Für Marques eine „Win-win-Situation“
Am Donnerstagabend (21 Uhr) spielt der Sport-Club im Halbfinal-Rückspiel gegen Sporting Braga um den Einzug ins Finale der Europa League. In Filipe Marques, dessen Heimat Braga und dessen Wahlheimat Freiburg ist, schlagen dann zwei Herzen.
Schon lange war dieses Duell ein Traum von Filipe Marques. Freiburg gegen Braga. Braga gegen Freiburg. Es ist das Aufeinandertreffen seiner beiden Lieblingsvereine. „Ich habe immer gehofft, dass es dieses Spiel geben wird. Nun ist es so weit und ich freue mich sehr“, sagt er. Aufregung und Vorfreude schwingen in seinen Worten mit.
Geboren ist der Familienvater in Frankreich, zog mit sieben Jahren aber in die Heimat seiner Eltern, Braga, wo er aufwuchs und bis zu seinem 27. Lebensjahr lebte. 2012 kam er nach Freiburg, wo er bis heute mit seiner Familie wohnt.
Freude garantiert
Mit seinem neuen Lebensmittelpunkt kam auch die Leidenschaft für den Sport-Club auf. Seit vielen Jahren hat Marques eine Dauerkarte, er ist Vereinsmitglied. Am kommenden Donnerstag hat er seinen Dauerkartenplatz aber freigegeben und steht im Gästeblock. „Das wird das erste und vermutlich auch das einzige Mal so sein“, sagt er und betont die „gemischten Gefühle“, mit denen er ins Europa-Park Stadion kommen wird. Aber: „Egal, wie das Duell ausgeht, ich werde das Spiel mit meinen Freunden erlebt haben und kann mich auf jeden Fall freuen.“
Im Schlepptau hat Marques Verwandte und Freunde, die aus Braga, der Schweiz und Berlin für das Spiel nach Freiburg kommen. „Mein Cousin und die Freunde sehen mich als Freiburger“, erzählt der 40-Jährige. Bevor sich die kleine Gruppe auf den Weg ins Stadion macht und dafür dem Fanmarsch der Portugiesen anschließen wird, möchte Marques seinen Freunden auch noch die Stadt zeigen. „Ich mache aus dem Tag ein kleines Event und werde sie mit einem Bier und Würstchen empfangen.“
Flugtickets an den Bosporus gebucht
Den knappen Hinspielsieg Bragas (2:1) im Estádio Municipal de Braga hat Marques übrigens nicht vor Ort, sondern am Bildschirm verfolgt. Vor dem Halbfinalhinspiel hatte er voller Stolz von dem besonderen Stadion im ehemaligen Steinbruch geschwärmt. Als Bauingenieur kennt er sich mit Architektur aus. Er kann die Bauweise und die Statik der einzigartigen Spielstätte mit nur zwei Tribünen, die von über den Platz verlaufenden Drahtseilen stabilisiert werden, auf Anhieb und quasi auswendig erklären. „Ein tolles Stadion.“ Dem kann man nach dem Besuch in Bragas Fußballstadion nur zustimmen.
„Ich wäre natürlich auch gerne dort gewesen, musste aber arbeiten“, sagt Marques und dann: „Die Urlaubstage habe ich schon für das Finale verplant.“ Die Flugtickets nach Istanbul hat er für sich und seine Familie bereits gebucht und mit dieser Aussage blitzen die zwei Herzen wieder auf: „Eine meiner beiden Lieblingsmannschaften kommt auf jeden Fall ins Finale und schreibt damit schon Geschichte“, freut sich das SC-Mitglied schon vor dem Rückspiel und sagt: „Möge der Bessere gewinnen! - Que vença o melhor!“
Isabel Betz
Foto: privat
