„Vorfreude und Anspannung“ vor dem Halbfinale
Im ersten internationalen Halbfinale seiner Vereinsgeschichte ist der SC am Donnerstagabend um 21 Uhr (MESZ) zu Gast beim SC Braga (live auf RTL, im Ticker in unserem Matchcenter sowie als Audioreportage „Sportclub live“).
Wie weit die europäische Reise die Breisgauer in dieser Saison tragen würde, war im vergangenen Sommer nicht absehbar. Umso größer ist die Freude an der Achim-Stocker-Straße darüber, auch Ende April noch international vertreten zu sein. Mittlerweile hat der SC nicht nur die Ligaphase, sondern auch das Achtel- und Viertelfinale schadlos überstanden und insgesamt zwölf Europa-League-Partien absolviert – zwei weitere werden in jedem Fall noch dazukommen. „Wir wissen es sehr zu schätzen, dieses Spiel bestreiten zu dürfen. Ein Halbfinale im Europapokal zu spielen, ist etwas sehr Besonderes. Man merkt den Jungs die Vorfreude und Anspannung an“, erklärte Julian Schuster im Vorfeld des Spiels.
Die erste der beiden Halbfinalbegegnungen führt den Freiburger Reisetross einmal mehr in den Westen der iberischen Halbinsel. 109 Kilometer und eine Ländergrenze trennen das spanische Vigo, in dem der Sport-Club vor zwei Wochen den Sprung unter die vier letzten Teams feierte, vom portugiesischen Braga.
Die Gastgeber rangieren aktuell auf dem vierten Platz in der Primeira Liga, mussten wie die Breisgauer am vergangenen Wochenende eine Niederlage hinnehmen und tragen ihre Heimspiele in einem der außergewöhnlichsten Stadien Europas aus. Das Estádio Municipial de Braga besteht aus lediglich zwei Tribünen, fasst dennoch 30.286 Plätze und schmiegt sich malerisch an eine imposante Felswand. „Auch das macht den Charme des Wettbewerbs aus: Die Stadien mit unterschiedlichem Charakter, unterschiedlichen Eigenheiten“, freut sich Schuster über die besondere Atmosphäre.
Niklas Beste ist der einzige Spieler im Kader der Freiburger, der bislang Portugal-Erfahrung vorweisen kann. In Braga hat der Flügelspieler in seiner Zeit bei Benfica Lissabon zwar nicht gespielt, den Klub kennt der 27-Jährige dennoch gut: „Sie sind technisch sehr versiert, suchen mit dem Ball Lösungen und haben eine gute Mentalität – wie man im Rückspiel gegen Betis Sevilla gesehen hat.“
Vier Tage nach dem 0:4 in Dortmund ist die Liga-Niederlage verarbeitet und das europäische Aufeinandertreffen komplett in den Fokus gerückt. „Wir sind uns bewusst, auf welche Qualität wir treffen, haben aber auch den Anspruch an uns, an die Leistungen der vergangenen Wochen anzuknüpfen“, gibt Schuster, der in Braga wieder auf die zuletzt geschonten Matthias Ginter, Yuito Suzuki, Johan Manzambi und Jordy Makengo zurückgreifen kann, vor.
Auch im Norden Portugals kann das Team wieder auf stimmgewaltige Unterstützung aus dem Gästebereich bauen. 2.000 SC-Fans haben sich Tickets für das geschichtsträchtige Match besorgt – und hoffen darauf, dass sich ihr Klub im ersten der beiden Aufeinandertreffen mit dem SC Braga eine gute Ausgangslage für das Rückspiel erarbeiten kann.
David Hildebrandt
Foto: DeFodi Images
