Gelungener Auftakt in die Ligaphase
Conference League: SC schlägt Jablonec
Im ersten Spiel der diesjährigen Conference-League-Ligaphase hat sich der SC Freiburg mit 3:2 (1:1) gegen den FK Jablonec durchgesetzt. Für den Sport-Club trafen Vincenzo Grifo und Maximilian Eggestein. Das zwischenzeitliche 2:1 fiel durch ein Eigentor.
Auf Julian Schuster wartete am Donnerstagabend nicht nur ein Jubiläum, sondern auch eine Premiere: Das 100. Pflichtspiel des 41-Jährigen als SC-Trainer war zugleich die erste Begegnung der Vereinsgeschichte in der Conference-League-Ligaphase. In dieser sah sich der Sport-Club mit dem FK Jablonec aus Tschechien konfrontiert, der die Partie vorallem aufgrund seiner Effizienz bis in die Schlussminuten spannend hielt. „Es passt nicht ganz, dass wir bei der Zahl an gegnerischen Torchancen zwei Gegentreffer kassieren. Gleichzeitig müssen wir das ein oder andere Tor mehr erzielen. Aber unter dem Strich bin ich sehr froh, dass wir mit einem Heimsieg gestartet sind“, stellte Schuster im Anschluss an den Auftaktsieg fest.
Angesichts des eng getakteten Terminplans im Oktober mit sieben Spielen binnen 20 Tagen wechselte das Freiburger Trainerteam nach dem 2:1-Erfolg gegen den FC Schalke 04 auf gleich sieben Positionen: Lucas Höler, Patrick Osterhage, Lukas Kübler, Max Rosenfelder, Christian Günter, Vincenzo Grifo und Cyriaque Irié ersetzten Igor Matanovic, Yannik Engelhardt, Philipp Treu, Philipp Lienhart, Jordy Makengo sowie die angeschlagenen Derry Scherhant und Niklas Beste.
Starker Start trotz Rotation
Auf eine stimmungsvolle Choreographie der organisierten Fanszene, die sich über die gesamte Südtribüne erstreckte, folgte der erste Anpfiff der Ligaphase und kurz darauf eine gefährliche Torannäherung von Irié. Der Rechtsaußen zog in der siebten Minute von seiner Seite ins Zentrum und touchierte das Aluminium des Kastens von Jablonec-Urgestein Jan Hanus mit einem sehenswerten Schlenzer aus 17 Metern. Noch etwas knapper wurde es bei Küblers Kopfball wenige Zeigerumdrehungen später. Dieses Mal rettete die Latte den Fünften der tschechischen Chance Liga vor dem Rückstand (11.).
Nach einer knappen Viertelstunde ließ sich festhalten: Die neu formierte Freiburger Mannschaft hatte Spiel und Gegner im Griff – und belohnte sich schließlich mit dem Führungstreffer für den dominanten Auftakt. Rosenfelders Sololauf über zwei Drittel des Spielfelds konnte die Hintermannschaft der Gäste nur mit einem Foul kurz vor dem Strafraum unterbinden, den fälligen Freistoß jagte Grifo aus 16 Metern herrlich an der Mauer vorbei ins linke obere Eck (15.).
Im Anschluss an das 1:0 nahmen die Breisgauer das Tempo aus der Begegnung, was ihren Cheftrainer an der Seitenlinie sichtlich ärgerte, und im Ausgleich münden sollte. „Nach der Führung gab es eine Phase, in der es mir gegen den Ball ein Tick zu wenig war“, bestätigte Schuster nach Spielende. Zwar bot sich Kübler aus aussichtsreicher Position die Gelegenheit, per Kopf das 2:0 zu erzielen, im direkten Gegenzug jubelten aber die Nordtschechen. Antonin Ruseks Abschluss vom Elfmeterpunkt landete unhaltbar abgefälscht für Mio Backhaus in den Maschen (28.).
Es dauerte einige Minuten bis der Sport-Club die richtige Antwort auf den Gegentreffer gefunden hatte und wieder gefährlich ins letzte Drittel des Gegners vordringen konnte. Da weder Grifo und Irié (36., 37.) noch Höler (39.) mit ihren Versuchen erfolgreich waren, ging es mit 1:1 in die Pause.
Torjubel nach langem Check
Nach Wiederanpfiff sahen die 28.100 Zuschauer im Europa-Park Stadion Einbahnstraßenfußball in Richtung des tschechischen Tores und einen satten Distanzschuss von Maximilian Eggestein, den Hanus ins Toraus ablenkte. Aus der daraus resultierenden Ecke entstand eine knifflige Situation für den Unparteiischen. Im Gewühl hatte Dusan Pavlovic den Ball über die eigene Linie gelenkt. Da es aber gleich mehrere enge Zweikämpfe im Fünfer zu bewerten galt, dauerte es einige Minuten, bis Edgars Malcevs das 2:1 zur Erleichterung des Heimpublikums für gültig erklärte (56.).
Hatte Eggestein den zweiten Treffer mit seinem Versuch aus der Distanz noch indirekt mit eingeleitet, durfte sich der zentrale Mittelfeldspieler neun Minuten später selbst in die Torschützenliste eintragen. Wieder drückte der Dauerläufer im Freiburger Kader aus dem Rückraum ab, dieses Mal bot sich Hanus keine Chance zu klären (65.).
Auch nach dem 3:1 blieb der Sport-Club aufmerksam, setzte die weitgereisten Gäste hoch unter Druck und erzwang immer wieder Fehler im Spielaufbau. Dennoch wurde es in den Schlussminuten nochmal spannend. Wie im ersten Durchgang zeigten sich die Tschechen enorm effizient und erzielten in Person von Garang Kuol in der dritten Minute der Nachspielzeit mit dem zweiten Schuss auf das Tor von Backhaus den zweiten Treffer. Da die Breisgauer die verbliebenen 120 Sekunden schadlos überstanden, durfte kurz darauf über den Dreier bei Schusters Premieren-Jubiläum gejubelt werden.
Am Sonntag um 15:30 Uhr steht für den Sport-Club bei Bayer Leverkusen die nächste Hürde in der Bundesliga auf dem Programm, bevor am Donnerstag um 21 Uhr direkt das nächste Spiel in der Conference League bei der AS Monaco wartet.
David Hildebrandt
Foto: SC Freiburg
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Backhaus - Kübler (84., Treu), Ginter, Rosenfelder (71., Lienhart), Günter (59., Makengo) - Irié (71., Goto), Eggestein, Osterhage, Grifo - Suzuki, Höler (59., Matanovic) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Huth, Jung, Engelhardt, Yamamoto, Zelic | |
| Aufstellung FK Jablonec: Hanus - Cedidla, Tekijaski, Pavlovic, Sláma - Tchanturishvili, Sedlácek (76., Soucek), Okeke (66., Nebyla), Alioum (66., Kuol), Polidar - Rúsek (76., Holly) | |
| Trainer: Lubos Kobel | |
| Bank: Mihelak, Zorvan, Nykrín, Chramosta, Maly, Novák | |
| Tore: 1:0 Grifo (15.), 1:1 Rusek (28.), 2:1 Pavlovic (56., ET), 3:1 Eggestein (65.), 3:2 Kuol (90.+3) | |
| Gelbe Karten: Osterhage - Tekijaski, Okeke, Holly | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Edgars Malcevs | |
| Zuschauer/innen: 28.100 |
