Verdienter Heimsieg gegen Tel Aviv
Der SC Freiburg hat am siebten Spieltag der Ligaphase in der UEFA Europa League gegen Maccabi Tel Aviv mit 1:0 (0:0) gewonnen. Das entscheidende Tor erzielte Igor Matanović (82.).
Das letzte Heimspiel in der Europa-League-Ligaphase war ein Spiel unter ungewohnten Rahmenbedingungen. Besondere Sicherheitsvorkehrungen angesichts der politischen Situation in Nahost begleiteten die Partie gegen Maccabi Tel Aviv. Für den Sport-Club war die Begegnung mit dem Club aus der Freiburger Partnerstadt zugleich das erste Pflichtspiel gegen einen israelischen Verein.
Besonders machte die Begegnung aber auch, dass sie dem Sport-Club die Chance bot, in der Ligaphase einen vorentscheidenden Schritt zu gehen, um sich einen der ersten acht Plätze und den direkten Einzug ins Achtelfinale zu sichern. Dies gelang der Mannschaft nach einer dominant geführten und verdient gewonnenen Begegnung mit dem vierten Heimsieg im vierten Europa-League-Heimspiel. Vor dem letzten Spieltag, an dem die endgültigen Entscheidungen fallen, steht der SC Freiburg nun in der Tabelle mit 17 Punkten auf dem dritten Platz.
„Es waren keine einfachen Voraussetzungen, auch im Hinblick auf die Rahmenbedingungen und die sportliche Erwartungshaltung. Das hat man der Mannschaft aber zu keiner Zeit angemerkt“, sagte Julian Schuster. „Wir haben etwas gebraucht, der Gegner stand sehr kompakt. Auf Sieg spielen hieß heute nicht, nur nach vorne zu spielen, sondern mit Disziplin auf Sieg zu spielen“, so der SC-Trainer. „Trotzdem haben wir in der zweiten Halbzeit mit jeder Minute den Druck erhöht und hochverdient das Tor gemacht.“
Rotation im halben Dutzend
Gegenüber dem Remis im Bundesligaspiel beim FC Augsburg am vergangenen Sonntag lief der Sport-Club international mit sechs Veränderungen in der Startelf auf. In der Viererkette starteten Max Rosenfelder und Christan Günter anstelle von Bruno Ogbus und Jordy Makengo. Im zentralen Mittelfeld begann Patrick Osterhage für Johan Manzambi, und die Offensive war diesmal von Beginn an mit Niklas Beste, Yuito Suzuki und Derry Scherhant besetzt. Das Trio war in Augsburg in der zweiten Halbzeit zusammen eingewechselt worden und hatte wesentlich dazu beigetragen, dass der Sport-Club den Zwei-Tore-Rückstand noch ausglich.
Keinen Punkt in der heimischen Liga hatte am vergangenen Wochenende Maccabi Tel Aviv verbucht. Nach dem 1:4 bei Maccabi Haifa ließ Gästetrainer Zarko Lazetić sein Team im Europa-Park Stadion auf gleich neun Positionen verändert antreten. Der Homogenität der Gäste, die immer wieder auch ihre spielerischen Qualitäten zeigten, schadete dies jedoch nicht.
Trotzdem war es der Sport-Club, der die Partie bestimmte und durch einen Flachschuss von Scherhant (11.) zum ersten Abschluss kam. Ein Abspielfehler von Maccabi-Torwart Roy Mishpati leitete die nächste Möglichkeit ein. Igor Matanović (19.) war aber zu überrascht, um den Ball von der Strafraumgrenze aus noch Richtung Tor zu befördern.
Sport-Club bestimmt torlose erste Halbzeit
Viel Ballbesitz, aber noch wenige zwingende Chancen hatten sich die Gastgeber Mitte der ersten Hälfte erarbeitet. Nach einer Ecke kam Maximilian Eggestein per Kopf zur nächsten Gelegenheit. Eine mutige Direktabnahme von Suzuki (34.) nach einem Freistoß von Scherhant ging über das Tor. Auch die bis dahin beste Chance leitete Scherhant ein. Nach seiner Flanke scheiterte Matanović (37.) aus kurzer Distanz an Torwart Mishpati.
Die meistens in der Defensive gebundenen Gäste kamen nur selten zu eigenen Angriffen. Auch weil der Sport-Club aufmerksam verteidigte und praktisch keine Gefahrenmomente vor dem eigenen Tor zuließ. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte war dann allerdings nach einer Ecke doch noch einmal Noah Atubolu gefordert. Said Abu Farchi war zum Kopfball hochgestiegen, doch der SC-Torwart wehrte stark ab (45.+2).
Gute Chancen nach dem Seitenwechsel
Nach dem Wiederanpfiff startete der Sport-Club druckvoll. Eine flache Hereingabe von Suzuki an Torwart Mishpati vorbei fand aber keinen Abnehmer. Schließlich war es einmal mehr ein Eckball, der die nächste große Chance zur Führung einleitete. Nach der Hereingabe von Scherhant wehrte Mishpati zunächst mit einem Reflex einen Kopfball von Matthias Ginter ab. Den Nachschuss setzte Matanović an die Latte, mit dem erneuten Nachschuss verfehlte Suzuki das Tor knapp (56.). Kurz darauf strich auch ein Distanzschuss von Scherhant knapp am langen Pfosten vorbei.
Trotz des deutlich erhöhten Freiburger Drucks hielten die als Vorletzter in der Europa-League-Tabelle angereisten Gäste weiter mit großem Einsatz dagegen. Was auch für Torwart Mishpati galt, der nach einem Doppelpass zwischen Scherhant und Matanović gegen Ersteren erneut stark parierte (68.). Ebenso wie einen weiteren Schuss von Scherhant aus der Distanz (76.). Eine Flanke von Christian Günter verpasste wiederum Matanović wenig später nur knapp.
Matanović entscheidet Partie per Kopf
Mit einem Dreifachwechsel leitete Trainer Schuster die Schlussphase ein. Vinzenzo Grifo, Cyriaque Irié und Johan Manzambi kamen ins Spiel. Und tatsächlich fiel nur drei Minuten später der hochverdiente Freiburger Führungstreffer. Eine Flanke von Günter köpfte Matanović (82.) platziert in den linken Winkel – und feierte damit auch seine SC-Torpremiere in der Europa League. Zur Restspielzeit gesellten sich am Ende auch acht Nachspielminuten, in denen Grifo (90.+5) noch eine gute Chance für den in der Europa League weiterhin ungeschlagenen SC ungenutzt ließ.
„Er hat immer wieder diesen Riecher“, sagte Julian Schuster nach der Partie über seinen Siegtorschützen Igor Matanović. „Aber es ist genauso bemerkenswert, wie er auf dem Platz arbeitet.“ Zum Abschluss der Englischen Woche tritt der Sport-Club erneut im Europa-Park Stadion an. Am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) ist zum ersten Heimspiel in der Bundesliga-Rückrunde der 1. FC Köln zu Gast. In der Europa League beendet der SC die Ligaphase in einer Woche (Donnerstag, 29. Januar, 21 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim OSC Lille.
Dirk Rohde
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| SC Freiburg: Atubolu – Treu, Ginter, Rosenfelder, Günter – Eggestein, Osterhage – Beste (79. Irié), Suzuki (79. Manzambi), Scherhant (79. Grifo) – Matanović (90. Höler) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller (Tor), Huth (Tor), Jung, Kübler, Adamu, Höfler, Makengo, Ogbus | |
| Maccabi Tel Aviv: Mishpati – Ben Hamo, Shlomo, Heitor, Revivo – Ben Harosh, Lederman (78. Sissokho), Peretz (63. Andrade) – Noy (88. Shahar), Abu Farchi (63. Malede), Jehezkel (63. Hélio Varela) | |
| Trainer: Zarko Lazetic | |
| Bank: Gerafi (Tor), Melika (Tor), Malede, Weinberg, Magor, Zafrani, Asres, Ben Simon | |
| Tore: 1:0 Matanović (82.) | |
| Gelbe Karten: – Lederman, Jehezkel, Andrade | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Mohammed Al-Hakim (Schweden) | |
| Zuschauer/innen: 27.600 |

