"Werde mich mein Leben lang daran erinnern"

Profis
22.09.2021

Für Kevin Schade geht es Schlag auf Schlag: erst das Bundesliga-Debüt, dann der erste Startelfeinsatz. Dabei kam der 19-Jährige erst diesen Sommer mit fünf weiteren Nachwuchsspielern aus der U23 fest in den Profikader. Im Interview spricht er über die vergangenen Wochen, seinen persönlichen Werdegang und über das letzte Heimspiel im Dreisamstadion.

Kevin, wenn dir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass du nach dem 5. Spieltag vier Bundesligaeinsätze auf dem Konto hast, was hättest du geantwortet?

Ich hätte das auf keinen Fall gedacht, das ging schon sehr schnell. Ich war zwar letztes Jahr schon ein paar Mal im Kader dabei. Aber dass es jetzt so lief, ist natürlich sehr schön.

Schauen wir uns deinen Saisonstart Schritt für Schritt an. Los ging es mit einem Heimspiel im Dreisamstadion gegen Dortmund – allerdings noch mit der U23. Und mit einem Doppelpack von dir…

…aber leider auch mit einer 2:5-Niederlage, das war alles andere als optimal. Auch wenn die zwei Tore für mich persönlich schon wichtig waren.

Eine Woche später dann wieder Dortmund, wieder Dreisamstadion – aber dieses Mal mit den Profis in der Bundesliga.

Da haben wir dann gewonnen. Auch wenn ich leider kein Tor gemacht habe (lacht). Aber das Gefühl war da sehr viel besser als in der Woche zuvor. An das Debüt werde ich mich mein Leben lang erinnern.

Was ging dir durch den Kopf als du an der Seitenlinie auf die Einwechslung gewartet hast?

In dem Moment denkt man gar nicht so sehr daran, dass das jetzt das Debüt ist. Da ist man voll fokussiert. Aber danach kam das dann nach und nach und irgendwann realisierst du: das war mein Bundesligadebüt! Und natürlich war mein Handy voller Nachrichten von meiner Familie und meinen Freunden.

Nach dem Debüt folgten für dich zwei weitere Einwechslungen in Stuttgart und gegen Köln und dann am vergangenen Wochenende der erste Startelfeinsatz in Mainz. Wann hast du davon erfahren?

Beim Elf-gegen-elf im Training war ich schon in der Startaufstellung, aber der Trainer hat das noch offengelassen. Ich habe mich also noch nicht auf die Startelf fixiert, sondern habe einfach versucht, gut zu trainieren.  Am Tag vor dem Spiel hat er mir dann gesagt, dass ich von Anfang an ran darf und dass ich viel und gut arbeiten, aber mit dem Ball auch ruhig bleiben soll. Er wollte, dass ich einfach so spiele wie immer.

Sprechen wir über deinen Werdegang: Mit dem Kicken angefangen hast du bei Babelsberg in deiner Heimat Potsdam, dann ging es zum ersten Mal weg von daheim.

Ich bin damals in die U14 nach Cottbus ins Internat gewechselt. Aber da war ich jedes Wochenende noch zuhause, mit dem Zug waren das nur zwei Stunden. Das war für mich eine sehr wichtige, aber auch lustige Zeit. Ich habe viel gelernt. Und im Internat hatte ich viele Freunde – da ließ es sich schon gut aushalten (schmunzelt).

Wann war für dich zum ersten Mal klar, dass du es wirklich zum Fußballprofi schaffen kannst?

Den Traum hatte ich natürlich schon immer. Aber ich muss ehrlich sagen, dass ich mich in Cottbus noch nicht wirklich darauf konzentriert habe, nach oben zu kommen. Ich wollte einfach spielen, Spaß haben und alles Weitere kam dann von allein. Das erste Mal richtig ernst wurde es dann in der U17. Da habe ich dann genau nachgedacht, was der richtige nächste Schritt sein kann.

Du bist dann 2018 zum Sport-Club gewechselt.

Es ist bekannt, dass die Jugendarbeit in Freiburg sehr gut ist. Und die Profimannschaft spielt in der Bundesliga. Als ich dann hier war, habe ich schnell gemerkt, wie familiär der Umgang ist. Die Leute sind sehr nett, man kann mit allen super reden. Wobei ich mich am Anfang schon sehr intensiv mit der Sprache befassen musste. Aber mittlerweile verstehe ich alles (lacht).

Gibt es Dinge, die dich an Freiburg überrascht haben?

Ich wusste vorher schon, dass Freiburg ganz schön klein ist. Schließlich bin ich Berlin gewöhnt. Aber ich muss sagen: es gibt hier viele richtig schöne Ecken.

Auch sportlich hast du dich mittlerweile bestens eingelebt. Hat es geholfen, dass du gemeinsam mit fünf weiteren Spielern aus der U23 zu den Profis gekommen ist?

Auf jeden Fall. Wobei ich sagen muss, dass uns auch die ‚Großen‘, wie Günni, Vince und Nils, super aufgenommen haben. Für mich ist es einfach eine Ehre ganz oben mitspielen zu dürfen.

Woran gilt es für dich jetzt am meisten zu arbeiten?

Ich muss konstant Leistung bringen und auch neben dem Platz viel machen: Krafttraining und alles was dazugehört. Und dann einfach in jedem Training Vollgas geben und alles mitnehmen, was einem die älteren Spieler mit auf den Weg geben.

In der Bundesliga geht’s am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Augsburg weiter. Was erwartet euch?

Vollalarm! Die Augsburger sind gut drauf. Aber natürlich wollen wir weiter ungeschlagen bleiben. Wir können mit breiter Brust ins Spiel gehen. Wenn wir alles reinhauen, können wir gewinnen.

Es ist gleichzeitig das letzte Bundesliga-Heimspiel im Dreisamstadion. Gibt das der Mannschaft nochmal Extra-Motivation?

Auf jeden Fall. Ich bin froh, dass ich hier noch Heimspiele erleben durfte, bevor wir rübergehen. Und ich bin mir sicher, dass auch die Fans nochmal alles geben im letzten Spiel. Wir sind alle heiß.

Interview: Marcel Burger

Foto: Achim Keller

 
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