Die 40-Punkte-Marke ist geknackt

Profis
05.06.2020

Mit einem 1:0-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach hat der SC Freiburg zum Auftakt des 30. Spieltags im dritten Anlauf ein Heimspiel ohne Stadionzuschauer für sich entscheiden können.

Joker Nils Petersen erzielte mit seinem ersten Ballkontakt den einzigen Treffer der Partie (59.), die die Gäste aus Gladbach nach einem Platzverweis gegen Alassane Pléa (69.) in Unterzahl beenden mussten.

Im rot-weiß gestreiften Dress, so wie die Profis aus Mönchengladbach sonst eher die Lokalrivalen aus Köln und Düsseldorf kennen, trat der Sport-Club zum zweiten Freitagabend-Heimspiel in Folge gegen die Borussia an. Das Jersey ist ein limitiertes Sondertrikot im Rahmen der in der Corona-Krise gestarteten Solidaritätskampagne #SCFreiburghilft. Mit einem Teil des Verkaufserlöses unterstützt der SC nach den Pfingstferien Sportangebote für Kinder und Jugendliche in Freiburg und der Region.

Für die Gäste vom Niederrhein waren Reisen in die südbadische Gegend, speziell ins Schwarzwald-Stadion in den vergangenen Jahren regelmäßig mit unerfreulichen Rückfahrten verbunden. Im März 2002 hatte Borussia Mönchengladbach letztmals in der Bundesliga drei Punkte mitgenommen. Trainer Marco Rose trat als Coach der Borussia erstmals in Freiburg an. Und auch er schaffte es nicht, die SC-Heimserie gegen die Fohlenelf zu brechen.

SC im Sondertrikot und mit Waldschmidt in der Startelf

"Ich habe eine hervorragende erste Halbzeit von uns mit viel Dominanz und sehr vielen Tormöglichkeiten gesehen", sagte Rose nach dem Spiel. "Nach der Pause hat Freiburg das Spiel offener gestaltet. Den Standard verteidigen wir nicht mit der nötigen Konsequenz und nach der Gelb-Roten Karte war es dann schwer. Wir sind sehr enttäuscht, denn wir wollen bis zum Saisonende weiter oben mitmischen."

„Es war extrem schwierig in ersten Halbzeit. Gladbach ist unglaublich ballsicher und hat ein überragendes Positionsspiel", sagte Christian Streich. „Trotzdem haben wir wieder mit allem dagegengehalten. Wir hatten in ein, zwei Situationen auch Glück, aber schon vor der Pause Chancen", so der SC-Coach. "Mehr als in der zweiten Halbzeit geht für uns dann nicht. Wir hatten heute das Glück auf unserer Seite, und wir haben nach dem Pech in den Heimspielen gegen Bremen und Leverkusen gegen eine extrem starke Mannschaft gewonnen. Das freut mich sehr, nach der kleinen ergebnismäßigen Durststrecke zuletzt."

Beim Sport-Club hatte im Angriff Luca Waldschmidt anstelle von Nils Petersen begonnen. Ansonsten gab es gegenüber der Partie gegen Bayer Leverkusen vor einer Woche keine weitere Veränderung. Auch die taktische Ausrichtung in einem 4-4-2-System war die gleiche, genauso wie die Besetzung der Viererabwehrkette, in der erneut Lukas Kübler auf der rechten Seite begann.

Gäste druckvoll, aber keine Treffer vor der Pause

Der Tabellenvierte aus Mönchengladbach startete in derselben Formation wie beim 4:1-Heimsieg gegen Union Berlin. Eine „ähnliche Aufgabe wie gegen Leverkusen" hatte Streich vor dem dritten Geisterspiel im Schwarzwald-Stadion erwartet. Und tatsächlich entwickelte sich vor der Pause eine Partie, die der letzten zunächst sehr ähnlich war.

Die Gäste besaßen im ersten Durchgang deutlich mehr Spielanteile und entwickelten großen Druck. Der Sport-Club konzentriert sich darauf, den Gladbacher Angriffen mit einer guten Defensivordnung entgegenzutreten und klare Chancen für die Gäste zu verhindern. Was bis zur Pause auch weitgehend gelang. Die erste Möglichkeit hatte sich der SC herausgespielt, als Waldschmidt nach einer Flanke von Christian Günter per Direktschuss das Tor verfehlte (9.).

Auf der Gegenseite war Alexander Schwolow zweimal zur Stelle und parierte kurz nacheinander Schüsse von Alassane Plea und Lars Stindl (16.). Die passsicheren Gladbacher kombinierten sich bis zur Pause ein klares Übergewicht heraus. Einen Treffer ließ der SC aber nicht zu. Nach einem Freiburger Abspielfehler und einer schnellen Stafette hatte Florian Neuhaus den Ball nach einem Schuss von Patrick Herrmann zwar ins SC-Tor befördert, stand dabei jedoch im Abseits (26.).

Petersen kommt, trifft und sichert den Sieg

Bei einem der seltenen Freiburger Vorstöße prüfte nach einer halbe Stunde Kübler mit einem Distanzschuss Yann Sommer, der abwehrte. Für die weiter dominierenden Gäste setzte Jonas Hofmman (37.) den Ball bei einem Lupfer knapp über das Tor, und Stindl den Ball bei einem direkten Freistoß aus bester Position in die SC-Mauer. Wie vor einer Woche erarbeitete sich der Sport-Club kurz vor der Halbzeitpause aber doch noch eine gute Gelegenheit zur Führung. Lucas Höler hatte sich mit einem Antritt schön durchgesetzt, seinen Flachschuss wehrte Sommer in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs ebenfalls.

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Nachdem Koch mit einem Flachschuss knapp das Tor verfehlt hatte, übernahmen die Gäste erneut die Spielkontrolle. Philipp Lienhart verhinderte mit einer Rettungsaktion vor dem einschussbereiten Marcus Thuram (53.) den Mönchengladbacher Führungstreffer. Beim SC kamen wenig später Jonathan Schmid und Nils Petersen (57.) in die Partie, und wenn das Schwarzwald-Stadion wie gewohnt voll besetzt gewesen wäre, wäre wiederum nur wenig später lautstarker und begeisterter Jubel zu hören gewesen. Gerade 63 Sekunden war Petersen auf dem Platz, als Grifo einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld vor das Tor zirkelte und der SC-Rekordtorschütze mit einem Kopfball und seinem zehnten Saisontreffer die Führung erzielte.

Eine sicherlich auch glückliche Führung, die aber einmal mehr die Stärke des SC bei Standardsituationen unterstrich und am Ende auch den entscheidenden Unterschied zu dem lange Zeit sehr ähnlichen Spiel am Freitagabend zuvor darstellte. Ähnlich blieb weiterhin, dass der Sport-Club nur wenige Chancen für die Gäste zuließ. Stindl verzog noch einmal knapp, ebenso wie Höler auf der Gegenseite - und kurz darauf geriet die Borussia in Unterzahl. Der bereits verwarnte Plea sah nach einem erneuten Foulspiel gegen Koch die Gelb-Rote Karte (68.).

Nach Gelb-Rot für Plea noch weitere SC-Chancen

Die Gäste versuchten trotzdem weiter, selbst noch einen Treffer zu erzielen. Allerdings verteidigte der SC konzentriert und leidenschaftlich und kam in der Schlussphase selbst noch zu guten Gelegenheiten. Waldschmidt (74.), Koch (77.), der an Sommer scheiterte, Höler kurz darauf mit einem Aufsetzer und in der Schlussphase (84.) noch einmal mit einem Kopfball verpassten es, die Partie vorzeitig zu entscheiden.

Am Ende war es dennoch wie so oft in den letzten 18 Jahren: Borussia Mönchengladbach war zwar als favorisiertes Team in den Breisgau gekommen. Die Heimreise musste die Fohlenelf aber einmal mehr als Verlierer antreten. Der Sport-Club dürfte nach dem ersten Sieg seit dem Re-Start der Bundesliga mit nun 41 Punkten den vorzeitigen Klassenerhalt gesichert haben. "Jetzt steigen wir nicht mehr ab", erklärte Christian Streich angesichts von nur noch vier verbleibenden Begegnungen.

Acht Tage Zeit bleibt nun, bis die SC-Spieler wieder ihr Trikot wechseln werden. Am 31. Spieltag ist wahrscheinlich der schon bekannte Auswärtsdress an der Reihe, wenn der Sport-Club am Samstag in einer Woche (13. Juni, 15.30 Uhr) zur Partie beim VfL Wolfsburg antritt.

Dirk Rohde

Fotos: Achim Keller

Stenogramm

SC Freiburg: Schwolow - Kübler (57., Schmid), Lienhart, Heintz, Günter - Sallai (57., Petersen), Höfler, Koch, Grifo (88., Frantz) - Waldschmidt (83., Haberer), Höler (88., Kwon)

Trainer: Christian Streich

 

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi (81., Traore), Bensebaini - Hofmann (81., Benes), Neuhaus, Stindl (81., Raffael) - Herrmann (72., Wendt), Plea, Thuram

Trainer: Marco Rose

Schiedsrichter: Markus Schmidt Zuschauer: -
Tore: 1:0 Nils Petersen (59.)
Gelb: Kübler, Koch, Waldschmidt, Höfler - Rot: - Max Eberl
Gelb-Rot: - Plea
 

Die Bilder zum Spiel gegen Mönchengladbach

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