"Die Freude am Üben ist von großer Bedeutung"

Verein
06.04.2026

Die Freiburger Fußballschule feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag. Zum Jubiläum kommen an dieser Stelle ehemalige Fußballschüler zu Wort, die sich an ihre Fußballschulzeit erinnern. Dieses Mal erzählt Philipp Züfle, wie sein Leben nach dem Nachwuchsleistungszentrum weiterging. 

In Berichten über die stimmungsvollsten Stadien der Welt fehlt selten das Ibrox Stadium in Glasgow. Sie hatten das Glück, einmal in der Heimstätte der Rangers vor 45.000 Fans aufzulaufen. Wie fühlt sich das an, Herr Züfle?

Züfle: Das ist natürlich ein einzigartiger Moment, zugleich aber auch irgendwie ein ganz normaler. Als Fußballer bist du ja – im besten Fall – immer konzentriert und fokussiert, wenn du den Rasen betrittst. Und eine leichte Grundnervosität begleitet dich immer, ob du nun vor 200 Menschen in der Oberliga spielst oder vor 45.000 aufgepeitschten Fans in Schottland. Und doch ist klar: Im Ibrox Stadium in Glasgow aufzulaufen, erlebt man als Fußballer aus Südbaden eher nicht so oft im Leben.

Wie kam es denn zu diesem Glück?

Züfle: Während meiner Zeit beim Bahlinger SC studierte ich an der Uni Freiburg Englisch und Sport. Da ich die Sprache noch besser lernen wollte, suchte ich für zwei Praxissemester eine Schule im englischsprachigen Raum – und stieß dabei auf eine Schule im schottischen Dollar, da sie dort auch einen Fußballcoach fürs Schulteam suchten. Als ich die Zusage hatte, suchte ich in der Nähe nach einem Fußballclub, bei dem ich nebenher spielen konnte. Der East Stirlingshire FC nahm mich nach einem Probetraining auf. Das i-Tüpfelchen war, dass in der viertklassigen League Two in jener Saison auch die Glasgow Rangers aufliefen – nach ihrem insolvenzbedingten Zwangsabstieg. So kam es dann zum Highlight-Spiel im Ibrox.

Sie wurden vier Jahre lang – von 2002 bis 2005 – in der Freiburger Fußballschule ausgebildet. Waren die Freiburger Ausbildungsinhalte im schottischen Fußball, dem man einen eher ruppigen Spielstil mit langen Bällen in die Spitze nachsagt, überhaupt brauchbar – oder tappen wir mit dieser Frage aus Unkenntnis über den schottischen Fußball in eine billige Klischee-Falle?

Züfle: Manche Klischees treffen in der Tat zu, aber dieses stimmt nicht so ganz. Natürlich gab es dort auch Mannschaften, die vorne drei schnelle Spieler stehen ließen, um sie durch lange Bälle in Szene zu setzen. Aber bei dem Wind auf der Insel ist diese Spielweise dann doch eher unsinnig – zumindest eine Halbzeit lang, wenn dir der Gegenwind den Ball sofort wieder zurückpasst. Aber die Jungs vom East Stirlingshire FC wollten wie ich zum Glück auch den Ball haben, mit ihm Lösungen finden …

… was auch ein zentraler Teil der Ausbildungsphilosophie der Freiburger Fußballschule ist.

Züfle: Man verfolgt als Spieler ja immer so ein bisschen, was über einen geschrieben wird. In einem der ersten Artikel in der schottischen Presse hieß es über mich: „He has been coached well“ – er wurde bestens trainiert. Dieses Lob gebührt auch meinen damaligen Trainern in der Freiburger Fußballschule, die mich wirklich hervorragend ausgebildet haben – darunter mein erster Coach in der U13, Wilfried Stuckart. Es ging beim SC Freiburg neben den vielen fußballerischen Basics – Spiel mit dem Ball, hartes und aufmerksames Verteidigen im Kollektiv – vor allem auch darum, akribisch an etwas zu arbeiten, gewillt zu sein, einen hohen Aufwand zu leisten, um etwas Gutes in etwas sehr Gutes zu verwandeln. Die Freude am Üben hatte hier immer schon eine große Bedeutung.

Diese Freude geben Sie seit bald zehn Jahren auch an den Nachwuchs der Freiburger Fußballschule weiter – derzeit als Trainer der U14.

Züfle: Nachdem ich mit 16 Jahren die Freiburger Fußballschule verlassen hatte und mir bewusst wurde, dass der hochklassige Profifußball für mich doch ein gutes Stück weit weg war, verfolgte ich den Traum, später auch als Trainer zu arbeiten. Mit meinem Beruf als Gymnasiallehrer kann ich das gut verbinden. Ich bin dankbar, Trainer beim SC Freiburg sein zu können, das weiterzugeben, was ich hier selbst erlernt habe – da schließt sich für mich auch ein Kreis. Und das zeichnet den SC Freiburg und seine Nachwuchsarbeit auch aus, so viele Menschen mit einer großen Verbundenheit zum Verein an Bord zu haben, die allesamt wissen, wo man herkommt.   

Interview: Christian Engel

Bildunterschrift: Philipp Züfle (36) ist Lehrer am Kreisgymnasium Neuenburg und zudem Coach der U14 des SC Freiburg. Zwischen 2002 und 2005 spielte er in der Freiburger Fußballschule, im Anschluss unter anderem für den Bahlinger SC und einen schottischen Viertligisten. Im Bild ist Züfle in der vorderen Reihe ganz rechts zu sehen. 

 
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