Sport-Club entscheidet Derby für sich

Profis
23.01.2021

Zum Auftakt der Rückrunde war der VfB Stuttgart im Schwarzwald-Stadion zu Gast.

Die Gäste gingen früh durch Silas Wamangituka (7.) in Front. Ermedin Demirovic hatte jedoch nur wenige Minuten später die Antwort parat: 1:1 (14.). Er war es auch, der das 2:1-Führungstor einleitete, das Wooyeong Jeong mit einem satten Schuss in der 37. Minute besorgte. Kurz vor der Pause scheiterte Stuttgarts Nicolas Gonzalez per Foulelfmeter an SC-Keeper Florian Müller. In einer intensiven zweiten Halbzeit konnte der VfB Stuttgart die SC-Defensive nicht mehr überwinden.

"Wir wollten auch in der 2. Halbzeit weiter hoch pressen; das hatten wir in der 1. Halbzeit gut gemacht. Aber Stuttgart hat dann sehr gut gespielt. Es ist brutal schwierig. Natürlich hätte Stuttgart ein Unentschieden verdient gehabt,“ stellte SC-Trainer Christian Streich im Anschluss an die spannenden 96 Minuten fest. Auch Pellegrino Matarazzo konnte trotz der Niederlage positives aus dem Duell ziehen: „Wir sind gut ins Spiel gekommen und in Führung gegangen, dann kam Freiburg besser rein und ging verdient in Führung. In der 2. Halbzeit war es dominant, aber der Ausgleichstreffer ist nicht gelungen."

Die mit Spannung erwartete Aufstellung der Gastgeber hielt im Vergleich zum 2:2 gegen Eintracht Frankfurt zwei Änderungen personeller und eine Änderung taktischer Natur bereit. Wooyeong Jeong ersetzte auf dem rechten Flügel den angeschlagenen Roland Sallai, der bereits früh im Spiel gegen die Eintracht umgeknickt war. Der zuletzt verletzte Jonathan Schmid rückte zudem für Lukas Kübler zurück in die Freiburger Startelf. Taktisch kehrte der Sport-Club nach dem 4-4-2 gegen die Eintracht wieder zum 3-4-3 zurück.

Wie erwartet durften bei den Gästen Silas Wamangituka und Nicolas Gonzalez nach verbüßter Gelbsperre wieder von Beginn an ran und auch die gegen Bielefeld geschonten Gonzalo Castro und Daniel Didavi standen in der ersten Elf der Schwaben.

Es sollte bereits das dritte Plichtspiel gegen die Elf aus der Landeshauptstadt in dieser Saison sein. Das erste hatte der Sport-Club mit 3:2 für sich entschieden, während es im Pokal kurz vor Weihnachten eine 0:1-Niederlage gab.

Frühe Tore auf beiden Seiten

Nahtlos war die Hin- in die Rückrunde übergegangen und beide Teams bewiesen vom Start weg, dass dies für eingespielte Mannschaften nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Die Schwaben, zweitbeste Auswärtsmannschaft der Hinrunde, erwischten den besseren Start in die Rückrunde. Der pfeilschnelle Silas Wamangituka entwischte auf dem linken Flügel Jonathan Schmid, drang in den Strafraum ein und fand mit seinem Flachpass in die Mitte Daniel Didavi. Dessen Versuch konnte Florian Müller zwar noch parieren, gegen den Nachschuss von Wamangituka war der Freiburger Keeper aber machtlos (7.). Nach eingehender Abseits-Prüfung durch den VAR zählte der Treffer schließlich.

Doch auch der Sport-Club war nicht schlecht in die Partie gekommen, hatte durch Jeong (12.) eine erste gute Gelegenheit und glich noch in der Anfangsphase aus. Wie so oft in dieser Saison ging dem Treffer eine schöne Kombination über die linke Seite voraus. Der durchgebrochene Christian Günter sah in der Mitte Wooyeong Jeong, dem der Ball vor die Füße von Ermedin Demirovic versprang. Mit einem abgefälschten Schuss aus elf Metern markierte der Stürmer seinen dritten Saisontreffer (14.) und stellte alles wieder auf Anfang.

Wie schon beim 2:2 gegen Frankfurt unter der Woche suchten beide Teams ihr Heil in einer offensiven Ausrichtung um das Aufbauspiel des Gegners im Keim zu ersticken und Fehler zu erzwingen. Eine Taktik die hüben wie drüben immer wieder Früchte trug. Auf Freiburger Seite hatte Wooyeong Jeong nach einem feinen Zuspiel von Ermedin Demirovic die Riesengelegenheit den Sport-Club in Front zu bringen, verstolperte den Ball auf dem Weg zum Tor allerdings (22.). Die Schwaben wiederum hätten nach 20 Minuten fast von einem Fehlpass von Philipp Lienhart profitiert. Nicolas Gonzales zog aus großer Distanz allerdings etwas zu überhastet ab.

Und es sollte weiter munter hin- und hergehen: Erst musste Gregor Kobel musste nach einem Demirovic-Kopfball sein ganzes Können aufbringen (29.), dann Florian Müller einen scharfen Abschluss von Gonzalez parieren (33.).

Der nächste Jubel folgte dann aber wieder auf der Freiburger Ersatzbank und wie schon bei der Chance in der 22. Minute hieß die Kombination Demirovic auf Jeong. Der Bosnier setzte den jungen Südkoreaner herrlich mit der Hacke in Szene, dieser machte es besser als noch einige Minuten zuvor und gewann zuerst den Zweikampf gegen Stenzel und anschließend das Duell mit Kobel. 2:1 – Spiel gedreht und das erste Bundesligator von Wooyeong Jeong.

Mit der Führung im Rücken wurde die Elf aus dem Breisgau in den Minuten vor der Pause die dominantere Mannschaft, hatte weitere Einschussmöglichkeiten (40., 43.) – und musste doch eine Minute vor dem Pausenpfiff noch eine brenzlige Situation überstehen. Janik Haberer hatte Silas Wamangituka im Strafraum gefällt - Elfmeter. Florian Müller im Freiburger Tor ahnte die richtige Ecke und konnte den kraftlos geschossenen Strafstoß von Gonzalez sicher parieren.

Durchatmen, Pausenpfiff, 2:1-Führung für den Sport-Club. In einem Spiel, das von der Intensität und dem Spielverlauf frappierend an das Unentschieden gegen die Hessen unter der Woche erinnerte.

Stuttgart drückt auf den Ausgleich

Florian Müller, Elfmeterheld kurz vor der Pause, stand auch direkt nach Wiederanpfiff im Fokus. Mit einer Weltklasse-Parade gegen Silas verhinderte der Mainzer Leihspieler den Ausgleich (46.). Weitere Möglichkeiten für den VfB, der besser aus der Kabine kam als die Gastgeber, sollten folgen (55., 60.) – auch wenn der Abwehrverbund des Sport-Club die meisten Angriffe im Kollektiv entschärfen konnte.

Während die Elf von Pellegrino Matarazzo den Druck erhöhte, ließ sich der SC im zweiten Durchgang tiefer fallen, lief nicht mehr so hoch an und lauerte auf Kontergelegenheiten, die allerdings zunächst auf sich warten ließen.

Stattdessen musste die SC-Abwehr alle Konzentration und Zweikampfstärke aufbringen um den wütenden Angriffen der Gäste den Zahn zu ziehen. Brenzlig wurde es dennoch in manchen Szenen. Bei einer Aneinanderreihung von guten Stuttgarter Gelegenheiten retteten aber Schlotterbeck (75.), Gulde (78.) und Müller (79.) mit überragenden Reflexen auf oder kurz vor der Linie. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit war es dann der Pfosten, der die Elf von Christian Streich und seinem Trainerteam gleich zweimal vor dem Ausgleich bewahrte.

Es sollte eine Zitterpartie bis in die letzten Sekunden der fünf-minütigen Nachspielzeit bleiben. Am Ende aber stand, begleitet von den Klängen des Badner-Lieds, der zweite Liga-Sieg gegen den VfB Stuttgart in dieser Spielzeit und der erste Heimsieg gegen die Schwaben seit 2013. Mit nun 27 Punkten festigt der Sport-Club den neunten Tabellenplatz.

Am kommenden Sonntag um 18 Uhr ist der Sport-Club auswärts beim VfL Wolfsburg zu Gast.

David Hildebrandt

Fotos: Achim Keller

Stenogramm

SC Freiburg: Müller - Gulde, Lienhart, Schlotterbeck - Schmid (75. Kübler), Höfler, Haberer (60. Keitel), Günter (C) - Jeong (80. Til), Demirovic (80. Petersen), Grifo (60. Höler)

Ersatzbank: Uphoff (Tor), Abrashi, Heintz, Tempelmann

Trainer: Christian Streich

VfB Stuttgart: Kobel - Stenzel (46. Mavropanos) , Anton (84. Klement) , Kempf (C)- Endo , Coulibaly (84.Thommy), Mangala , Wamangituka , Castro (62. Klimowicz) , Didavi (68. Kalajdzic) - Gonzalez

Ersatzbank: Bredlow (Tor), Karazor, Ahamada, Massimo

Trainer: Pellegrino Matarazzo

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg) Zuschauer: -
Tore: 0:1 Silas Wamangituka (7.) , 1:1 Ermedin Demirovic (14.), 2:1 Wooyeong Jeong (37.)
Gelb: Keitel, Schmid / -
 

Die Bilder zum Spiel gegen Stuttgart

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