Mehr Kinderschutz am Weltkindertag

Nachhaltigkeit
17.09.2026

Vor dem Weltkindertag am Sonntag startet der SC Freiburg die Bewerbungsphase für die zweite Veranstaltungsreihe zum Kinder- und Jugendschutz. Wir haben uns aus diesem Anlass einmal umgehört, was sich seit dem Start des Projekts im Jahr 2025 getan hat.

Im Mai 2026 haben 60 Vereine aus Südbaden ihr Abzeichen bekommen, nachdem sie in einem rund anderthalbjährigen Prozess individuell auf ihren Verein angepasste Kinder- und Jugendschutzkonzepte entwickelten. Der Zuspruch der Vereine war so groß, dass man sich entschied, eine zweite Runde zu starten, an der weitere 40 Vereine teilnehmen können.

Im Februar 2027 führt der SC Freiburg nun gemeinsam mit der Badischen Sportjugend im Badischen Sportbund Freiburg, Wendepunkt und der Kindernothilfe seine Veranstaltungsreihe zum Kinder- und Jugendschutz fort.

Vorbild: SV Kirchzarten

Der SV Kirchzarten zum Beispiel hat bereits vor acht Jahren begonnen, sich intensiver mit dem Thema Kinder- und Jugendschutz auseinanderzusetzen. Vor zwei Jahren hat der SVK dann sein eigenes Schutzschild erhalten und dennoch die Veranstaltungsreihe für andere Vereine begleitet, in einer Vorbildfunktion gewissermaßen.

Für die neue Runde hat Kirchzarten eine klare Empfehlung. „Wichtig ist es, einfach anzufangen, sich mit anderen Vereinen auszutauschen und sich zu vernetzen. Es geht nicht darum, gleich alles perfekt zu machen, aber die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagt Britta Schreiber, beim SV Kirchzarten im geschäftsführenden Vorstand und gleichzeitig Kinderschutzbeauftragte des Vereins.

Kein Generalverdacht

Leonie Frank, Jugendschutzbeauftragte beim Turnerbund Kappel-Grafenhausen, ergänzt, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln: „Für uns war es wichtig, dass wir ein Kinder und Jugendschutz-Team haben, so konnten wir die Termine aufteilen und sind im Ernstfall nicht alleine. Das Team besteht immer noch.“

Großer, ehrenamtlicher Einsatz für eine gute Sache – und dennoch gab es zu Beginn auch Irritationen. „Als wir das Konzept beschlossen haben, ist das nicht überall reibungslos durchgelaufen. Auf einmal haben wir im Kinder- und Jugendbereich polizeiliche Führungszeugnisse verlangt, denn wir wollten natürlich auch abschrecken. Da hatten einige Übungsleiter/innen plötzlich das Gefühl, sie stünden unter Generalverdacht“, erklärt Britta Schreiber.

Besondere Vorbilder

Inzwischen hat sich das in Wohlgefallen aufgelöst. Der SV Kirchzarten ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Mit dem Konzept der Kinderschutzcoaches, in dem ehrenamtliche Coaches in den Abteilungen ausgebildet werden, wollen die Verantwortlichen den Verein noch sicherer machen und wurden für die Idee in der Kategorie „Besondere Vorbilder“ ausgezeichnet und werden mit Geldern des FAIR ways Förderpreises unterstützt.

Dass Vorbildwirkung sich auszahlt und die Einführung der Kinder- und Jugendschutzkonzepte sich lohnen, bestätigen die Vereine. „Unser Kinder- und Jugendschutzkonzept hat für das wichtige Thema sensibilisiert und auch das gute Gefühl bei den Eltern verstärkt. Wir bekommen schon Rückmeldungen, dass wir gute Arbeit machen“, erläutert Jana Kiefer, Kinderschutzbeauftragte beim FC Freiburg St. Georgen.

Gute Aussichten am Weltkindertag

Sollte trotz der abschreckenden Wirkung des Schutzschildes einmal etwas passieren, sind die Vereine besser gerüstet als davor. „Dank unseres Interventionsplans wussten wir in einem der wenigen aufgetretenen Fälle seither genau, was unsere nächsten Schritte sind. In einem Fall würde ich sogar bezweifeln, dass wir vor sechs oder sieben Jahren interveniert hätten, weil es gar nicht unmittelbar den Verein betroffen hat, wir aber dennoch als Bezugspersonen der Kinder etwas erfahren haben und genau hingehört haben, eben weil wir entsprechend sensibilisiert waren“, sagt Schreiber.

Die Kinder- und Jugendschutzkonzepte haben also die Abschreckung erhöht und die Handlungsfähigkeit zum Wohle der Kinder und Jugendlichen verbessert. Und bald werden 40 weitere Vereine ihr Schutzschild erhalten - das sind am Weltkindertag doch recht gute Aussichten.

Markus Schmidt

Fotos: Jasmyn Groeschke

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