Torreiches Remis gegen Bayer
Der SC Freiburg und Bayer 04 Leverkusen haben sich am 25. Spieltag mit 3:3 (2:2) getrennt. Für den SC trafen Vincenzo Grifo, Yuito Suzuki und Matthias Ginter.
Einen Sieg der Heimelf bekamen die 34.100 Zuschauerinnen und Zuschauer im Europa-Park Stadion am Samstagnachmittag zwar nicht zu sehen, dafür aber sechs Tore, eine dramatische Schlussphase mitsamt spätem Ausgleichstreffer und einen mitreißenden Auftritt der Breisgauer.
„Ich glaube es hat heute keiner im Stadion bereut, hier gewesen zu sein. Es wäre deplatziert viel zu kritisieren“, stellte auch Julian Schuster nach Spielende fest. „Wie wir es kollektiv geschafft haben, von hinten nach vorne durchzuspielen – gerade beim zweiten Tor – ist toll. Es war wichtig, immer wieder zurückzukommen und die Intensität hochzuhalten. Die Leistung heute stimmt uns sehr zuversichtlich für die kommenden Aufgaben.“
Je zwei Wechsel in der Startelf
Beim Sport-Club kehrten Niklas Beste und Johan Manzambi nach abgesessenen Sperren in die Startelf zurück und ersetzten Patrick Osterhage und Lucas Höler.
Bei den Gästen aus Leverkusen, die unter der Woche zum Nachholspiel beim Hamburger SV zu Gast waren, entschied sich Trainer Kasper Hjulmand ebenfalls zu zwei Wechseln in der Anfangsformation. Montrell Culbreath und Exequiel Palacios nahmen zunächst auf der Bank Platz, an ihrer Stelle begannen Ezequiel Fernández und Ernest Poku.
Starker Beginn
Der SC startete bei herrlich frühlingshaften Bedingungen mit mutigem Offensivpressing in die Partie gegen die Werkself, die ihrerseits nach fünf Minuten die erste gute Gelegenheit des Spiels hatte. Ein Ballverlust von Beste am eigenen Sechzehner brachte Martin Terrier in Position, dessen flacher Abschluss aus 17 Metern knapp am Pfosten vorbeizischte.
Noch ein bisschen enger wurde es kurz darauf auf der Gegenseite. Igor Matanovic und Manzambi setzten sich auf links durch und brachten Yuito Suzuki ins Spiel, dessen Hereingabe von der Grundlinie bei Beste landete, der das Tor unter starker Bedrängnis um Zentimeter verfehlte.
Wie gut der SC in der Begegnung war, zeigte sich auch nach einer knappen Viertelstunde, als Beste am rechten Strafraumrand Grimaldo aussteigen ließ und mit viel Übersicht in den Fünfer zu Grifo legte. Dass dieser das Spielgerät aus wenigen Metern nicht im Tor unterbrachte, lag lediglich am langen Bein von Andrich, das den Ball bei Bestes Zuspiel noch tückisch für den Deutsch-Italiener abfälschte.
Angetrieben von den Fans im Europa-Park Stadion, die jede gelungene Aktion mit Szenenapplaus bedachten, hielten die Breisgauer den Druck aufrecht, kombinierten sich sehenswert bis ins letzte Drittel und erarbeiteten sich bis Mitte des ersten Durchgangs weitere Torgelegenheiten.
Tore fast im Minutentakt
Der Lohn für den hohen Aufwand folgte in der 34. Minute. Tief in der eigenen Hälfte spielte sich der Sport-Club über wenige Stationen bis an den linken Strafraumrand. Dort legte Günter mit viel Gefühl ins Zentrum, wo Grifo Bayer-Keeper Blaswich mit einer Bogenlampe überwand und mit seinem 105. Pflichtspieltreffer für den SC mit Rekordtorschütze Nils Petersen gleichzog.
Die Freude über den Jubiläumstreffer war kaum verebbt, da hatten die Gäste schon ausgeglichen. Christian Kofane hatte viel Platz, nahm aus 16 Metern zentral vor dem Kasten von Atubolu Maß und setzte das Kunstleder platziert ins Eck (37.).
Drei Minuten lagen zwischen dem 1:0 und dem 1:1, weitere sechs sollten vergehen, bis der SC wieder in Führung ging. Beste schickte Philipp Treu auf rechts in die Tiefe, dessen flache Hereingabe an den Elfmeterpunkt Igor Matanovic clever für Suzuki passieren ließ. Der Japaner bedankte sich mit einem präzisen Abschluss und jagte die Kugel ins Netz (43.). Beinahe hätte Suzuki sogar noch vor der Pause nachgelegt, Blaswich bekam gegen den Distanzschuss des Sommerneuzugangs aber grade noch so die Fäuste an den Ball.
Stattdessen glich Bayer nur fünf Zeigerumdrehungen nach dem 2:1 abermals aus. Standardspezialist Alejandro Grimaldo setzte einen Freistoß aus 16 Metern über die Mauer zum 2:2-Halbzeitstand in die Maschen (45.+3).
Früher Gegentreffer nach Wiederanpfiff
Auch nach Wiederanpfiff dauerte es lediglich sieben Minuten bis zum nächsten Treffer. Statt des Sport-Club lag nun aber zum ersten Mal an diesem Nachmittag die Werkself in Führung: Martin Terrier vollendete einen lehrbuchmäßigen Konter mit einem satten Abschluss aus halblinker Position (52.).
Zwar zeigte sich der SC vom dritten Gegentreffer alles andere als geschockt, gegen nun tiefer stehende Gäste blieb der direkte Gegenschlag aber aus – auch, weil Manzambi den Kasten von Blaswich nach schönem Dribbling von der Strafraumkante aus nur knapp verfehlte (62.).
Generell nahm die Torchancendichte mit zunehmender Spieldauer ab. Die Elf des Freiburger Trainerteams fand auch weiterhin regelmäßig den Weg vor den Strafraum, prallte dort aber ein ums andere Mal an der kompakten Defensive der Leverkusener ab.
Ginter zum Endstand
Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit bot sich den aufopferungsvoll kämpfenden Freiburgern dann aber doch noch einmal die Lücke: Scherhant setzt sich auf der linken Außenbahn durch und flankte an die Fünferlinie, wo der eingelaufene Matthias Ginter mit dem Kopf zum Ausgleich traf und das Stadion zum Explodieren brachte (86.).
Der Innenverteidiger sollte es auch sein, der seine Farben in den hitzigen Schlussminuten vermeintlich erneut in Front brachte. Blaswich konnte Eggesteins Dropkick nur zur Seite abwehren, Ginter versenkte den Abpraller im Fallen, stand dabei jedoch knapp im Abseits (90.). Es blieb beim 3:3, für das sich die Mannschaft nach Spielende zurecht vom Heimanhang feiern ließ.
Weiter geht es für den Sport-Club am Donnerstag mit dem Hinspiel des Europa-League-Achtelfinals beim KRC Genk (21 Uhr).
David Hildebrandt
Foto: SC Freiburg
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Treu, Ginter, Ogbus, Günter (63., Makengo) - Beste (75., Irié), Manzambi (75., Höler), Eggestein, Grifo (63., Scherhant) - Suzuki, Matanovic | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Lienhart, Jung, Osterhage, Höfler | |
| Aufstellung Bayer 04 Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Tapsoba, Grimaldo - Poku (83., Oermann), Fernandez (83., Palacios), Aleix Garcia, Maza (66., M. Tillman) - Terrier (75., Culbreath), Kofane | |
| Trainer: Kasper Hjulmand | |
| Bank: Lomb, Omlin, Tape, Chigozie, Hofmann | |
| Tore: 1:0 Grifo (34.), 1:1 Kofane (37.), 2:1 Suzuki (43.), 2:2 Grimaldo (45.+3), 2:3 Terrier (52.), 3:3 Ginter (86.) | |
| Gelbe Karten: Scherhant, Irié, Günter - Grimaldo, Quansah, Andrich | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Benjamin Brand | |
| Zuschauer/innen (Fahrradzahl): 34.100 (5.093) |
