Zwei Joker treffen zum Auswärtssieg
Am 8. Bundesligaspieltag hat sich der SC Freiburg mit 2:1 (0:1) beim FC Augsburg durchgesetzt. Igor Matanovic und Cyriaque Irié drehten die Partie mit ihren Toren nach der Pause.
Am späten Samstagnachmittag schlug in Augsburg die Stunde der Joker. Keisuke Goto, Igor Matanovic, Vincenzo Grifo, Cyriaque Irié: Alle hatten sie beim späten, insgesamt aber verdienten Auswärtserfolg gegen den FCA ihre Füße im Spiel. „Wir haben gestern Abend schon zu den Jungs gesagt, dass es gut sein kann, dass ihr Moment heute kommen wird. Es ist wichtig, dass sie gedanklich voll da waren. Das war heute der Schlüssel“, freute sich Julian Schuster mit seinen Einwechselspielern.
Wie bereits beim Pokalerfolg unter der Woche gegen den VfL Wolfsburg veränderte das Freiburger Team seine Startaufstellung auf gleich sieben Positionen. Die zuletzt angeschlagenen Derry Scherhant und Jordy Makengo ersetzten Grifo und Christian Günter. Außerdem begannen Mio Backhaus, Lukas Kübler, Philipp Lienhart, Niklas Beste und Lucas Höler für Florian Müller, Philipp Treu, Max Rosenfelder, Irié und Matanovic.
Auch Pokal-Doppelpacker Goto nahm zunächst wieder auf der Bank Platz und sah einen engagierten und kontrollierten Auftakt seiner Mannschaftskollegen in der ausverkauften WWK Arena. Bereits 60 Sekunden nach dem Anpfiff wurde Suzuki halbrechts in die Gasse geschickt. Nur mit Mühe gelang es der Abwehr der Gastgeber das Zuspiel auf den völlig frei vor dem Tor lauernden Höler zu verhindern – und auch bei Scherhants abgefälschtem Schlenzer wenige Minuten später fehlte nicht viel zur Gästeführung.
Gregoritsch trifft gegen seinen Ex-Klub
Die Heimelf, bei der Manuel Baum nach dem Achtelfinaleinzug gegen die SG Sonnenhof Großaspach vier Änderungen in der ersten Elf vorgenommen hatte, agierte zunächst abwartend, meldete sich mit einem zu unplatzierten Fernschuss von Michael Gregoritsch aber ebenfalls früh ein erstes Mal in der Offensive an (10.).
Gregoritsch – neben Yannik Keitel und Robin Fellhauer einer von drei ehemaligen Freiburgern auf dem Rasen – sollte es auch sein, der die Fuggerstädter nach 18 Minuten in Führung brachte. Eine Hereingabe von der linken Seite fand den völlig blank stehenden Österreicher, der Backhaus per Direktabnahme aus sieben Metern überwinden konnte.
Wie in den vergangenen Wochen häufig gesehen, bewies der Sport-Club nach dem Gegentreffer Moral, blieb seiner Spielweise treu und suchte nach Lücken im Defensivverbund des FCA. Der Freiburger Überlegenheit zum Trotz gehörte aber auch die nächste große Chance der Partie den Hausherren: Bayern-Leihgabe Arijon Ibrahimovic setzte Gregoritsch mit einem Pass von der Grundlinie ein, Backhaus kratzte den Drehschuss des Stürmers von der Linie (32.).
Lange kein Durchkommen
Insgesamt fehlte den Breisgauern bis zur Pause die Durchschlagskraft. Dazu gesellten sich vermehrt Ungenauigkeiten und einfache Ballverluste, weswegen sich bis zum Gang in die Kabinen nichts mehr am Spielstand änderte.
Der SC, bei dem Matanovic für Höler mit Wiederanpfiff in die Partie kam, startete gegen tiefstehende Augsburger aktiv in den zweiten Durchgang und verbuchte mit einer Kopfballbogenlampe von Matthias Ginter früh eine erste Torannäherung (47.). Auf der Gegenseite zischte ein Ibrahimovic-Schlenzer aus dem Rückraum knapp am Kasten von Backhaus vorbei (57.).
Eine halbe Stunde vor Spielende war der Spielfluss auf dem schwierigen Augsburger Geläuf ins Stocken geraten. Den Gästen fehlte es an Ideen und dem nötigen Tempo im Spielaufbau, die Gastgeber beschränkten sich im Angriffsspiel auf Nadelstiche.
Die Joker stechen
Der Ausgleichstreffer für den Sport-Club fiel daher aus dem sprichwörtlichen Nichts. Der kurz zuvor eingewechselte Keisuke Goto leitete mit einem schönen Pass in die Tiefe ein, Yannik Engelhardt spitzelte die Kugel zu Matanovic und der Stürmer drückte von der Strafraumkante unhaltbar zum 1:1 ab (65.).
Kurz darauf wurde die Freude über den Treffer im bestens aufgelegten Gästeblock aufgrund einer verletzungsbedingten Auswechslung getrübt. Wie bereits beim Pokalspiel unter der Woche war es mit Lukas Kübler ein Rechtsverteidiger, der das Spielfeld nach einer kurzen Behandlungsphase verlassen musste. Rosenfelder übernahm für seinen angeschlagenen Teamkameraden.
In den Schlussminuten traten beim SC dann abermals die Joker in Erscheinung. Der eingewechselte Grifo bekam auf der linken Seite viel Raum und fand am langen Pfosten mit einer butterweichen Flanke den ebenfalls eingewechselten Irié. Der Rechtsaußen setzte sich im Luftduell durch und brachte das Kunstleder aus wenigen Metern Entfernung in den Maschen unter (85.).
In ernsthafte Gefahr geriet der 2:1-Auswärtserfolg bis zum Abpfiff nicht mehr. Die Gastgeber versuchten es mit hohen Bällen in den Strafraum, die SC-Abwehr antwortete mit Klärungsaktionen, gewonnenen Luftduellen und hoher Kompaktheit. Nach Christian Dingerts Abpfiff brach sich die Freude über den erkämpften Dreier auf dem Rasen und der Tribüne Bahn. "Wir haben uns heute gegen einen sehr gefährlichen Gegner lange schwergetan. Umso mehr freuen wir uns über den Sieg", stellte Schuster im Anschluss an das Spiel fest.
David Hildebrandt
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| Aufstellung FC Augsburg: Dahmen - Keitel (88., Ogundu), Gouweleeuw, Matsima - Fellhauer, Massengo (83., Wolf), Rieder, Behrens - Kade (75., Ribeiro), Gregoritsch (75., Kömür), Ibrahimovic (83., Claude-Maurice) | |
| Trainer: Manuel Baum | |
| Bank: Labrovic - Seol, Schnitzer, Husic | |
| Aufstellung SC Freiburg: Backhaus - Kübler (75., Rosenfelder), Ginter, Lienhart, Makengo - Beste (83., Irié), Eggestein, Engelhardt, Scherhant (62., Grifo) - Suzuki (62., Goto), Höler (45., Matanovic) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Huth, Jung, Günter, Osterhage | |
| Tore: 1:0 Gregoritsch (18.), 1:1 Matanovic (65.), 1:2 Irié (85.) | |
| Gelbe Karten: - Eggestein, Ginter, Grifo | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Christian Dingert | |
| Zuschauer/innen: |
