Klare Heimniederlage gegen Nürnberg

Frauen & Mädchen
07.11.2026

Die SC-Frauen haben ihr Duell mit dem 1. FC Nürnberg mit 0:4 verloren. Gegen gut aufgelegte Gäste zeigte sich der Sport-Club defensiv zu anfällig und ging verdient als Verlierer vom Platz.

Eigentlich war alles angerichtet für einen erfolgreichen Samstagmittag im Dreisamstadion. Angenehmes Herbstwetter und rund zweieinhalbtausend SC-Anhänger sorgten für eine ansehnliche Kulisse, das Spiel verlief aus Freiburger Sicht jedoch von Beginn an suboptimal. Kurz nach Anpfiff ging der Sport-Club bereits in Rückstand und kassierte im Anschluss zu unglücklichen Zeitpunkten drei weitere Gegentore.

„Nach so einem Spiel gibt es im Grunde nicht allzu viel zu sagen. Dem frühen Rückstand sind wir die gesamte restliche Zeit hinterhergelaufen, es sollte heute wohl einfach nicht sein. Der Gegner spielt sich dann auch in einen Lauf, so kommt das Ergebnis zustande“, blickt Cheftrainer Marco Konrad auf die 90 Minuten zurück.

Umformierte Abwehrreihe und eine Premiere

Aufgrund des personellen Engpasses musste Cheftrainer Marco Konrad in der Aufstellung seiner ersten Elf Kreativität beweisen. Mit Mia-Lena Maas und Lisa Karl bildeten die einzigen beiden gelernten Abwehrspielerinnen der Viererkette die Innenverteidigung. Lisa Kolb und Sabah Seghir begannen auf außen. Seghir war im Vergleich zum Pokalsieg gegen Jena auch die einzige Veränderung in der Startelf, sie ersetzte die weiterhin rotgesperrte Julia Stierli. Lorena Barth blieb anstelle der angeschlagenen Reimann zwischen den SC-Pfosten und feierte ihr Bundesliga-Debüt.

Nicht zur Verfügung standen weiterhin Laura Benkarth, Ingibjörg Sigurðardóttir, Meret Felde (alle Baby- bzw. Schwangerschaftspause), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha), Nia Szenk (Adduktorenprobleme), sowie Anna Reimann und Jana Vojteková (beide mit muskulären Beschwerden).

Früher Rückstand

Mit der ersten Chance des Spiels gingen die Gäste aus Nürnberg in Führung. Ein Fehlpass von Barth im Aufbauspiel landete direkt in den Füßen von Lapassouse, die sich nicht zweimal bitten ließ und unten rechts einschob. Im Anschluss schüttelten sich die Gastgeberinnen kurz und fanden dann besser ins Spiel. In Person von Luca Bierkholz wurde der SC dann auch ein erstes Mal vor dem Nürnberger Tor vorstellig, ihr Abschluss mit links war allerdings zu harmlos (5.).

„Wir haben uns vorgenommen, den gegnerischen Druck zu überspielen. Dabei haben wir uns leider selbst in die Bredouille gebracht und der Gegner hat unsere Fehler eiskalt bestraft“, so Konrad.

Die nachfolgenden Minuten waren geprägt von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, Torgefahr kam auf beiden Seiten kaum auf. Oftmals fehlte die letzte Genauigkeit im Passspiel und ein verteidigendes Bein bereinigte, bevor echte Gefahr entstehen konnte.

Nürnberg trifft kurz vor und nach der Pause

Einmal musste FCN-Schlussfrau Lourdes Romero dann allerdings eingreifen. Carina Brunold wurde auf dem linken Flügel schön in Szene gesetzt, ihr satter Abschluss wurde von Nürnbergs Nummer eins entschärft (28.).

Auf der Gegenseite machten die Fränkinnen da weiter, wo sie zu Beginn der Partie aufgehört hatten und erzielten zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt das nächste Tor. Ojukwu verlor gegen Lapassouse in der eigenen Hälfte den Ball. Die Torschützin zum 0:1 schaltete schnell und steckte auf Fany Proniez durch, die zum 0:2-Halbzeitstand einschob (44.).

Wer sich nach dem Seitenwechsel eine Freiburger Aufholjagd erhoffte, wurde kurz nach Wiederanpfiff enttäuscht. Ilayda Açıkgöz sprang der Ball im eigenen Strafraum unglücklich an die Hand, den fälligen Strafstoß verwandelte Emöke Papai sicher zum 0:3 (50.).

Freiburg bemüht sich, Nürnberg trifft

Das dritte Nürnberger Tor nahm dem Spiel in der Folge ein Stück weit die Spannung, auch weil der FCN diszipliniert verteidigte und kaum Gefahr vor dem eigenen Kasten aufkommen ließ. Birkholz versuchte es mit dem Kopf (53.), Schneider per Volley aus der Distanz (62.), beide verfehlten das Tor knapp.

Auf der Gegenseite setzten die Club-Frauen immer wieder Nadelstiche, Lorena Barth parierte allerdings zweimal im Eins-gegen-Eins und verhinderte einen noch höheren Rückstand. Dieser sollte in der Nachspielzeit schlussendlich doch noch kommen. Einen schön ausgespielten Konter auf der linken Seite vollendete die ehemalige SC-Jugendspielerin Sanja Hofmann mit einem Kontakt und sorgte damit für den 0:4-Endstand.

„Wir müssen den Blick nach vorne richten und werden im Training weiterhin Gas geben. Die Mannschaft ist jung und weiß, was sie kann. Dann geht es darum, in den nächsten Spielen das Spielglück auch wieder ein bisschen mehr auf unsere Seite zu ziehen“, blickt Marco Konrad voraus.

Die nächste Gelegenheit, sich dieses Spielglück zu erarbeiten, ergibt sich dem Sport-Club am kommenden Samstag auswärts gegen die TSG Hoffenheim. In der Folgewoche empfangen die SC-Frauen dann den VfB Stuttgart zum Baden-Württemberg-Duell.

Matias Hartmann

Foto: SC Freiburg

Stenogramm

Aufstellung Heimteam: Barth – Kolb (53. Memminger), Maas, Karl, Seghir (74. Vincze) – Ojukwu (54. Bienz), Schneider, I. Açıkgöz – Vobian (54. Arfaoui) , Birkholz (74. Simmen), Brunold 
Trainer: Marco Konrad 
Bank: von Schrader (Tor), Axtmann, Scherer, Hebben 
  
Aufstellung Auswärtsteam: Romero ­– Bleil, Lobanova, Varley (78. Pollak), Hofmann – Proniez (85. Fröhlich), Papai, Miller (Barboz), Meroni (77. Licina) – Lein, Lapassouse (Brengel) 
Trainer: Omar Adlani 
Bank: Adamczyk (Tor), Frohnhöfer 
  
Tore: 0:1 Lapassouse (2.), 0:2 Proniez (44.), 0:3 Papai (50., HE), 0:4 Hofmann (90+3) 
Gelbe Karten: Ojukwu – Pronziez, Barboz 
Gelb-Rote Karten: 
Rote Karten: 
Schiedsrichter: Anna-Lena Heidenreich 
Zuschauer/innen: 2236 

 

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