0:4 – Deutliche Niederlage beim BVB
Der SC unterliegt mit 0:4 (0:3) beim BVB. Lukas Kübler verkürzt zwischenzeitlich vermeintlich, sein Treffer wird wegen einer knappen Abseitsstellung jedoch aberkannt.
„Wir brauchen Intensität gegen den Ball, im Idealfall können wir auch mal hoch pressen und müssen aber auch immer wieder kompakt verteidigen – und benötigen zudem auch Ballbesitzphasen.“ So lautete der Matchplan, den Julian Schuster vor Anpfiff am DAZN-Mikrofon erläuterte. Für den BVB war kurz vor Anpfiff und nach dem 1:1 des VfB Stuttgart gegen Werder Bremen klar, dass den Borussen mit einem Unentschieden die Champions-League-Qualifikation nicht mehr zu nehmen sein würde.
Nach acht Minuten zeigten die Borussen, dass sie sich an diesem Sonntagabend nicht mit einem Punkt begnügen wollten. Einen langen Ball von Ramy Bensebaini hinter die Freiburger Kette nahm Maximilian Beier mustergültig mit und schob frei vor Noah Atubolu zur frühen Dortmunder Führung ein.
Im Vergleich zur 1:2-Niederlage nach Verlängerung im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart hatte sich das Freiburger Trainerteam für sieben Wechsel in der Startelf entschieden. Für Florian Müller, Philipp Treu, Matthias Ginter, Jordy Makengo, Niklas Beste, Johan Manzambi und Yuito Suzuki begannen Noah Atubolu, Bruno Ogbus, Christian Günter, Derry Scherhant und Lucas Höler, Chicco Höfler gab zudem sein Startelf-Debüt in dieser Saison. Manzambi, Ginter, Makengo und Suzuki standen gar nicht erst im Kader. „Der eine hat wirklich den letzten Tropfen aus dem Tank gepresst, der andere ist leicht angeschlagen“, sagte Schuster vor der Partie. „Wir brauchen heute Jungs, die nicht nur 20 oder 30 Minuten spielen können, sondern sehr lange.“
Guirassy stellt früh auf 0:2
Für den BVB war es das 1000. Heimspiel in seiner Bundesligageschichte. Bei den Dortmundern feierte unter anderem Samuele Inacio sein Startelfdebüt. Der 18-jährige Italiener bediente nach 14 Minuten Julian Brandt in halbrechter Position, der wiederum butterweich auf Serhou Guirassy flankte. Der Mittelstürmer der Schwarz-Gelben hatte im Zentrum viel Platz – und nutzte diesen mit einer Direktabnahme durch die Beine von Atubolu zum 0:2 aus SC-Sicht. Auf der Gegenseite verpasste Scherhant im direkten Gegenzug nach gutem Körpereinsatz gegen Nico Schlotterbeck und im Fallen den schnellen Anschluss (15.).
Es sollte für eine ganze Weile die letzte Möglichkeit ihrer Mannschaft sein, die die 2.400 mitgereisten Freiburger Fans sahen. Stattdessen köpfte Bensebaini nach 31 Minuten eine Ecke von Julian Ryerson aus kurzer Distanz zum 0:3 in die Maschen. Vier Minuten später reagierte Gregor Kobel gegen Höfler herausragend, der einen Einwurf von Lienhart präzise aus sieben Metern auf die kurze Ecke geköpft hatte. „Es gab immer wieder Momente im Ballbesitz, in denen es okay war, in Summe waren es aber zu wenige. Entscheidend war aber, wie wir es verteidigt haben. Das war vor allem bei den ersten beiden Gegentoren nicht gut genug“, sagte Julian Schuster nach dem Spiel.
Kübler-Treffer zählt nicht
Ohne Wechsel, aber offensichtlich mit guten Vorsätzen, kam der Sport-Club aus der Pause. Nach 55 Minuten nickte Kübler eine Freistoß-Flanke von Grifo aus sieben Metern zum vermeintlichen 1:3 ein, das Schiedsrichter Robin Braun jedoch nach kurzer Überprüfung wegen einer knappen Abseitsstellung des Rechtsverteidigers einkassierte. Auf der Gegenseite verhinderte Atubolu den Premierentreffer von Inacio, der nach flacher Hereingabe von Beier aus kurzer Distanz am Freiburger Keeper scheiterte.
Die 81.365 Zuschauer/innen im ausverkauften Signal Iduna Park sahen ein deutlich ausgeglicheneres Spiel in Hälfte zwei, bei dem die Breisgauer aber wenn dann weiterhin vor allem nach Standards gefährlich wurden. Einen weiteren langen Einwurf von Lienhart verlängerte Matanovic auf Höler, dessen Versuch nur knapp am Tor von Kobel vorbeirauschte (66.).
Tarnutzer debütiert
In einer ereignisarmen Schlussphase gab es auf Freiburger Seite noch zwei Premieren zu notieren: Zum einen sammelte Maximilian Philipp seine ersten Einsatzminuten in dieser Spielzeit, zum anderen feierte Rouven Tarnutzer mit seiner Einwechslung in der 84. Minute sein Profidebüt.
Ein Dortmunder Einwechselspieler, Fabio Silva, erhöhte kurz vor Schluss noch auf 0:4. Auf Zuspiel des ebenfalls eingewechselten Daniel Svensson ließ der BVB-Stürmer Atubolu aus kurzer Distanz keine Chance (87.). Cyriaque Irié verpasste in der Nachspielzeit frei vor Kobel den Freiburger Ehrentreffer (90.+4).
„Wie die Mannschaft mit dem 0:3 aus der Kabine kommt, ist bemerkenswert. Für uns ist wichtig, dass wir einen fetten Haken dran machen nach dieser Woche. Für uns sind es im Idealfall dreieinhalb Wochen, auch in der Liga ist noch alles drin“, blickte Schuster nach dem Spiel auf die bevorstehenden Aufgaben, die am Donnerstag mit dem Halbfinal-Hinspiel in der UEFA Europa League bei Sporting Braga beginnen.
Marius Faller
Foto: DeFodi Images
Stenogramm
| Aufstellung Borussia Dortmund: Kobel - Anton, Schlotterbeck, Bensebaini - Ryerson, Sabitzer, Bellingham (88., Özcan), Beier (89., Albert) - Inacio (74., Svensson), Brandt (84., Chukwuemeka) - Guirassy (84., Silva) | |
| Trainer: Niko Kovac | |
| Bank: Meyer, Reggiani, Mané, Couto | |
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Kübler, Ogbus, Lienhart (75., Jung) - Scherhant (75., Irié), Eggestein, Höfler (84., Tarnutzer), Günter - Höler, Grifo (67., Philipp) - Matanovic (67., Beste) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Treu, Steinmann | |
| Tore: 1:0 Beier (8.), 2:0 Guirassy (14.), 3:0 Bensebaini (31.), 4:0 Silva | |
| Gelbe Karten: Bellingham | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Robin Braun | |
| Zuschauer/innen: 81.365 |
