Der SC Freiburg II bleibt in der Regionalliga Südwest weiterhin ungeschlagen. Am siebten Spieltag trennte sich das Team von Christian Preußer und Uwe Staib nach einer spannenden Partie in der Freiburger Fußballschule 2:2 (1:1) von Kickers Offenbach und steht nun auf dem zweiten Tabellenplatz.
Die Gefühlslage bei Christian Preußer nach einer rasanten Begegnung und der Punkteteilung bildete ein wenig den Verlauf des dritten Heimspiels der U23 in dieser Saison ab. „Auch wenn sich das nach dieser Schlussphase vielleicht komisch anhört: Mit dem Ergebnis bin ich heute unzufrieden", sagte der SC-Trainer.
Denn erst in der vorletzten Spielminute hatte Yannik Keitel mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter dafür gesorgt, dass der SC Freiburg II auch im sechsten Saisonspiel punktete und damit nach wie vor ungeschlagen ist. Die Unzufriedenheit des Coachs bezog sich darauf, dass das Team, in dem auch SC-Profi Lino Tempelmann Spielpraxis sammelte, in einer äußerst starken ersten Halbzeit von mehreren erarbeiteten Chancen nur eine nutzte.
Gegenüber dem 5:0-Sieg bei der SG Sonnenhof Großaspach am vergangenen Mittwoch rückte neben Tempelmann auch Luca Herrmann in die Startelf. Claudio Kammerknecht saß dafür auf der Bank, außerdem fehlte der gelb-rot-gesperrte Kevin Schade. Im Zentrum der Dreierabwehrreihe spielte diesmal Kapitän Johannes Flum.
Der Sport-Club bestimmte die von Beginn an temporeiche Begegnung zunächst, in den ersten 25 Minuten ließen aber beide Teams keine echten Torchancen zu. Die Freiburger Führung und das erst zweite Gegentor für Kickers Offenbach in dieser Saison leitete Tempelmann ein, der bei einem entschlossenen Solo Richtung Kickers-Strafraum an mehreren Gegenspielern vorbeizog. Seine flache Hereingabe drückte Nishan Burkart (27.) aus kurzer Distanz über die Linie.
Anschließend scheiterte Marvin Pieringer, der vor der Führung bereits eine gute Gelegenheit verpasst hatte, nach einer Flanke von Herrmann an Torwart Stephan Flauder. Nur wenig später hätte der Stürmer, der bereits sechs Saisontore erzielt hat, mit einem Kopfball erneut erhöhen können. Dies gelang auch Noah Weißhaupt (37.) nicht. Flauder wehrte seinen Schuss aus spitzem Winkel ebenfalls ab.
„Der einzige Makel war diesmal, dass wir nicht mehr aus unseren Chancen gemacht haben", so Christian Preußer. „Aber natürlich hat Offenbach auch seine Qualität gezeigt." Diese äußerte sich unter anderem darin, dass die Hessen gleich ihre erste Chance nutzten. Davud Tuma ließ sich bei einem Vorstoß nicht stoppen und Mathias Fetsch (43.) verwertete seine Vorlage zum Ausgleich kurz vor der Pause.
Kurz nach dem Wiederanpfiff hätte der SC II erneut in Führung gehen können. Burkart, dessen Schuss Francesco Calabrese noch abblockte, und Kiliann Sildillia, gegen den Flauder parierte, hatten jedoch kein Abschlussglück. Der Sport-Club suchte gegen die kompakt verteidigenden Gäste immer wieder spielerische Lösungen. Pieringer, Herrmann und Burkart boten sich weitere Gelegenheiten.
Für die nächste Wendung im Spiel sorgte dann Schiedsrichter Lukas Heim. Als Flum unmittelbar vor der Strafraumgrenze gegen Florent Bojaj klärte und den Offenbacher dabei zu Fall brachte, entschied der Unparteiische auf Notbremse und Rot. Eine äußerst fragwürdige und vor allem auch unglückliche Entscheidung, denn Tunay Deniz (68.) setzte den anschließenden Freistoß unhaltbar ins rechte Toreck.
Der SC II versuchte danach trotz Unterzahl zu weiteren Chancen zu kommen und ließ dabei nur einen gefährlichen Konter zu, den Fetsch (81.) aber nicht zur Vorentscheidung nutzte. In den letzten sechs Minuten war nach einer gelb-roten Karte für Tuma dann personell wieder für Gleichzahl gesorgt.
In der Schlussphase verpasste auch der eingewechselte Jakob Lemmer nach einem Konter den dritten Offenbacher Treffer. Unmittelbar darauf war Lemmer schon wieder im eigenen Strafraum aktiv und foulte dort Weißhaupt - was dem Sport-Club die späte Ausgleichschance per Strafstoß bot, die Keitel eiskalt nutzte.
„In der ersten Halbzeit war das ein ganz starker Auftritt. Der Knackpunkt war dann die Rote Karte", bilanzierte Trainer Preußer. „Wenn man die 90 Minuten betrachtet, hätten wir den Sieg verdient gehabt. Trotzdem bin ich mit der Mannschaft hochzufrieden, denn sie hat sich gegen alle Widerstände in diesem Spiel durchgekämpft und wir sind weiter ungeschlagen."
Als Tabellenzweiter reist der SC Freiburg II jetzt zur nächsten Auswärtsbegegnung. Am kommenden Samstag, 10. Oktober (14 Uhr), ist dann die TSG Hoffenheim II der Gastgeber.
Dirk Rohde
Foto: Achim Keller
SC Freiburg II: Thiede - Sildillia, Flum, Ezekwem - Faber, Tempelmann, Keitel, Weißhaupt - L. Herrmann (82. Braun-Schumacher) - Burkart (82. Bacher), Pieringer (62. Furrer) Kickers Offenbach: Flauder - Calabrese, Zieleniecki, Karbstein, Tuma - Campagna (84. Albrecht), Deniz - Sobotta (65. Lemmer), Bojaj (86. Dierßen), Firat - Fetsch | |
Schiedsrichter: Lukas Heim (Waghäusel) | Zuschauer: - |
Tore: 1:0 Burkart (27.), 1:1 Fetsch (43.), 1:2 Deniz (68.), 2:2 Keitel (89., FE) | |
Gelb: Furrer, Trainer Preußer - Calabrese, Fetsch | Rot: Flum (66., Notbremse) |
Gelb-Rot: Tuma (84.) |