Der eigenen Stärke vertrauen

Profis
26.11.2019

Wenn SC-Profi und Nachwuchskicker ins Gespräch kommen, gibt es Interessantes zu erfahren. Diesmal spielen Lino Tempelmann, 20, und Jonathan Baier, 12, den Doppelpass. 

Tempelmann kam im August 2017 vom TSV 1860 München zum Sport-Club. Seit dieser Saison gehört er zum Profikader und bestritt bislang ein Bundesligaspiel. Baier ist seit Sommer 2018 beim SC Freiburg. Davor spielte er bei der FT 1844 Freiburg und zurzeit bei den D-Junioren für die U13 des Sport-Club.

Lino Tempelmann: Hallo, ich bin Lino, wie heißt du?

Jonathan Baier: Jonathan, aber du kannst Joni sagen, das machen alle. Erstmal wollte ich dich fragen, wann du mit dem Fußballspielen angefangen hast?

Lino: Im Verein so mit fünf Jahren, bei meinem Heimatklub in München, dem FC Ludwigsvorstadt. Damals war dort mein Vater für ein paar Jahre mein Trainer. Das war eigentlich ganz schön in der Anfangszeit.

Joni: Wann hattest du das Gefühl, Fußballspielen könnte einmal dein Beruf werden?

Lino: Also als Kind denkt man darüber sicherlich noch nicht nach. Da hat es mir einfach riesig Spaß gemacht, im Verein mit Freunden zu kicken. Aber mit 14 oder 15 will man schon immer weiter nach oben kommen und hat irgendwann auch das Ziel vor Augen, Profi zu werden. Trotzdem: der Spaß muss immer im Vordergrund stehen, denn sonst funktioniert es auf Dauer nicht.

Joni: Und bei welchen Vereinen hast du gespielt?

Lino: Bei relativ vielen. Von Ludwigsvorstadt bin ich damals zu Bayern München gegangen, wo ich von der U11 bis zur U14 gespielt habe. Allerdings als Rechtsverteidiger, was mir wenig Spaß gemacht hat. Ich wollte im Zentrum spielen und deshalb bin ich dann zur SpVgg Unterhaching gewechselt, wo ich auf der Sechserposition spielen konnte. Von der U16 bis zum ersten Jahr U19 war ich bei 1860 München, für das zweite A-Jugendjahr bin ich dann nach Freiburg gewechselt und jetzt in meiner dritten Saison hier.

Joni: Du gehörst seit Sommer zum Profikader. Wie ist das, wenn man neu in die Mannschaft kommt?

Lino: Zunächst ist es anders, weil man nicht mehr nur mit Gleichaltrigen zusammen ist, sondern auch mit gestandenen Profis, die schon viele Jahre Bundesliga spielen und schon einiges erreicht haben. Da muss man sich als junger Spieler erstmal unterordnen, aber auch nicht zu viel. Ich glaube, man muss einfach auf dem Platz zeigen, was man kann. Man darf keine Angst haben und sollte immer versuchen, alles zu geben.

Joni: Bist du aufgeregt vor Spielen?

Lino: Es kommt darauf an. Ich war zu Saisonbeginn ja schon ein paar Mal auf der Bank dabei. Das ist schon etwas Neues, weil man weiß, man könnte eventuell reinkommen. Aber ich denke, eine gewisse Nervosität ist einfach auch Teil des Spiels.

Joni: Und wie war es, als du gegen Leipzig dann zum ersten Mal in der Bundesliga gespielt hast?

Lino: Da war die Nervosität etwas größer, auch weil es ein Tag war, auf den man seit seiner Kindheit wartet. Aber sobald man auf dem Platz steht, konzentriert man sich nur auf das Spiel. Es war zwar nicht so einfach, als ich noch vor der Pause wieder ausgewechselt wurde, aber auch mit so etwas muss man im Fußball umgehen können. Vor allem ist für mich mit diesem Spiel ein großer Traum in Erfüllung gegangen. In welcher Jugend spielst du?

Joni: In der U13, ich bin jetzt im zweiten Jahr beim SC.

Lino: Und ist Sechser auch deine Lieblingsposition?

Joni: Ja, obwohl zentrales Mittelfeld eine schwierige Position ist, wegen des Drucks von allen Seiten.

Lino: Die Sechserposition ist auf jeden Fall eine Schlüsselposition, weil man sehr zentral im Spiel ist. Man kann den Spielrhythmus bestimmen, man muss viel organisieren. Aber mir macht es da am meisten Spaß, auch weil es eine sehr komplexe Aufgabe ist.

Joni: Ansonsten spiele ich auch Innenverteidiger.

Lino: Bist du eher der Techniker oder der Abräumer?

Joni: Zweikämpfe gehören schon zu meinen Stärken, außerdem die Spielübersicht und mein Kopfballspiel.

Lino: Dann passen diese Positionen auf jeden Fall.

Joni: Ich bin vor Spielen manchmal schon aufgeregt. Hast du da noch ein paar Tipps für mich?

Lino: Das ist gar nicht so einfach. Ich glaube, man muss ein gewisses Vertrauen in die eigene Stärke haben, wenn man auf den Platz geht. Und ihr bekommt ja auch in der Jugend im Training schon viele Lösungen aufgezeigt. Wenn du das anwendest, was du unter der Woche lernst, dann bist du schon gut vorbereitet auf das Spiel.

Aufgezeichnet von Dirk Rohde

Foto: Dirk Rohde

 
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