Keine Punkte trotz starker Schlussphase
Heimniederlage gegen Bayern München
Der Sport-Club unterliegt dem FC Bayern mit 1:3 (0:2). Den einzigen Freiburger Treffer des Tages erzielte Tom Bischof mit einem Eigentor.
Wenn der FC Bayern in den letzten Jahren im Europa-Park Stadion zu Gast war, dann lauteten die Ergebnisse 2:3, 1:2, 2:2 oder 0:1 – und auch an diesem Sonntag sollte es eine enge Partie werden.
Das Freiburger Trainerteam hatte sich im Vergleich zur 0:3-Niederlage bei der AS Monaco in der UEFA Conference League für fünf Wechsel in der Startelf entschieden. Philipp Treu, Philipp Lienhart, Patrick Osterhage, Derry Scherhant und Lucas Höler begannen anstelle von Lukas Kübler, Max Rosenfelder, Yannik Engelhardt, Vincenzo Grifo und Igor Matanovic. Engelhardt hatte es mit einer Beckenprellung gar nicht in den Kader geschafft.
Auch die Gäste mussten auf einige Stammkräfte verzichten, unter anderem auf Manuel Neuer, Aleksandar Pavlovic, Joshua Kimmich, Luiz Diaz – und Cheftrainer Vincent Kompany, der am Freitag im Training zusammengebrochen war.
Sein Stellvertreter Aaron Danks sah gemeinsam mit 34.700 Zuschauer/innen im ausverkauften Europa-Park Stadion zunächst einen verhaltenen Beginn von beiden Mannschaften, ehe die Partie nach 16 Minuten Fahrt aufnahm.
Zunächst musste Mio Backhaus nach einem Ballverlust am eigenen Sechzehner eine gefährliche Hereingabe von Konrad Laimer parieren. Beim darauffolgenden Freiburger Konter wurde ein Schuss von Niklas Beste aus aussichtsreicher Position geblockt. Der direkte Gegenstoß mündete im 0:1. Michael Olise steckte auf den mitgelaufenen Dayot Upamecano durch, der von der Mittellinie aus unbedrängt auf Backhaus zulief und zur Münchner Führung einschob. „Im Idealfall fällt da für dich ein Tor oder es gibt Abstoß. So gehst du ein Risiko ein, gerade, wenn der Gegner diese Qualität hat“, sagte Julian Schuster nach dem Spiel.
Gnabry erhöht vor der Pause
Wie beim letzten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams setzte das Freiburger Trainerteam phasenweise auf eine Manndeckung. Matthias Ginter tauchte bei gegnerischem Ballbesitz teilweise im Münchner Strafraum auf, wenn sich Harry Kane tief die Bälle abholte. Die Gäste wurden vor allem nach Ballverlusten der Breisgauer gefährlich und das meist aus der Distanz.
Bei den Versuchen von Olise (24.) und Nathaniel Brown (34.) von der Sechzehnergrenze war Backhaus auf dem Posten. Auf der Gegenseite wurde Höler in aussichtsreicher Position nach Ablage von Beste von Torschützen Upamecano geblockt (22.), Suzuki verzog zudem aus 25 Metern deutlich (30.).
Als alles bereits nach einer knappen Halbzeitführung der Gäste aussah, drehte der Rekordmeister nochmal auf. Brown und Serge Gnabry spielten sich über links mit einem Doppelpass durch und Gnabry traf aus spitzem Winkel zum 0:2 (42.). Beinahe konnte Höler quasi mit dem Pausenpfiff verkürzen, setzte seinen Heber von der Mittellinie über den weit herausgeeilten Urbig aber etwa einen Meter zu hoch an (45.+3). Es blieb beim 0:2 zur Pause.
Yamamoto feiert Pflichtspieldebüt
Der Sport-Club kam druckvoll aus der Pause, tat sich aber zunächst schwer, zu zwingenden Chancen zu kommen. Nach 57 Minuten brachte Julian Schuster Igor Matanovic und Rihito Yamamoto, der zum ersten Mal bei einem Pflichtspiel für den Sport-Club zum Einsatz kam. Matanovic prüfte Urbig nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung mit einem Flachschuss aus 21 Metern. Auf der Gegenseite hielt Backhaus den Sport-Club gegen den ebenfalls eingewechselten Ismael Saibari (62.) und Brown (69.) im Spiel.
Backhaus zeigte an diesem Abend immer starke Reflexe auf der Linie, parierte unter anderem in der 81. Minute Kanes Versuch aus 14 Metern und den Nachschuss von Saibari vom Elfmeterpunkt. So wurde es noch einmal spannend, denn im direkten Gegenzug setzte sich Makengo auf der linken Seite energisch gegen mehrere Gegenspieler durch und spielte einen scharfen Rückpass, den Tom Bischof ins eigene Tor lenkte (82.).
Mit dem nun noch umso lauteren Publikum im Rücken versuchten die Gastgeber nochmal alles. Erst scheiterte Grifo mit einem Freistoß aus 22 Metern an der Mauer (83.), dann Matanovic und Irié nach Vorlage von Suzuki aus kurzer Distanz an Urbig (86.). Auch weitere Kopfball-Versuche von Matanovic (87.) und zweimal Ginter (89., 90.+1) wollten die Torlinie nicht überqueren. In der fünften Minute der Nachspielzeit eroberte Olise den Ball weit vor dem Freiburger Tor von Backhaus und schob aus 35 Metern zum 1:3-Endstand ein.
„Die Mannschaft hat es geschafft, sich im Spiel zu halten. Am Schluss waren wir sehr nahe dran, das zweite Tor zu machen“, resümierte Julian Schuster auf der Pressekonferenz. „Mir war es wichtig, nach Donnerstag eine Reaktion zu sehen. Die war definitiv da.“ Bereits am Mittwoch geht es für den Sport-Club in der zweiten Runde des DFB-Pokals weiter. Um 18 Uhr ist der VfL Wolfsburg im Europa-Park Stadion zu Gast.
Marius Faller
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Backhaus - Treu, Ginter, Lienhart (76., Rosenfelder), Makengo - Eggestein, Osterhage (57., Yamamoto) - Beste (63., Irié), Suzuki, Scherhant (76., Grifo) - Höler (57., Matanovic) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Günter, Kübler, Goto | |
| Aufstellung FC Bayern München: Urbig - Stanisic (60., Boey), Upamecano, Tah, Brown (73., Davies) - Laimer, Bischof - Olise, Karl, Gnabry (60., Saibari) - Kane | |
| Trainer: Aaron Danks | |
| Bank: Ulreich, Bärtl, Ito, Kiala, Santos Daiber, Binder | |
| Tore: 0:1 Upamecano (16.), 0:2 Gnabry (42.), 1:2 Bischof (82., Eigentor), Olise (90.+5) | |
| Gelbe Karten: Höler, Beste - Tah | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Felix Zwayer | |
| Zuschauer/innen (Fahrradzahl): 34.700 (3.526) |
