2:1 – SC dreht Partie gegen Köln
Zum Abschluss des 19. Spieltags bezwingt der Sport-Club den 1. FC Köln mit 2:1 (2:1). Für die Gastgeber treffen Derry Scherhant (11.) und Igor Matanovic (44.).
Der Sport-Club erwischte bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt keine gute Anfangsphase, die ersten Gelegenheiten der Partie gehörten den Gästen: Nach einem Stockfehler in der Freiburger Hintermannschaft hatte Linton Maina auf der linken Seite viel Platz, konnte in den Strafraum eindringen, Noah Atubolu im SC-Tor mit seinem Flachschuss aber nicht in Verlegenheit bringen (2.). Gefährlicher wurde es drei Minuten später, als Marius Bülter den Winkel aus 20 Metern nur knapp verfehlte.
Nach zehn Minuten belohnten sich die Kölner für ihren guten Beginn. Wieder war es Maina, der auf halblinker Position Raum und Zeit hatte und Ragnar Ache mit einer halbhohen Hereingabe suchte. Max Rosenfelder kam vor dem Kölner Stürmer an den Ball und wollte klären, traf den Ball aber so unglücklich, dass er unhaltbar für Atubolu im Tor landete. „Wir bekommen den Gegentreffer. Die Reaktion der Mannschaft ist dann beachtlich, wie sie das abschüttelt“, sagte Julian Schuster nach der Partie.
Das Eigentor wirkte wie ein Weckruf für die Breisgauer. Nur eine Zeigerumdrehung später stand es 1:1. Yuito Suzuki hatte einen perfekt getimten Steckpass auf den eingerückten Derry Scherhant gespielt, der den herauseilenden Marvin Schwäbe locker überlupfte.
Das Freiburger Trainerteam hatte sich im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Maccabi Tel Aviv unter der Woche in der UEFA Europa Leage für nur einen Wechsel in der Startelf entschieden. Lukas Kübler rückte für Christian Günter in die Mannschaft, Philipp Treu wechselte auf die linke Abwehrseite. Kübler war es auch, der nach 20 Minuten beinahe die Freiburger Führung vorbereitete, Igor Matanovic verpasste seine Flanke von der rechten Seite aber um Zentimeter.
Matanovic trifft kurz vor der Pause
Nach furiosem Beginn nahm das Tempo der Partie Mitte der ersten Halbzeit ein wenig ab. Es dauerte bis zur 37. Minute, ehe Maina Atubolu im Anschluss an einen Kölner Einwurf mit einer Direktabnahme auf den Boden zwang. Einige Zuschauerinnen und Zuschauer waren im ausverkauften Europa-Park Stadion bereits auf dem Weg zu den Kiosken, als Niklas Beste noch eine Flanke in den Strafraum der Domstädter schickte. Igor Matanovic köpfte zunächst Matthias Ginter an, gelangte erneut an den Ball und schob aus kurzer Distanz zur Freiburger Halbzeitführung ein (44.) – es war bereits das vierte Pflichtspieltor des kroatischen Nationalspielers in diesem Kalenderjahr.
Der zweite Durchgang begann wie der erste: mit zwei Annährungsversuchen der Mannschaft von Lukas Kwasniok. Jeweils war es Ache per Kopf, jeweils musste Atubolu nicht eingreifen (46., 47.). Noch gefährlicher wurde es zwei Minuten später, als Bülter aus sieben Metern zum Abschluss kam, Treu sich aber in höchster Not dazwischenwarf und zur Ecke klärte. Der 25-Jährige wechselte kurz darauf die Seite, als sich Kübler nach einem Sprintduell an den hinteren Oberschenkel griff und nicht mehr weiterspielen konnte. Für ihn kam Christian Günter in die Partie (55.).
Schwäbe hält gegen Matanovic
Der Sport-Club kam im Anschluss besser in die Partie und hatte nach 65 Minuten die große Gelegenheit, die Führung auszubauen. Nach starker Vorarbeit von Suzuki traf Matanovic den abgespreizten Arm von Alessio Castro-Montes, Schiedsrichter Bastian Dankert zeigte sofort auf den Punkt. Leider verhinderte FC-Torhüter Schwäbe mit einer Parade den fünften Matanovic-Treffer im fünften Spiel, es blieb beim 2:1.
Die Kölner gaben sich nicht auf, Kwasniok brachte in der Schlussphase unter anderem Said El Mala. Der Sport-Club war nun vor allem defensiv gefordert und verlagerte sich auf Konter. Nach 79 Minuten prüfte Beste im Anschluss an einen solchen Schwäbe mit einem strammen Schuss aus 22 Metern. Kurz darauf setzte El Mala einen Freistoß aus 20 Metern deutlich über das Tor (83.).
Die beste Chance in den Schlussminuten gehörte aber dem SC und dem eingewechselten Lucas Höler, der nach einer Beste-Ecke zum Flugkopfball ansetzte, sich aber dem herausragend reagierenden Schwäbe geschlagen geben musste. „Es wäre schön, wenn wir das 3:1 gemacht hätten. Haben wir aber nicht, dann musst du so leidenschaftlich verteidigen. Es war sehr unangenehm gegen einen guten Gegner“, bilanzierte Julian Schuster auf der Pressekonferenz.
Es blieb beim Freiburger Heimsieg, mit dem die Breisgauer in der Tabelle an Eintracht Frankfurt vorbeiziehen, auf Rang sieben rücken und auch im zwölften Pflichtspiel in Folge zu Hause ungeschlagen bleiben. Am Donnerstag geht es für die Mannschaft von Julian Schuster in der UEFA Europa League weiter, in der um 21 Uhr der letzte Spieltag der Ligaphase beim OSC Lille ansteht.
Marius Faller
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Kübler (55., Günter), Ginter, Rosenfelder (63., Ogbus), Treu - Eggestein, Osterhage (63., Höfler) - Beste, Suzuki, Scherhant (76., Grifo) - Matanovic (76., Höler) | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Manzambi, Irié, Adamu | |
| Aufstellung 1. FC Köln: Schwäbe - Castro-Montes, Sebulonsen, van den Berg (87., Schenten), Lund (77., Johannesson) - Krauß (77., Martel), Kaminski - Thielmann (67., El Mala), Maina (87., Waldschmidt) - Ache, Bülter | |
| Trainer: Lukas Kwasniok | |
| Bank: Zieler, Özkacar, Huseinbasic, Niag | |
| Tore: 0:1 Rosenfelder (10., ET), 1:1 Scherhant (11.), 2:1 Matanovic (44.) | |
| Gelbe Karten: Scherhant - Krauß, Castro-Montes | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Bastian Dankert | |
| Zuschauer/innen (Fahrradzahl): 34.700 (3.891) |

