Viel Spannung, keine Tore

Profis
11.09.2022

In einem abwechslungsreichen Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach fehlt dem Sport-Club oft die Präzision im letzten Zuspiel. Chancen gibt es dennoch auf beiden Seiten.

Schon vor dem Anpfiff brandete bei den Freiburger Fans im ausverkauften Europa-Park Stadion Jubel auf. Stadionsprecher Claus Köhn las wie gewohnt kurz vor dem Anpfiff die Mannschaftsaufstellungen vor – und hatte endlich wieder die Nummer 20 auf seinem Bogen stehen. Kevin Schade stand nach seiner Bauchmuskelzerrung zum ersten seit einem halben Jahr wieder im Bundesliga-Kader des Sport-Club.

Der 20-Jährige sah zunächst von der Bank aus, wie seine Teamkollegen gegen Borussia Mönchengladbach direkt nach zwei Minuten die erste Chance zu verzeichnen hatten. Ritsu Doan nahm aus ähnlicher Position wie bei seinem Treffer beim 2:1-Sieg in der Europa League gegen Qarabak Agdam Maß, verfehlte das Tor von Yann Sommer aber um einen halben Meter.

Das Freiburger Trainerteam hatte die Anfangsformation im Vergleich zum Spiel unter der Woche auf zwei Positionen verändert. Daniel-Kofi Kyereh begann für Wooyeong Jeong als hängende Spitze und feierte damit sein Startelf-Debüt in einem Pflichtspiel bei den SC-Profis. Im Sturmzentrum durfte Michael Gregoritsch anstelle von Nils Petersen ran. Die Gäste aus Mönchengladbach, die mit acht Punkten aus fünf Spielen solide in die Saison gestartet sind, mussten unter anderem auf den rotgesperrten Ko Itakura und den verletzten Alassane Plea verzichten.

Offene Anfangsphase

Nach fünf Minuten zeigten sich auch die Gäste aus Mönchengladbach erstmals in der Offensive. Nach einer Flanke von der rechten Seite kam Nationalspieler Florian Neuhaus aus neun Metern frei zum Abschluss, SC-Keeper Mark Flekken bekam gerade noch rechtzeitig die Fäuste hoch.

In einer ausgeglichenen Anfangsphase hatten die badischen Gastgeber mehr Spielanteile. Matthias Ginter, der genau wie Vincenzo Grifo Borussen-Vergangenheit aufzuweisen hat, und sein Nebenmann Philipp Lienhart rückten immer wieder weit auf und schafften so Überzahlsituationen im Mittelfeld. Marcus Plea bestrafte dies beinahe, als er von Florian Neuhaus steil geschickt wurde und frei vor Flekken am Freiburger Schlussmann scheiterte (14.). Nur zwei Minuten später tauchte Daniel-Kofi Kyareh nach feinem Grifo-Zuspiel in ähnlicher Position vor Yann Sommer auf. Mit identischem Ausgang.

„Mönchengladbach hatte in paar Tage länger Zeit, um sich auf uns vorzubereiten. Die Jungs sind dennoch marschiert“, sagte SC-Trainer Christian Streich nach der Partie. „Wenn ich sehe, wie Kofi und Gregerl unermüdlich angelaufen sind. Wenn wir da nach den Balleroberungen ein bisschen präziser sind, können wir daraus Profit schlagen.“

Neuhaus muss verletzt runter

Nach einigen Beinahe-Chancen der Breisgauer dauerte es bis zur 28. Minute, ehe einer der beiden Torhüter wieder eingreifen musste. Beim Schuss von Jonas Hofmann aus 15 Metern brauchte Mark Flekken jeden seiner 195 Zentimeter Körpergröße – genau wie eine Minute später beim Versuch von Marcus Thuram. Auch beim anschließenden Eckball hatten die Freiburger große Mühe, die Situation zu bereinigen. Beim Klärungsversuch prallte Daniel-Kofi Kyereh mit Florian Neuhaus zusammen. Für den deutschen Nationalspieler ging danach nicht mehr weiter, für ihn kam Nathan N’Goumou.

Die kurze Drangphase der Mönchengladbacher war anschließend schnell wieder beendet, doch auch der Streich-Elf gelang offensiv nicht mehr so viel wie in der Anfangsphase und so ging es leistungsgerecht mit 0:0 in die Pause.

Standard bringt erste Chance nach der Pause

Nach der Pause, beide Trainer hatten auf Wechsel verzichtet, blieb das Spiel weiterhin ausgeglichen. Die erste SC-Chance nach dem Seitenwechsel ergab sich, wie so häufig in dieser Saison, durch eine Standardsituation: Nach einer kurz ausgespielten Ecke fand Vincenzo Grifo am langen Pfosten Matthias Ginter, der per Kopf auf Nicolas Höfler querlegen wollte, dabei aber leider ein bisschen zu viel Druck hinter den Ball brachte (53.). Ebenso knapp wie Höfler in dieser Szene verpasste Michael Gregoritsch neun Minuten später eine Grifo-Hereingabe, der Österreicher wäre aber wohl ohnehin im Abseits gestanden.

„Es ist ein gerechtes Unentschieden“, fand Christian Streich nach dem Schlusspfiff. „In den letzten 25 Minuten denkst du aber schon, dass du noch eins machen kannst. Ich finde unsere Mannschaft, mit welcher Überzeugung sie aufgetreten ist, ist klasse. Sie gehen bis an die absolute Kante – dann wird den Jungs zurecht stehend Applaus gegeben.“

Freiburger Doppelwechsel

Nach 69 Minuten kamen auf Seiten der Gastgeber Wooyeong Jeong und Yannik Keitel für Maximilian Eggestein und Daniel-Kofi Kyereh ins Spiel, der ein gutes Spiel zeigte. Doch auch sein Vertreter fügte sich gut ein: Jeong hatte nach 76 Minuten aus zentraler Position nach feinem Hackenzuspiel von Michael Gregoritsch den Führungstreffer auf dem Fuß. Noch besser als die Vorlage von Gregoritsch war aber die Parade von Yann Sommer, der den Schuss um den Pfosten lenkte.

Abgesehen von dieser Szene fehlte den Freiburger Angriffen aber oft die letzte Konsequenz. Meist war es der entscheidende Pass, der zu kurz oder zu lang geriet. Daran änderten auch Nils Petersen, Noah Weißhaupt und Rückkehrer Kevin Schade nicht, die allesamt noch in den Schlussminuten eingewechselt wurden. Es blieb beim 0:0, auch wenn die Gastgeber über 90 Minuten gesehen näher am Tor des Tages waren als die Gäste.

Bereits am Donnerstag (18.45 Uhr) geht für den Sport-Club in der Europa League weiter, dann warten klangvolle Namen wie Marcelo und ein Hexenkessel in Piräus auf die Breisgauer.

Marius Faller

Foto: Achim Keller

Stenogramm

Aufstellung Sport-Club: Flekken - Sildillia, Ginter, Lienhart, Günter - Höfler, Eggestein (69., Keitel) - Doan (81., Schade), Kyereh (69., Jeong), Grifo (81., Weißhaupt) - Gregoritsch (83., Petersen) 
Trainer: Christian Streich 
Bank: Uphoff, Gulde, Kübler, Schlotterbeck, 
  
Aufstellung Borussia Mönchengladbach: Sommer - Scally, Friedrich, Kramer, Bensebaini - Kone, Weigl - Hofmann, Neuhaus (34., N'Goumo, 81., Borges Sanches), Stindl (81., Wolf) - Thuram 
Trainer: Daniel Farke 
Bank: Sippel, Herrmann, Lainer, Netz, Fraulo, Reitz 
  
Tore:  
Gelbe Karten: Günter - Bensebaini 
Gelb-Rote Karten: 
Rote Karten: 
Schiedsrichter: Tobias Stieler 
Zuschauer: 34.700 

 

 
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