Mit Gotos Doppelpack ins Achtelfinale
Der Sport-Club steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. In der zweiten Runde setzte sich der SC in einem engen Spiel mit 3:2 (1:2) gegen den VfL Wolfsburg durch. Für die Freiburger trafen Igor Matanovic und Keisuke Goto mit einem Doppelpack.
Zwei Pokalduelle hatte der Sport-Club in den vergangenen Jahren gegen die Wölfe verloren, in dieser Saison ging die Mannschaft als Favorit ins Spiel, empfing als Dritter der Bundesliga den Vierten der zweiten Bundesliga, und ging ganz spät als Sieger vom Feld.
Die Favoritenrolle nahm der SC in der Anfangsphase an, drückte die Gäste in deren Hälfte und ging früh in Führung. In der sechsten Minute traf Matanovic nach guter Flanke des neu in die Startelf gerückten Christian Günter mit dem Kopf zum 1:0.
Günter war nicht der Einzige, der neu in der Mannschaft war. Das Trainerteam hatte sich für sechs weitere Wechsel entschieden. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit stand Florian Müller im Tor, der in der achten Minute bei Wolfsburgs schneller Antwort auf Freiburgs Führungstreffer machtlos war. Kento Shiogai hatte nach einem langen Ball freie Bahn und traf zum 1:1.
Max Rosenfelder, Cyriaque Irié, Vincenzo Grifo, Matanovic und Yannik Engelhardt, der nach seiner Hüftprellung wieder einsatzbereit war, waren die weiteren Neuen in der Startformation. Jordy Makengo fehlte aufgrund muskulärer Probleme, Derry Scherhant nach einem Schlag auf den Fuß.
Viel Dampf über links, Wolfsburg stabil
Nach den beiden frühen Toren hatte Wolfsburg besser ins Spiel gefunden, tat sich aber mit der linken Seite des SC schwer. Zwischen Günter und Grifo herrschte das bekannte blinde Verständnis. "Unsere alte, traditionell gute linke Schiene hat sich gut durchkombiniert", sagte Schuster später. Die Mehrzahl der Angriffe lief über den „linken Anker“ und der Sport-Club blieb die spielbestimmende Mannschaft, wenn auch ohne viele Torchancen.
Die Gäste versteckten sich nicht und sie hatten ihre Momente, wie den Freistoß aus zentraler Position und 20 Metern von Sael Kumbedi in der 33. Minute, der zwei Meter über die Latte flog. Ihre Hauptarbeit blieb aber die Defensivarbeit. Die Freiburger Abwehrreihe musste nach 38 Minuten verändert werden. Philipp Treu wurde in einem Zweikampf unglücklich getroffen und verließ den Platz humpelnd. Für ihn kam Lukas Kübler ins Spiel und zu seinem 250. Pflichtspieleinsatz für den SC.
Nach Standard in Rückstand
Der Zweitligist war mittlerweile gut im Spiel, gestaltete die Partie ausgeglichen und ging nach einem ruhenden Ball sogar in Führung. Nach dem Eckball kam Shiogai freistehend zum Kopfball – 1:2 in der 43. Minute. Beim SC hingegen war der Spielfluss verloren gegangen. "Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, die Gegentore fallen dann aber zu einfach und so gehen wir nach drei Niederlagen in Folge mit einem Rückstand in die Pause. Aber wir hatten den Glauben an uns und die Disziplin", fasste Schuster den ersten Durchgang zusammen und sah, wie sein Team nach dem Seitenwechsel alles gab, um das Spiel noch zu drehen.
Nach Wiederanpfiff bemühte sich der Sport-Club, das Spiel auf die gegnerische Hälfte zu fokussieren. Wolfsburg stand tief, kam kaum mehr aus der eigenen Hälfte heraus. Das Powerplay wurde mit einem Elfmeterpfiff nach Handspiel im Wölfe-Strafraum belohnt. Die Freude währte aber nur kurz, weil Schiedsrichter Sören Storks seine Entscheidung nach Ansicht der Video-Bilder zurücknahm (55.).
Auch Günters Tor zum vermeintlichen Ausgleich drei Minuten später wurde zurückgenommen, weil Matanovic bei seinem Schuss, den Wölfe-Torwart Timon Wellenreuther vor die Füße Günters pariert hatte, im Abseits stand. Die Stimmung auf dem Platz und den Rängen war zu diesem Zeitpunkt des Duells aufgeheizt. Dann verpasste Matanovic das Tor nach einer Ecke und einer Flanke Grifos zweimal nur knapp. Der SC war dem Ausgleich nahe.
Goto wird zum Matchwinner
Der VfL tat nichts anderes mehr, als das eigene Tor zu verteidigen, und war in der 75. Minute zum zweiten Mal geschlagen. Grifos Ecke fand den Kopf des eingewechselten Keisuke Goto und der Ball von dort den Weg ins Tor. Der Ausgleich gab den Gastgebern Rückenwind für die Schlussphase der regulären Spielzeit. Der Ballbesitz lag bei knapp über 60 Prozent, Wolfsburg verteidigte zu elft.
Die Belohnung für den hohen Aufwand und Kampf in der zweiten Halbzeit gab es in der Nachspielzeit. Es war eine Ko-Produktion zweier Joker. Aus der eigenen Hälfte behielt Philipp Lienhart die Übersicht und spielte einen langen, perfekt getimten Ball auf Goto, der in die gegnerische Hälfte gestartet war. Der Japaner war dort allein auf weiter Flur und überlupfte Wolfsburgs herauseilenden Keeper zum 3:2. Ein japanischer Doppelpack ins Achtelfinale. "Heute hat sich wieder gezeigt, dass unsere Einwechselspieler immer bereit sind. Kübi war da, Keisuke war da, und ich freue mich sehr, dass wir dieses Spiel noch auf unsere Seite gedreht haben", sagte Schuster.
Isabel Betz
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Müller - Treu (39. Kübler), Rosenfelder (67. Lienhart), Ginter, Günter - Eggestein, Engelhardt - Irié (85. Beste), Suzuki (67. Goto), Grifo - Matanovic | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Backhaus, Lienhart, Jung, Osterhage, Höler, Kübler, Beste, Yamamoto, Goto | |
| Aufstellung VfL Wolfsburg: Wellenreuther - Kumbedi, Wahl, Cleiton, Maehle - Souza, Arnold (80. Gerhardt)- Bernhardsson (63. Reese), Damar, Rexhbecaj (80. Dardai) - Shiogai (68. Besio) | |
| Trainer: Tobias Strobl | |
| Bank: Zielinski, Fischer, Adjetey, Angely, Dardai, Gerhardt, Reese, Glatzel, Besio | |
| Tore: 1:0 Matanovic (6.), 1:1 Shiogai (8.), 1:2 Shiogai (43.), 2:2 Goto (75.), 3:2 Goto (90.+2) | |
| Gelbe Karten: Suzuki, Eggestein - Kumbedi, Bernhardsson | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Sören Storks | |
| Zuschauer/innen: 32.000 |
