Sieg gegen Hamburg zum Jahresbeginn
Der Sport-Club ist mit einem Heimsieg ins neue Jahr gestartet. Gegen den Hamburger SV sicherte sich der SC ein 2:1 (0:0) nach Rückstand und Toren von Vincenzo Grifo und Igor Matanovic.
Der Sport-Club begann mit Vincenco Grifo und Philipp Lienhart. Beide standen beim letzten Pflichtspiel in Wolfsburg nicht in der Startelf. Das Spiel gegen die aus ihrem Winterwunderland angereisten Hamburger erlebte einen verhaltenen Beginn – die Gäste, die noch ohne Sieg auf fremden Plätzen seit ihrer Bundesligarückkehr sind, suchten ihr Glück in der Anfangsphase mit frühem Pressing. Der SC reagierte geduldig und kam nach zehn Minuten zur ersten guten Tormöglichkeit, als Lukas Kübler aus spitzem Winkel abzog und die Latte traf.
Maximilian Eggestein, der zum 300. Mal in der Bundesliga auf dem Platz stand, bekam nach einem Freistoß von Vincenzo Grifo eine gute Kopfballchance (13.), zwei Minuten später zog Yuito Suzuki flach aus der zweiten Reihe ab. Ein klares Chancenplus auf Seiten der Gastgeber nach einer Viertelstunde und nach der offensiven Ausrichtung des HSV in den Anfangsminuten hatte der SC nun auch deutlich mehr Spielanteile.
"Mit der ersten halben Stunde bin ich sehr zufrieden. Wir haben uns drei gute Möglichkeiten erspielt. Es hätte uns geholfen, wenn wir uns da belohnt hätten", sagte Julian Schuster später.
Powerplay HSV
Lucas Höler scheiterte nach gelungenem Direktpassspiel von Matthias Ginter und Philipp Treu in der 20. Minute an HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes und drei Minuten später ein weiteres Mal, als Hamburgs Nummer eins den Ball von der Linie kratzte. Der SC war überlegen, hatte nach einer halben Stunde knapp 70 Prozent Ballbesitz, geriet in der Schlussphase der ersten Halbzeit aber doch noch in Bedrängnis, der HSV startete ein Powerplay.
Nach Lienharts Ballverlust auf der linken Außenseite, schalteten die Gäste schnell um, Damion Downs hatte im Strafraum Platz, musste sich aber Noah Atubolu geschlagen geben, der der Sieger in diesem Eins-gegen-Eins blieb (38.). Eine weitere Konterchance der Hamburger, die in dieser Schlussphase der ersten Halbzeit zurückkamen, vergab Nicolai Remberg mit seinem Schuss ans Außennetz. Den Freistoß von Fabio Vieria lenkte Atubolu um den Pfosten (44.). „Die erste halbe Stunde war gut, dann hat der HSV höher gepresst“, sagte auch Grifo im Anschluss an die Partie.
Turbulenter Start in Hälfte zwei
Der zweite Durchgang war gerade zwei Minuten alt, als die HSV-Spieler ihre Jubeltraube vor dem Fanblock bildeten und die Führung bejubelten. Die Gäste hatten die erste Halbzeit gut beendet, die zweite gut gestartet, den Kopfball von Luka Vuskovic nach Ecke trat Höler zwar noch aus dem Tor, der Ball war aber schon hinter der Linie – 0:1. Der Hamburger Führung folgten turbulente Minuten. Daniel Elfadli brachte Höler im Sechzehner zu Fall, Schiedsrichter Timo Gerach zeigte auf den Punkt und stellte den bereits verwarnten Elfadli mit Gelb-Rot vom Platz. Der HSV, mit der Entscheidung unzufrieden, diskutierte auf dem Platz und daneben, konnte an Gerachs Entscheidung aber nicht mehr rütteln: Der SC spielte ab der 53. Minute mit einem Mann mehr und Grifo verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:1.
Jokertor zur Führung
Das Spiel beruhigte sich nach diesem rasanten Wiederbeginn etwas und erinnerte an die erste halbe Stunde der ersten Halbzeit. Hamburg stand in Unterzahl tief in der eigenen Hälfte, der Sport-Club war geduldig, ließ aber das Tempo in seinen Offensivaktionen etwas vermissen. Die erste gute Torchance nach dem Ausgleich hatte Kübler mit einem Kopfball in der 76. Minute. Der SC spielte sich in der Hamburger Hälfte fest, es gelang der Mannschaft aber nur selten, gefährlich in Tornähe zu kommen. Am Ende reichte aber einer dieser seltenen Momente, um die Hamburger Defensive zu knacken.
In der 83. Minute sahen die Zuschauer im Europa-Park Stadion eine Szene, die sie schon aus dem vergangenen Heimspiel gegen Borussia Dortmund kannten. Igor Matanovic, in der 66. Minute eingewechselt, stand im Strafraum nach Niklas Bestes Hereingabe von der linken Seite goldrichtig und staubte zum 2:1 ab – gleiches hatte er auch gegen den BVB getan. Der Unterschied: dieses Mal stand Matanovic nicht Zentimeter um Abseits und der Treffer zählte.
In der elfminütigen Nachspielzeit kam der HSV, trotz Unterzahl, noch einmal ins Spiel zurück. Ransford Königsdorffer prüfte Atubolu mit einem Distanzschuss, der SC hatte sich in die eigene Hälfte zurückgezogen, überstand die letzten Minuten aber schadlos. "Nach der guten ersten halben Stunde kam Hamburg ins Spiel, der Gegentreffer war ärgerlich. Aber dann haben wir wieder gezeigt: Wir lassen die Köpfe nach Rückstand nicht hängen. Hamburg hat es uns in Unterzahl sehr schwer gemacht, es gab viele Unterbrechungen. Wir haben dann wieder auf unseren Moment gewartet und das Spiel noch gedreht. Wir brauchen auch die Jungs von der Bank, das hat man heute wieder gesehen. Wichtig und schön, dass wir mit drei Punkten gestartet sind“, sagte Schuster.
Nach dem elften ungeschlagenen Heimspiel für den SC nacheinander, folgen in der kommenden Woche zwei Auswärtsspiele. Zum Abschluss der Hinrunde ist der Sport-Club am Mittwoch zu Gast bei RB Leipzig, ehe das erste Rückrundenspiel am Sonntag beim FC Augsburg ansteht.
Isabel Betz
Foto: SC Freiburg
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Kübler, Ginter, Lienhart (46. Jung), Günter - Treu (79. Beste), Eggestein, Manzambi (90.+4 Höfler)- Grifo (65. Osterhage), Suzuki - Höler (65. Matanovic) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Jung, Osterhage, Scherhant, Beste, Adamu, Höfler, Matanovic, Makengo | |
| Aufstellung Hamburger SV: Heuer Fernandes - Capaldo, Vuskovic, Elfadli - Jatta (80. Gocholeishvili), Sambi Lokonga (90.+1 Königsdorffer), Remberg, Muheim - Vieira (79. Ramos), Downs (78. Rossing-Lelesiit), Dompé (57. Torunarigha) | |
| Trainer: Merlin Polzin | |
| Bank: Hermann, Mikelbrencis, Ramos, Gocholeishvili, Torunarigha, Pherai, Megeed, Königsdorffer, Rössing-Lelesiit | |
| Tore: 0:1 Vuskovic (48.), 1:1 Grifo (53.), 2:1 Matanovic (83.) | |
| Gelbe Karten: Treu, Lienhart - Elfadli, Vuskovic, Heuer Fernandes, Rossing-Lelesiit | |
| Gelb-Rote Karten: Elfadli | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Timo Gerach | |
| Zuschauer/innen (Fahrradzahl): 34.700 (3299) |

