Dritter Auswärtssieg in Düsseldorf

Profis
29.09.2019

Am sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga hat der SC Freiburg bei Fortuna Düsseldorf mit 2:1 (1:1) gewonnen.

In einer Partie, die erst nach 40 Minuten an Fahrt aufnahm, brachte Rouwen Hennings (42. Minute) Düsseldorf in Führung. Beinahe im Gegenzug glich Jonathan Schmid für den Sport-Club aus (45.), der Schlusspunkt war SC-Offensivmann Luca Waldschmidt vorbehalten (81.). Ein von Lucas Höler nicht verwandelter Elfmeter fiel letztlich nicht groß ins Gewicht (64.). Mit nun 13 Punkten belegen die Freiburger den zwischenzeitlichen Platz drei in der Tabelle.

"Es war das erwartet intensive Spiel. Wir konnten mitgehen, aber ein Unentschieden wäre wahrscheinlich auch korrekt gewesen", sagte SC-Trainer Christian Streich im Anschluss. Sein Amtskollege Friedhelm Funkel, der bereits die vierte Niederlage in dieser Saison hinnehmen musste, ergänzte: "Es ist in solchen Situationen so, dass Du das Momentum nicht auf Deiner Seite hast. Die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht. Dafür kannst Du Dir aber nichts kaufen."

Abrashi neu in der Startelf

Als Spieler und Trainer des Sport-Club am Samstagmittag in den Zug nach Düsseldorf stiegen, lagen sie im Bundesliga-Vergleich noch auf dem vierten Platz, als sie am frühen Abend im Hotel eincheckten, waren sie nur mehr Achter. Und das ganz ohne eigenes Zutun.

Tags drauf dann wollte der SC selbst möglichst positiv auf das Tabellenbild einwirken. Gelingen sollte das mit der gleichen taktischen Grundformation wie schon beim 3:0 in Hoffenheim und dem 1:1 in der Vorwoche gegen Augsburg. Personell veränderte das Trainerteam seine Aufstellung auf einer Position. Für den mit einer Adduktorenzerrung pausierenden Kapitän Mike Frantz rückte Amir Abrashi im 3-4-3 an die Seite von Nicolas Höfler auf die Doppelsechs.

Die Gastgeber wechselten eine Woche nach dem knappen 1:2 in Gladbach zweifach. Erik Thommy und Rouwen Hennings kamen für Kasim Adams und Jean Zimmer in die erste Elf.

Einen "Kampf auf Biegen und Brechen" hatte Christian Streich prognostiziert. Und er sollte Recht behalten. In der ersten Hälfte sahen die Besucher der Merkur-Spiel-Arena ganz viel Kampf und ganz wenig Torgefahr auf beiden Seiten. In Zahlen bedeutete das nach knapp 40 gespielten Minuten: 50 brüderlich geteilte Prozent Ballbesitz, eine Zweikampfquote von ebenfalls 50 Prozent und 0:1 Torabschlüsse aus Freiburger Sicht.   

Viel Aufwand, wenig Torgefahr

Ein Freistoß, den Interims-Kapitän Christian Günter in den Strafraum brachte, der aber keinen badischen Abnehmer fand (31.) und sein Fernschuss, der über den Querbalken segelte (39.), zählten zu den wenigen Torraumszenen der ersten Halbzeit. Bis die 22 Mann auf dem Platz kurz vor dem Halbzeitpfiff erstmals das Tempo anzogen – und all jene Besucher belohnten, die noch nicht auf dem Weg zur Pausenwurst waren.

Erst war es Düsseldorfs Hennings, der die Hausherren nach einer Ecke von Thommy per Kopfball in Führung brachte (42.). Dann zeigte der Sport-Club im Halbfeld gegenüber die nach einem Gegentor so viel genannte und so oft geforderte Reaktion: Ein Abschlussversuch von Lucas Höler verpasste noch sein Ziel (45.). Im zweiten Anlauf aber brachte der über links mitgeeilte Günter den Ball mit Augenmaß in den Laufweg von Jonathan Schmid, der am rechten Pfosten stehend nur einschieben musste (45.) – und die Uhren wieder auf null stellte.

Verschossener Elfmeter verhindert Führung

Auch in Durchgang zwei konnte sich keine Mannschaft so recht abheben und entscheidend ins Spielgeschehen eingreifen. Zumindest bis Videoschiedsrichterin Bibiana Steinhaus sich aus dem Kölner Keller meldete.

Nach einem Freistoß von Günter hatte Hennings Höfler unsanft zu Fall gebracht (62.). Schiedsrichter Daniel Siebert entschied zunächst nicht auf Strafstoß und änderte sein Urteil nach Sichtung der Szene zu Gunsten des SC (63.). Höler trat an, scheiterte mit seinem Flachschuss ins rechte Eck jedoch am Ex-Freiburger Keeper Zack Steffen (64.). Bitter. Zum Glück für den SC allerdings nur eine Momentaufnahme ohne größeren Wert. Weil der eingewechselte Offensivmann Luca Waldschmidt eine schöne Einzelaktion aus knapp 20 Metern mit einem Schuss ins rechte Eck abschloss (81.) – und den Auswärtssieg perfekt machte. 

Mit nun 13 Punkten klettert der SC auf den dritten Tabellenplatz. "Dieser Sieg hilft uns einfach brutal", sagte Christian Streich. Am Ende einer verkürzten Trainingswoche empfängt der Sport-Club am kommenden Samstag (15.30 Uhr, live auf Sky und im Ticker auf scfreiburg.com) Borussia Dortmund im Schwarzwald-Stadion. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre trennte sich am Samstagabend mit 2:2 von Werder Bremen.

Sina Ojo

Fotos: Bernd Thissen

Stenogramm

Fortuna Düsseldorf: Steffen - Zimmermann, Hoffmann, Ayhan, Gießelmann - Bodzek, Baker - Thommy (69. Tekpetey), Kownacki (76. Ampomah) - Karaman, Hennings
Ersatzbank Kastenmeier (Tor), Adams, Bormuth, Contento, Pledl, Sobottka, Ofori
Trainer: Friedhelm Funkel

SC Freiburg: Schwolow - Lienhart, Koch, Heintz - Schmid (89. Kübler), Abrashi (72. Waldschmidt), Höfler, Günter - Höler (72. Grifo), Haberer - Petersen
Ersatzbank: Thiede (Tor), N. Schlotterbeck, Borrello, Gondorf, Kwon, Sallai
Trainer: Christian Streich

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin) Zuschauer: 39.244
Tore: 1:0 Hennings (42.), 1:1 Schmid (45.), 1:2 Waldschmidt (81.)
Gelb: Gießelmann, Kownacki - Höfler, Petersen
 

Die Bilder zum Spiel gegen Düsseldorf

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