Durch knappen Pokalsieg im Achtelfinale
Die Frauen des SC Freiburg haben das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. In der ersten Hauptrunde gewann der Sport-Club beim Zweitligisten SG 99 Andernach mit 2:1 (2:0). Die Tore für den Sport-Club erzielten Lisa Karl (8.) und Julia Stierli (27.).
Von der Dreisam an den Mittelrhein führte die erste Pokalreise der SC-Frauen in der laufenden Saison. In der ersten Hauptrunde war das Team von Trainer Marco Konrad bei der SG 99 Andernach, aktuell Tabellenachter der 2. Bundesliga, zu Gast. Die erste Pokalreise ins Andernacher Stadion war es für den Sport-Club allerdings nicht. Bereits in der Saison 2016/17 gab es ein Gastspiel im nördlichen Rheinland-Pfalz, das der SC Freiburg mit 4:0 gewann.
Knapper endete 2022/23 der letzte Pokalvergleich gegen die Andernacherinnen, den die SC-Frauen in der zweiten Runde mit 3:2 nach Verlängerung für sich entschieden. Im dritten Aufeinandertreffen, bei dem es direkt um den Einzug ins Pokal-Achtelfinale ging, dominierte der Sport-Club zwar die erste Halbzeit deutlich, setzte sich aber letztlich wieder mit einem knappen Ergebnis durch.
"Die Aufgabe war heute, weiterzukommen und nicht unbedingt einen Schönheitspreis zu gewinnen. Das ist uns gelungen und darüber freuen wir uns“, sagte SC-Trainer Marco Konrad. „In der zweiten Halbzeit hat Andernach auch sehr mutig gespielt, dafür gebührt dem Gegner ein Kompliment. Aber eigentlich muss das Spiel kurz nach der Pause schon entschieden sein, angesichts der Chancen, die wir hatten. Gerade zum Ende hin müssen wir das Ergebnis deutlich höher gestalten.“
Pflichtspieldebüt für Torhüterin Barth
Wie angekündigt veränderte Marco Konrad seine Startformation im Pokalspiel gegenüber der zurückliegenden Bundesligapartie auf mehreren Positionen. Im Tor kam so Sommer-Neuzugang Lorena Barth zu ihrem ersten Pflichtspieleinsatz für die SC-Frauen. Auch die zuletzt angeschlagen pausierende Verteidigerin Mia-Lena Maas gehörte erstmals in dieser Spielzeit zur Anfangsformation. Von Beginn an liefen außerdem wieder Nicole Ojukwu, Alena Bienz und Amira Arfaoui auf – was insgesamt fünf Veränderungen entsprach.
Verzichten musste der Sport-Club weiterhin auf Jana Vojteková (muskuläre Probleme), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha), Nia Szenk (Adduktorenprobleme) sowie Laura Benkarth, Ingibjörg Sigurðardóttir und Meret Felde (alle Schwangerschaftspause).
Karl trifft früh zur Führung, Stierli erhöht
Die Begegnung bei den „Bäckermädchen“, wie das Team der Gastgeberinnen traditionell im Zusammenhang mit der Stadt Andernach genannt wird, begann aus Freiburger Sicht früh erfolgreich. Nach einer kurzen Abtastphase nutzten die SC-Frauen ihre erste Möglichkeit zur Führung. Kapitänin Lisa Karl nahm einen Rückpass von Selina Vobian im Strafraum mit, ließ zwei Gegenspielerinnen aussteigen und traf mit einem Schuss in die lange Ecke zur Führung (8.).
Der Sport-Club blieb nach dem Treffer spielbestimmend, kam zunächst aber zu keinen weiteren Torchancen. Letzteres galt zunächst auch für die Gastgeberinnen, die sich kaum gegen das Freiburger Pressingspiel behaupten konnten. Und auch bei Standardsituationen zeigte sich der Bundesligist effektiver. Nach dem vierten SC-Eckball von Ojukwu traf die freistehende Julia Stierli per Kopf zum zweiten Mal für den Sport-Club (27.).
Erst nach einer halben Stunde gelang auch Andernach ein gefährlicher Vorstoß. Die flache Hereingabe klärte jedoch Ilayda Açıkgöz noch vor der hinter ihr lauernden Carolin Schraa. Deutlich gefährlicher blieben die SC-Frauen, für die Vobian zu zwei ersten Gelegenheiten auf den dritten Treffer kam. Zunächst verfehlte sie nach einem Zuspiel von Bienz mit einem Direktschuss das Tor (39.). Kurz darauf wehrte Torhüterin Elena Bläser gegen Vobian ab, genauso wie kurz vor der Pause auch einen Schuss aus kurzer Distanz von Brunold.
Schraa gelingt Anschluss per Elfmeter
Gleich nach dem Wiederanpfiff war die Andernacher Torhüterin erneut gefordert. Zunächst lenkte Bläser einen Schuss von Ojukwu noch zur Ecke. Kurz darauf parierte sie auch den nächsten Abschluss von Bienz. Trotz eines klaren Chancenplus für den Sport-Club gelang den Gastgeberinnen der Anschlusstreffer. Nach einem Konter wehrte Barth zunächst gegen Vanessa Zillgen ab, brachte die SG-Stürmerin aber anschließend zu Fall, was einen Elfmeterpfiff nach sich zog. Schraa trat an und überwand die Schweizerin im SC-Tor, die mit den Fingerspitzen noch am Ball, aber letztlich machtlos war (51.).
Die Gastgeberinnen agierten anschließend mit deutlich mehr Energie als in der ersten Halbzeit. Der Sport-Club verzeichnete in der jetzt ausgeglicheneren Begegnung zunächst weniger Chancen. Bienz verfehlte mit einem Distanzschuss das Tor (64.). Anschließend kam Lisa Kolb für die Schweizerin ins Spiel, ebenso wie Luca Birkholz für Arfaoui. Birkholz verpasste Minuten später eine Flanke von Kolb, während auf der Gegenseite weiterhin der Zweitligist seine Chance zum Ausgleich suchte.
Chancen zur Vorentscheidung verpasst
Die vermeintliche Vorentscheidung hatte dann Kolb auf dem Fuß. Nach einem Pass von Açıkgöz schoss die Österreicherin aber aus elf Metern über das Tor (74.). Wenig später wurde ein Schuss von Karl noch geblockt, bevor erneut Bläser ein Gegentor verhinderte. Nach einem weiteren präzisen Pass von Açıkgöz scheiterte die frei auf das Tor zulaufende Birkholz an der Andernacher Keeperin (80.). Die SC-Frauen entwickelten inzwischen wieder deutlich mehr Druck, ein drittes Tor wollte an diesem Pokalnachmittag aber nicht mehr gelingen.
Doch auch einen Ausgleichtreffer und die erneute Verlängerung ließen die SC-Frauen nicht mehr zu und erreichten insgesamt verdient die nächste Runde. Vielleicht ein gutes Omen, schließlich erreichte der Sport-Club nach dem letzten Pokalsieg in Andernach 2023 zum zweiten Mal in seiner Geschichte das DFB-Pokal-Endspiel der Frauen in Köln.
In die Domstadt reisen die SC-Frauen bereits am nächsten Wochenende. Zur Partie des sechsten Spieltags in der Google Pixel Frauen-Bundesliga ist der SC Freiburg dann am Samstag, den 3. Oktober (16 Uhr) beim 1. FC Köln zu Gast.
Dirk Rohde
Foto: SC Freiburg
Stenogramm
| SG 99 Andernach: Bläser – Keller (84. Hesselbach), Müller, Krump, Trombin, Ganßer (84. Bey) – Ahamad, Zilligen, Pfeiffer – Alija (77. Wehbrink), Schraa | |
| Trainerin: Isabelle Hawel | |
| Bank: Krupp (Tor), Crnaveri, Prassel, Bückel, Gärtnr, Vinci | |
| SC Freiburg:Barth – Karl, Maas (74. Axtmann), Stierli, Memminger – Ojukwu, I. Açıkgöz – Bienz (65. Birkholz), Arfaoui (65. Kolb), Vobian (74. Schneider) – Brunold (88. Seghir) | |
| Trainer: Marco Konrad | |
| Bank: von Schrader (Tor), Hebben, Simmen, Vincze | |
| Tore: 0:1 Karl (8.), 0:2 Stierli (27.), 1:2 Schraa (61., FE) | |
| Gelbe Karten: Ahamad, Wehbrink – Barth | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichterin: Annika Kost (Münster) | |
| Zuschauer/innen: 400 |
