Mutiger Auftritt trotz Niederlage
Die Frauen des SC Freiburg haben am dritten Spieltag der Google Pixel Frauen-Bundesliga beim FC Bayern München mit 1:4 (0:2) verloren. Luca Birkholz (64.) gelang für den couragiert auftretenden Sport-Club der zwischenzeitliche Anschlusstreffer beim Deutschen Meister.
Zum insgesamt 49. Mal standen sich beim zweiten Auswärtsspiel der SC-Frauen in dieser Saison der SC Freiburg und der FC Bayern München in der Bundesliga gegenüber. Vier Mal war es dem Sport-Club bisher gelungen, drei Punkte aus der bayerischen Landeshauptstadt mitzunehmen. Zählbares beim Deutschen Meister der vergangenen vier Jahre gab es zuletzt im September 2017, als die SC-Frauen durch einen Treffer von SC-Rekordspielerin Hasret Kayikçi mit 1:0 gewannen.
Für SC-Trainer Marco Konrad gab es bei seinem ersten Kräftemessen mit dem erneuten Titelfavoriten nichts Zählbares. Trotzdem konnte er anschließend einen sehr beherzten Auftritt seines Teams kommentieren. „Auch wenn das Ergebnis eine klare Sprache spricht: Ich glaube, so klar war es nicht. Zum einen, weil die Mannschaft ihr Herz auf dem Platz gelassen hat. Zum anderen, weil sie als Mannschaft aufgetreten ist und auch fußballerisch immer wieder Phasen hatte, in denen sie Bayern beschäftigt und vor Aufgaben hat“, sagte Konrad. „Mit dem 2:1 war auch der Moment da, wo mehr drin war. Bayern wechselt dann aber Nationalspielerinnen ein, während wir mit unseren jungen Spielerinnen gerade ganz viele Erfahrungen sammeln. Aber dass wir den Topfavoriten auch lange Zeit so bespielt haben, darauf kann die Mannschaft stolz sein.“
Drei Änderungen in der Startelf
In der Partie auf dem FC Bayern Campus veränderte Konrad seine Anfangsformation gegenüber dem 1:0-Sieg gegen den 1. FC Union Berlin auf drei Positionen. Verteidigerin Julia Stierli (für Jana Vojteková) sowie Selina Vobian (für Alena Bienz) und Neuzugang Amira Arfaoui standen erstmals in dieser Saison in der Startelf. Maj Schneider rückte anstelle von Ilayda Açıkgöz, die ebenfalls zunächst auf der Bank saß, zurück ins zentrale Mittelfeld. Verzichten mussten die SC-Frauen weiterhin auf Laura Benkarth, Ingibjörg Sigurðardóttir, Meret Felde (alle Schwangerschaftspause), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha), Nia Szenk (muskuläre Beschwerden) und Nora Scherer (Trainingsrückstand).
Die Münchnerinnen waren mit zwei Siegen standesgemäß in die neue Saison gestartet. Der Sport-Club hatte in den ersten beiden Begegnungen immerhin vier Punkte verbucht. Die SC-Frauen begannen mutig, verteidigten hoch und verzeichneten in der Anfangsphase viel Ballbesitz. Klara Bühl kam zwar zu einer ersten Möglichkeit, ansonsten ließ der Sport-Club aber zunächst wenig zu. Erstmals gefährlich wurde es im Anschluss an die erste Ecke für die Gastgeberinnen, als Bernadette Amani eine Hereingabe von Linda Dallmann knapp verpasste (14.).
Tanikawa nutzt Fehler zur Führung
Dennoch lagen bald darauf die Münchnerinnen in Führung, weil sie einen Freiburger Fehler im Spielaufbau kompromisslos nutzten. Momoko Tanikawa (18.) fing den Ball ab und versenkte ihn mit einem Schuss aus rund 40 Metern über die weit vor ihrem Tor postierte SC-Keeperin Anna Reimann hinweg im Netz. Der Gegentreffer änderte aber nichts daran, dass der Sport-Club seinen couragierten Ansatz beibehielt. Ihre gewohnte Dominanz konnten die Gastgeberinnen noch nicht entwickeln, was sich auch in den bislang wenigen Bayern-Chancen widerspiegelte.
Die nächste Möglichkeit für den Sport-Club kreierte Emma Memminger. Eine hohe Hereingabe der Linksverteidigerin senkte sich auf die lange Ecke des Münchner Tores. Torhüterin Ena Mahmutovic lenkte den Ball gerade noch zur Ecke (33.).
Gilles erhöht kurz vor der Pause
Es war nach wie vor ein ausgeglichenes Spiel, mit Ausnahme des Zwischenergebnisses. Die nächste gute Chance besaß Giulia Gwinn. Die zur „Fußballerin des Jahres“ gekürte Außenverteidigerin zog von links in den Freiburger Strafraum, aber Reimann wehrte ihren Schuss mit einer starken Reaktion ab (39.).
Drei Minuten später war die SC-Torhüterin erneut machtlos. Einen Freistoß von Klara Bühl aus dem rechten Halbfeld beförderte die eingelaufene Vanessa Gilles aus kurzer Distanz zum zweiten Münchner Treffer über die Linie (42.). In der von den Gastgeberinnen jetzt druckvoll gestalteten Schlussphase der ersten Hälfte wehrte Reimann kurz vor dem Halbzeitpfiff noch einmal gegen Pernille Harder ab.
Birkholz gelingt das Anschlusstor
Der Sport-Club startete nach dem Seitenwechsel unverändert. Auch in der zweiten Halbzeit musste Reimann zunächst einen Schuss von Harder parieren. Der Deutsche Meister kam nun zu deutlich längeren Ballbesitzphasen. Die SC-Frauen setzten Kompaktheit im Spiel gegen den Ball dagegen. Bühl kam zur nächsten Chance, doch Reimann warf sich erfolgreich in den Schuss, bevor Memminger den Ball vor der Linie klärte (52.). Selbst konnten die SC-Frauen offensiv vorerst kaum noch Akzente setzten. Einen Schuss von Vobian nach einer knappen Stunde parierte Mahmutovic.
Mit Sabah Seghir und Carina Brunold kamen wenig später die ersten frischen Spielerinnen in die Partie. Aus einem Pressschlag zwischen SC-Kapitänin Lisa Karl und Sarah Mattner entstand die nächste Bayern-Chance, als der Ball aus spitzem Winkel die Latte des SC-Tores touchierte. Kurz darauf jubelten die Freiburgerinnen über das Anschusstor. Nach einem Abschlag von Reimann bediente Schneider Birkholz mit einem präzisen Pass. Die Stürmerin versetzte im Strafraum zunächst Gilles und schoss an Mahmutovic vorbei in die lange Ecke ein (64.).
Bühl und Tanikawa treffen zum Endstand
Der Treffer beflügelte die SC-Frauen sichtbar, die jetzt wieder mutiger und entschlossen nach vorne agierten und dabei auch Münchner Fehler erzwangen. Extrem präzise geriet jedoch der Pass in die Tiefe der eingewechselten Lena Oberdorf, aus dem das 3:1 resultierte. Die bereits gestartete Bühl nahm den Ball mit, umkurvte Reimann und schob flach zur Vorentscheidung ein (76.). Tanikawa kam in den Schlussminuten noch zu zwei vereitelten Möglichkeiten. Die dritte nutzte die Japanerin in der Nachspielzeit mit einem Flachschuss zu ihrem zweiten Treffer und zum Endstand (90.+1).
„Es war schade, dass wir hier ein gutes Spiel gemacht haben, aber kein Lohn da ist“, erklärte Marco Konrad. „Jetzt gilt es, in die nächste Trainingswoche wieder mit der gleichen Energie hineinzugehen.“
Zum nächsten Heimspiel erwartet der SC Freiburg am kommenden Sonntag, den 13. September, den Aufsteiger 1. FSV Mainz 05. Die Begegnung im Dreisamstadion beginnt um 18.30 Uhr.
Dirk Rohde
Foto: Harry Langer (DeFodi Images)
Stenogramm
| FC Bayern München: Mahmutovic – Gwinn, Viggosdottir, Gilles, Naschenweng (46. Mattner) – Tanikawa, Amani (82. Zadrazil) – Dallmann (80. Potsi), Harder (64. Imade), Bühl – Proost (67. Oberdorf) | |
| Trainer: José Barcala | |
| Bank: van Eijk (Tor), Eriksson, Damjanovic, Dunst | |
| SC Freiburg: Reimann – Karl, Axtmann, Stierli, Memminger – Schneider, Ojukwu (86. Bienz) – Arfaoui (60. Seghir), Vobian (60. Brunold), Kolb (68. I. Açıkgöz) – Birkholz (74. Vincze) | |
| Trainer: Marco Konrad | |
| Bank: Barth (Tor), Maas, Vojteková, Hebben | |
| Tore: 1:0 Tanikawa (18.), 2:0 Gilles (42.), 2:1 Birkholz (64.), 3:1 Bühl (76.), 4:1 Tanikawa (90.+1) | |
| Gelbe Karten: Amani, Tanikawa – Ojukwu, I. Açıkgöz, Karl | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichterin: Fabienne Michel (Gau-Odernheim) | |
| Zuschauer/innen: 2.500 (ausverkauft) |
