jahren. Wie kam’s?

Müller: Ich nahm damals an den Füchsle-Tagen im Möslestadion teil. Danach wurde ich zu Probetrainings eingeladen, durfte im U12-Jahr bei Turnieren mitspielen und wurde letztlich Teil der U13.

Sie stammen aus Meßkirch nahe Sigmaringen, 120 Kilometer von Freiburg entfernt. Es gibt nähere Anfahrtswege zum Training.

Müller: Anfangs fuhr mich mein Papa zwei, drei Mal pro Woche nach Freiburg. Ab der U15 ging es direkt nach der Schule mit dem Zug von Sigmaringen nach Donaueschingen, von dort in einem Mini-­Bus der Freiburger Fußballschule nach Freiburg zum Training. Abends dann zurück. Meist war ich um 22 Uhr wieder daheim.

Ein großes Opfer: für den Spieler und seine Familie?

Müller: Es war beides: ein persönlicher Traum, aber auch ein enormer Aufwand für alle. Als Jugendlicher war es für mich groß­artig, beim SC kicken zu dürfen. Meine Eltern haben mich dabei stets unterstützt. Für diesen Support bin ich ihnen unglaublich dankbar.

Mit 15 Jahren kamen Sie dann mithilfe der Freiburger Fußballschule in eine Gastfamilie.

Müller: Dass ich bei einer Familie in Schallstadt leben durfte, erleichterte vieles. Und doch flossen auch Tränen, als ich mein Elternhaus mit gepackten Koffern verließ. Zum Glück wurde ich in dieser Phase vom SC super begleitet. Besonders Steffi und Düse (Stefanie Nerling und Markus Kiefer, Anm. d. Red.) vom Pädagogen-Team an der Fußballschule haben mich großartig unterstützt und gestärkt. Später lebte ich noch zwei Jahre in einer Fußballschüler-WG in Freiburg. Auch das hat mich wahnsinnig reifen lassen.

Nach der U19 kehrten Sie über einige Stationen 2021 zum SC Freiburg zurück: als Trainer der weiblichen U17. Seither hat sich viel getan in der Frauen- und Mädchenabteilung, unter anderem wurde der Sport-Club als einer der ersten Standorte in Deutschland als DFB-Leistungszentrum weiblich zertifiziert.

Müller: Ich habe als Jugendspieler viele Spiele der SC-Frauen und -Mädchen gesehen, da mich einer meiner engsten Mitspieler, Robin Fellhauer, damals häufig zu den Spielen seiner Zwillingsschwester Kim mitnahm, die auch beim Sport-Club spielte. Ich hätte damals nicht gedacht, welch tolle Entwicklung der Frauenfußball überhaupt, aber vor allem beim SC Freiburg nimmt. Schön zu sehen, was der Verein den Frauen und Mädchen für Möglichkeiten bietet. Ich bin froh, als Nachwuchstrainer Teil dieser Entwicklung zu sein.

Welche Erfahrungen aus Ihrer Zeit als Nachwuchsspieler können Sie nun als Trainer an Ihre Spielerinnen weitergeben?

Müller: Vor allem das Wissen, wie es sich in diesem Alter anfühlt, die Priorität voll auf Fußball und Schule zu setzen und  dabei auf einiges verzichten zu müssen. Es ist ein intensiver Lebens­abschnitt, in dem wir die Spielerinnen sowohl sportlich als auch in ihrer Persönlichkeitsentwicklung begleiten dürfen. Schließlich sollten wir am Ende jede einzelne im Blick haben und den Mensch in den Vordergrund stellen, da es am Ende nicht alle zum Profi schaffen können.  

Interview: Christian Engel

Zur Person: Marvin Müller (27) kam 2009 vom SV Meßkirch in die Freiburger Fußballschule, spielte dort sieben Jahre lang von der U12 bis zur U19. Nach mehreren Stationen als Spieler im Männer-Bereich kehrte er 2021 zum SC Freiburg zurück: als Trainer der weiblichen U17.

Dieses Interview erschien erstmalig in unserem Stadionmagazin Heimspiel. Zum 25-jährigen Jubiläum der Freiburger Fußballschule unterhalten sich die Heimspiel-Autoren mit ehemaligen Fußballschülern. In dieser Reihe sind bereits drei weitere Interviews erschienen, mit Walter Adam und Dr. Vito Esposito und Philipp Züfle

 
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