"Wir denken jedes Jahr neu"

Media Day beim Sport-Club

Männer
06.08.2026

Vor jeder Saison finden bei allen 18 Bundesligavereinen die Media Days statt. Stefan Hossenfelder, Head of Media Days & Photo bei der Bundesliga, ist seit dem Aufstieg des Sport-Club in die 1. Liga 2016 jeden Sommer zu Besuch in Freiburg und spricht im Interview über die Idee der Media Days.

Hallo Stefan, den wievielten Media Day begleitest du in dieser Saison?

Stefan Hossenfelder: Für unser Team und mich ist es heute der neunte von 15 Media Days in dieser Saison. Wir sind nicht immer alle vor Ort, aber organisieren die Media Days alle gemeinsam. Wir arbeiten mit zwei Produktionsteams bei den verschiedenen Klubs. Zur Arbeit gehört auch die Vorproduktion im Juni, bei der wir uns die Stätten angucken, in denen wir neu produzieren müssen. In diesem Jahr sind das Elversberg und Paderborn.

Sind die Produktionen Routine oder gibt es in jedem Jahr und jedem Stadion Neuheiten?

Hossenfelder: Wir produzieren nicht jedes Jahr in derselben Spielstätte. Dieses Jahr sind wir hier in Freiburg für die eine oder andere Station zum Beispiel auf dem Trainingsplatz statt auf dem Spielfeld im Stadion. Letztes Jahr waren wir in Köln im Stadion, dieses Jahr aber am Geißbockheim. Meistens sind es Räumlichkeiten und Gegebenheiten, die wir kennen, auf die wir uns aber jedes Jahr wieder neu einstellen müssen. Es bedarf vor jedem Media Day einer sehr intensiven Abstimmung mit den Klubs.

Warum veranstaltet die Bundesliga-Gruppe den Media Day?

Hossenfelder: Es geht darum, die Bundesliga national und international bestmöglich zu vermarkten. Dafür wurden vor 14 Jahren die Media Days ins Leben gerufen. Die Klubs sind verpflichtet, uns die Spieler dafür abzustellen. Im Gegenzug liefern wir allen Klubs, allen TV-Partnern, allen kommerziellen Partnern und allen Medienpartnern weltweit ein großes Bundesligapaket, mit dem sie die Bundesliga bewerben können. Die Media Days sind ein Teil von diesem Gesamtbaukasten, den wir weltweit ausliefern. Wir konzentrieren und dabei vor allem auf den internationalen Markt. Die TV-Sender Sky und DAZN als unsere wichtigsten und größten TV-Partner sind deshalb auch mit vor Ort. Andere internationale Partner schalten wir dazu oder produzieren für sie vorher abgestimmte Inhalte. Für uns ist es wichtig, maßgeschneiderten Content herzustellen, der dann auch zum Einsatz kommt und in dem Look & Feel gestaltet ist, den wir uns für die Bundesliga vorstellen.

Was hat sich über die Jahre verändert?

Hossenfelder: Wir haben vor allem an der Content-Schraube gedreht. Wir gucken uns jedes Jahr nach dem Ende einer Saison an, was wie genutzt wurde, streichen auch Inhalte und packen in das daraus gewonnene Budget neue Inhalte rein. Wir versuchen auch immer, einen innovativen Ansatz zu haben. Wir denken jedes Jahr neu, wenngleich wir auch immer unsere Standardproduktionen, wie Fotoaction und Fotoportrait beibehalten. Dennoch gibt es auch da die Herausforderung, die Fotos für alle Mannschaften gleich zu produzieren, so dass klar ist, dass alle aus derselben Produktion stammen.

Gibt es in diesem Jahr auch wieder eine besondere Station?

Hossenfelder: Ja, das ist bei uns der State-of-the-art-Content. Mit diesen Stationen versuchen wir uns jedes Jahr immer wieder neu zu erfinden. Das ist der Content, der dann zum Beispiel bei Sky und DAZN in der Topmatch-Promotion läuft. Im letzten Jahr war es die Robo-Cam, in diesem Jahr ist es das Hololayer-Konzept. Der Spieler steht zwischen zwei transparenten Projektionsflächen. Die vordere wird von einem Projektor, die hintere von zwei Projektoren bestrahlt. Im Vorfeld haben wir für diese Station und jeden Klub individuellen Content produziert. Auf der vorderen und hinteren Projektionsfläche laufen parallel miteinander korrelierende Grafiken. Der Spieler steht dazwischen, so dass eine Art 3D-Tunnel entsteht.

Interview: Isabel Betz

 
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