Erste Saisonniederlage in Leverkusen
Zum ersten Mal in dieser Spielzeit musste der Sport-Club den Platz als Verlierer verlassen. Bei Bayer 04 Leverkusen unterlag der SC mit 1:2 (1:1). Derry Scherhant hatte die Freiburger Führung in der ersten Hälfte erzielt.
Auf einer Position musste das Trainerteam die bewährte Startformation der vergangenen Bundesliga-Spieltage ändern. Anstelle des gesperrten Yuito Suzuki begann Keisuke Goto, sein erster Startelfeinsatz beim SC. Niklas Beste und Derry Scherhant, die gegen Jablonec in der Conference League angeschlagen gefehlt hatten, waren wieder fit.
Der letzte Sieg in Leverkusen lag vier Jahre zurück. In dieser Saison reiste die Mannschaft ungeschlagen zur Werkself, die allerdings in ihren letzten beiden Pflichtspielen je vier Tore erzielt hatte. Beide Trainer waren vor der Partie voller Lob füreinander. Leverkusen spiele mit Herz und Leidenschaft, sagte Julian Schuster. „Ein Team in toller Verfassung, das weiß, was es will“, lobte Bayer-Coach Carles Martinez.
Führung nach Spielunterbrechung
Es war ein Duell zweier starker Offensiven – an diesem Nachmittag sollte Leverkusen die effektivere haben. Zunächst musste die Partie nach zwei Minuten aber aufgrund von fliegenden Tennisbällen aus dem Freiburger Fanblock unterbrochen werden. Schuster war verärgert und versuchte die Fans davon zu überzeugen, solche Aktionen zu unterlassen.
Auf die ersten Torchancen mussten die Zuschauenden trotz der guten Offensiven bis zur 14. Minute warten. Dann ging der Sport-Club in Führung. Philipp Treu eröffnete den feinen Spielzug, bekam den Ball von Beste wieder und legte im Strafraum zu Scherhant ab, der freistehend zum 1:0 traf.
Der SC traf mit seiner ersten Möglichkeit und auch Bayer nutzte die erste Chance zum Torerfolg und Ausgleich (19.). Nach einem langen Ball in die SC-Hälfte und einem Missverständnis zwischen Matthias Ginter und Jordy Makengo spielten die Leverkusener den Angriff mit Direktpassspiel, Ibrahim Maza vollendete zum 1:1. Wie das Ergebnis war auch das Spiel zu diesem Zeitpunkt ausgeglichen, wobei die Heimmannschaft versuchte, den Druck nach dem Ausgleich hochzuhalten.
Der SC fand aber schnell wieder in seine Ordnung, die Offensiven beider Teams kamen kaum zur Geltung. Das lag auch daran, dass beide Mannschaften gut verteidigten.
Großchance für Schick
Ohne personelle Wechsel, mit intensiven Zweikämpfen und einer Torchance für die Gastgeber startete der zweite Durchgang. Facundo Medina bekam eine Schusschance aus der zweiten Reihe, die am Tor vorbeiging. Beim SC war es Eggestein, der aus der Distanz aufs Tor hielt, aber auch erfolglos blieb (54.).
Glücklicherweise verpasste auch Patrik Schick in der 59. Minute den Torerfolg. Aus elf Metern verzog der Stürmer, der in den bisherigen fünf Bundesligaspielen mit einem Treffer erfolgreich war, um Zentimeter.
Auch nach der Pause blieb das Duell ausgeglichen, keines der beiden Teams konnte sich in der gegnerischen Hälfte festsetzen. Bis Torschütze Maza den Ball in der 76. Minute an der Torauslinie gegen drei Freiburger behauptete, dann Schick bediente, der es sich nicht entgehen ließ, auch im sechsten Ligaspiel hintereinander ein Tor zu erzielen. Rückstand für den Sport-Club.
Backhaus stark
Beim SC kamen Cyriaque Irié und Patrick Osterhage, Irié traute sich zwei Minuten nach seiner Einwechslung eine gute Einzelaktion zu. Sein Schuss flog aber einige Meter am Tor vorbei. Auf der Gegenseite entschärfte Backhaus mit starker Parade Mazas Schuss aus zwölf Metern. Leverkusen hatte sich in der zweiten Halbzeit etwas Oberwasser erarbeitet. „Wir hatten das Spiel ganz gut unter Kontrolle, aber in der zweiten Hälfte hat uns ein Quäntchen gefehlt“, sagte Beste nach Abpfiff, der von der Bank aus in der Schlussminute noch Lucas Hölers Großchance sah.
Ginter hatte sich auf der rechten Seite in der Offensive eingeschaltet, bediente den eingelaufenen Höler mit seiner guten Flanke, dessen Kopfball knapp am Pfosten vorbeiflog. Es war die letzte Aktion der Partie. „Hier einen Punkt mitzunehmen, wäre in Ordnung gewesen. Wir müssen das Spiel nicht verlieren, aber beide Gegentore müssen so nicht passieren und sind ärgerlich. Die Mannschaft ist vor allem in der ersten Halbzeit toll aufgetreten. Es waren Kleinigkeiten, die heute entschieden haben“, ordnete Schuster ein.
Isabel Betz
Foto: DeFodi Images
Stenogramm
| Aufstellung Bayer 04 Leverkusen: Flekken - Quansah, Tapsoba, Medina, Gutierrez - Garcia, Fernandez - Diaby (73. Tillmann), Maza, Moreira (59. Tella) - Schick | |
| Trainer: Carles Martinez | |
| Bank: Blaswich, Badé, Oermann; Vasquez, Hofmann, Andrich, Tillmann, Boniface, Tella, Martinez | |
| Aufstellung SC Freiburg: Backhaus - Treu (64. Kübler), Ginter, Lienhart, Makengo - Eggestein, Engelhardt (77. Osterhage) - Beste (77. Irié), Scherhant (88. Grifo) - Goto (64. Höler), Matanovic | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Osterhage, Höler, Kübler, Rosenfelder, Günter, Grifo, Irié, Yamamoto | |
| Tore: 1:0 Scherhant (14.), 1:1 Maza (19.), 2:1 Schick (76.) | |
| Gelbe Karten: - Treu | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Florian Badstübner | |
| Zuschauer/innen: 30.210 |
