Mit knappem Rückstand ins Rückspiel
Der Sport-Club hat das Halbfinal-Hinspiel in der Europa League bei Sporting Braga knapp mit 1:2 (1:1) verloren. Vincenzo Grifo traf für die Freiburger, Noah Atubolu parierte einen Elfmeter.
Das Positive vorweg. Julian Schuster fand nach der ärgerlichen Niederlage in Braga, die in der Schlussminute zustande kam, direkt aufmunternde Worte: „Wir blicken trotzdem positiv auf das Rückspiel. Wir haben die Qualität, das Spiel mit unseren Fans im Rücken zu drehen."
Das Halbfinalhinspiel in diesem beeindruckenden Stadion mit der Felswand eines alten Steinbruchs hinter dem einen und der offenen Seite hinter dem anderen Tor und den beiden steilen Tribünen, die mit Stahlseilen miteinander verbunden sind. 2.000 SC-Fans wollten sich diese besondere Kulisse und das 50. Pflichtspiel des Sport-Club der Saison nicht entgehen lassen. Nach ihrem Fanmarsch aus der Innenstadt zum Estadio Municipal, sahen sie eine Begegnung, in die die Gastgeber besser starteten. Pau Victor bekam mit einem Schuss aus der Drehung im Sechzehner die erste Chance der Partie nach fünf Minuten.
Früher Rückstand, schnelle Antwort
Nach der Rotation in der Bundesliga bei Borussia Dortmund waren beim Sport-Club in Braga auch die vier geschonten Spieler Matthias Ginter, Jordy Makengo, Johan Manzambi und Yuito Suzuki dabei und standen in der Startelf. Es waren die gleichen Feldspieler wie in den vergangenen Pokalspielen - dem DFB-Pokal in Stuttgart und den Viertelfinalpartien in der Europa League gegen Celta Vigo. Das Tor hütete Noah Atubolu, der nach dem starken Start der Gastgeber in der achten Minute hinter sich greifen musste. Demir Ege Tiknaz erzielte mithilfe des Innenpfostens die Führung für die Portugiesen.
Auf den frühen Rückstand hatte Manzambi fast die direkte Antwort auf dem Fuß. Sein Schuss aus der zweiten Reihe flog in der elften Minute aber übers Tor. Trotzdem dauerte es nicht lange, bis der SC wieder zurück im Spiel war. In der 16. Minute ließ Schiedsrichter Anthony Taylor Vorteil laufen, nachdem Matanovic im Mittelfeld gefoult worden war, den Ball im Fallen aber noch zu Niklas Beste durchgesteckt hatte. Vor Beste lag viel Raum, der 27-Jährige behielt die Übersicht, legte auf Vicenzo Grifo ab, der sich den Ausgleich nicht nehmen ließ.
„Es war sehr anspruchsvoll, gegen Braga zu verteidigen. Wir geraten früh in Rückstand, dann ist es aber bemerkenswert, wie schnell wir zurückkommen. Beide Mannschaften haben sich viel abverlangt“, fasste Schuster später zusammen.
Matanovic aufmerksam
Wie der Spielstand war auch das Duell nach 25 Minuten ausgeglichen und der SC schaffte es, sich vom besonders in der Anfangsphase intensiven Pressing seines Gegners besser zu befreien. Ein von Grifo getretener Freistoß nach einer halben Stunde bot den Freiburgern die nächste Möglichkeit, flog aber einige Meter über das Tor von Bragas Keeper Lukas Hornicek.
Auf der Gegenseite bekamen der eingewechselte Mario Dorgeles und Joao Moutinho zwei weitere Chancen für Braga. Es ging in dieser Phase hin und her, mit leichten Vorteilen für die Heimmannschaft, einer soliden Freiburger Defensive und einem aufmerksamen Matanovic, der gegnerische Pässe immer wieder vorausschauend ablief, viele Meter machte und Bälle eroberte. „Igor hat es gut gemacht“, lobte Schuster den Offensivspieler später.
Atubolu „on point“
In der 44. Minute schaltete sich der Videoschiedsrichter ein. Nach einer Ecke hatte Lienhart seinen Gegenspieler nach Ansicht des VAR im Strafraum zu stark bearbeitet. Taylor wurde zur Überprüfung an den Bildschirm geschickt und zeigte daraufhin auf den Elfmeterpunkt. Rodrigo Zalazar wählte die linke Ecke, Atubolu entschied sich für die richtige und vereitelte den Strafstoß mit seiner starken Parade.
Braga hatte auch in den zweiten 45 Minuten den aktiveren Start, ohne jedoch zu Torchancen zu kommen. Die erste gab es nach 56 Minuten für den SC, als Manzambi sich über die linke Seite durchsetzte, mit seinem Abschluss aber das Außennetz traf. Drei Minuten später verfehlte Matanovic mit seinem Kopfball nach einer Ecke den zweiten Freiburger Treffer nur knapp.
Gegentor in letzter Minute
Defensiv stabil, offensiv immer wieder mit guten Aktionen, gestaltete der SC die Partie auch nach der Pause ausgeglichen, lag in den Bereichen Ballbesitz und Schüsse aufs Tor sogar knapp vorne. Maximilian Eggestein scheiterte mit seinem Schuss nach einer Ecke an Hornicek (64.). Grifos Freistoß nach einem Foul an Philipp Treu aus 20 Metern blieb in der Bragaer Mauer hängen (71.).
Die Schlussphase blieb bis zur 92. Minute ereignisarm, auch weil der SC vor dem eigenen Tor kaum etwas zuließ. Als Braga aber zum Ende der Nachspielzeit ein letztes Mal vor das Freiburger Tor kam, musste die Mannschaft doch noch einen Gegentreffer hinnehmen. Atubolu konnte einen strammen Schuss von der Strafraumkante nur abklatschen lassen, Dorgeles staubte zum 2:1 für Braga ab.
„Mir hat die zweite Halbzeit gut gefallen und ich finde, wir waren besser. Allerdings müssen wir uns vorwerfen, dass wir uns mit der letzten Aktion eine noch bessere Ausgangssituation verspielt haben“, sagte Schuster, dessen Optimismus für das Rückspiel am kommenden Donnerstag im Europa-Park Stadion aber Mut macht.
Isabel Betz
Foto: Torbjon Tande
Stenogramm
| Aufstellung Sporting Braga: Hornicek - Gomez, Carvalho, Oliviera, Lagerbielke - Tiknaz, Moutinho, Gorby - Zalazar, Horta (26. Dorgeles), Victor | |
| Trainer: Carlos Vicens | |
| Bank: Sá, Bellaarouch, Lelo, El Ouazzani, Dorgeles, Navarro, Rocha, Nora, Silva, Vasconcelos, Louisinho, Sousa | |
| Aufstellung Sport-Club Freiburg: Atubolu - Treu, Ginter, Lienhart, Makengo - Eggestein, Manzambi - Beste, Suzuki (80. Höler), Grifo (80. Scherhant) - Matanovic | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Huth, Jung, Scherhant, Höler, Kübler, Irié, Philipp, Höfler, Günter, Ogbus | |
| Tore: 1:0 Tiknaz (8.), 1:1 Grifo (16.), 2:1 Dorgeles (90.+2) | |
| Gelbe Karten: Vieria, Gomez - Grifo, Lienhart, Makengo | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Anthony Taylor | |
| Zuschauer/innen: 27.161 |
