Mit Rückstand und Mut ins Rückspiel
Der Sport-Club hat das Hinspiel im Achtelfinale der Europa League bei KRC Genk mit 0:1 (0:1) verloren. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag im Europa-Park Stadion ist der SC nun unter Zugzwang.
Vom berauschenden Remis gegen Bayer 04 Leverkusen war in Belgien kaum etwas übriggeblieben. Nach gutem Beginn mit einem Abseitstor fand der Sport-Club nicht mehr richtig gut ins Spiel und gegen einen in der zweiten Halbzeit defensiv stabilen Gegner keine Lücken, um Torchancen zu kreieren. Julian Schuster sagte nach der Partie: „Wir hätten uns gerne eine andere Ausgangssituation erspielt. Dennoch ist im Rückspiel noch alles möglich – das ist das Positive heute. Nach 15 Minuten müssten wir in Führung liegen, das hätte uns geholfen. Es war heute eine Leistung, die nicht ausreichend ist.“
Mit einem vollen Kader war der Sport-Club nach Belgien gereist. Philipp Lienhart und Lukas Kübler, beide zuletzt verletzt, standen wieder im Aufgebot. An der Startformation änderte das Trainerteam nach dem sehenswerten Unentschieden in der Liga gegen Leverkusen kaum etwas. Gezwungenermaßen musste aber Maximilian Eggestein ersetzt werden, der in Genk nach seiner Roten Karte aus dem Spiel in Lille gesperrt war und zum ersten Mal seit Oktober 2024 nicht zur Verfügung stand.
Patrick Osterhage rückte in die erste Elf und war Teil einer munteren Anfangsphase, in der dem Sport-Club nach acht Minuten ein früher Treffer gelang. Nach Matthias Ginters Kopfball, den Genks Keeper Tobias Lawal zwar stark parierte, traf Johan Manzambi aus kurzer Distanz. Nach einem Hinweis des Videoschiedsrichters wurde das Tor aber überprüft und aufgrund einer knappen Abseitsposition zurückgenommen.
Genk mutig und in Führung
Vor dem eigenen Tor brachten sich die Gastgeber immer wieder selbst in Bedrängnis. Erst setzte Igor Matanovic Matte Smets im Sechzehner unter Druck und blockte den Befreiungsschlag so ab, dass dieser knapp am Tor vorbeirollte. Dann eroberte Manzambi den Ball, entschied sich aber für den Abschluss, der am Gegenspieler hängen blieb und übersah den besser postierten Yuito Suzuki.
In der Defensive war Genk anfällig, in der Offensive spielten die Belgier gut mit, erarbeiteten sich Chancen und gingen in der 24. Minute in Führung. Nach einem Doppelpass kam Zakaria El Ouahdi aus spitzem Winkel zum Abschluss und traf zum 1:0. Beim Schuss von Konstantinos Karetsas drei Minuten später fehlten nur Zentimeter zu einem weiteren Treffer. Dem SC unterliefen in dieser ersten Hälfte zu viele Ballverluste, in den Zweikämpfen hatten die Belgier oft die Nase vorn und tauchten somit auch immer wieder vor Atubolus Tor auf, erspielten sich Torchancen. Erst in der 38. Minute gab es wieder eine Torchance für die Freiburger – ein guter Torschuss Suzukis, der aber Pech hatte, dass sein Schuss nur den Pfosten traf.
Kaum Torszenen nach der Pause
Pech hatte auch Niklas Beste, der in der 63. Minute mit einem blauen Auge nach einem Schlag ins Gesicht ausgewechselt werden musste – in einer Phase des Spiels, in der der SC mittlerweile besser drin war, mehr Ballbesitz hatte, aber sich keine Torchancen erspielen konnte. Genk stand defensiver als vor der Pause, ließ bis in die Nachspielzeit aber keinen Torschuss zu. Dann erst gelang Matanovic der erste Torschuss, den Genks Torwart Lawal abwehrte.
Auch die Belgier fanden im zweiten Durchgang kaum noch den Weg vor das Tor, Atubolu war nahezu beschäftigungslos und der SC muss im Rückspiel am 19. März einen Rückstand drehen, um das Viertelfinale in der Europa League zu erreichen.
Isabel Betz
Foto: Marco Steinbrenner
Stenogramm
| Aufstellung KRC Genk: Lawal - El Ouahdi, Smets, Kongolo (71. Sadick), Kayembe (77., Medina). - Heynen, Bangoura - Heymans, Karetsas, Adedeji-Sternberg (77., Sor), Bibout (81., Mirisola) | |
| Trainer: Hayen Nicky | |
| Bank: van Crombrugge, Nkuba, Palacios, Sadick, Sattlberger, Erabi, Ito, Mirisola, Sor, Steuckers, Yokoyama | |
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Treu, Ginter, Ogbus, Günter - Manzambi, Osterhage - Beste (63. Irié), Suzuki (71. Höler), Grifo (63. Scherhant) - Matanovic | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Huth, Jung, Kübler, Lienhart, Makengo, Steinmann, Höfler, Tarnutzer, Irié, Höler, Scherhant | |
| Tore: 1:0 El Ouahdi (24.) | |
| Gelbe Karten: El Ouahdi - Ogbus | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Christopher Kavanagh | |
