„Prävention bedeutet, den Blick zu weiten“
In zwei Präventionsveranstaltungen setzten sich die U16, U17, U19 und U23 des SC am Montag und Dienstag intensiv mit dem Thema Sucht und persönlicher Verantwortung auseinander.
Vermittelt wurden die Inhalte von Jugendcoach Simon Batta, dessen Vergangenheit von Drogen und Kriminalität geprägt war. Anhand seiner eigenen Lebensgeschichte gab er eindrückliche und emotionale Einblicke. Ziel der Veranstaltungen war es, die Spieler für Risiken zu sensibilisieren und ihnen Impulse für einen bewussten Umgang mit Herausforderungen im sportlichen und privaten Alltag zu vermitteln.
Präventionsarbeit ist fester Bestandteil der Nachwuchsarbeit beim SC Freiburg. „Zum einen ist sie Teil der Lizenzierungsauflagen der DFL – was absolut richtig und wichtig ist. Darüber hinaus haben wir in Freiburg aber auch die Möglichkeit, weitergehende Maßnahmen umzusetzen“, erklärt Joshua Klein, Pädagoge und Kinderschutzbeauftragter in der Freiburger Fußballschule. Gerade im Umgang mit jungen Menschen spiele das Thema Sucht eine zentrale Rolle – sowohl zur eigenen Orientierung als auch, um im Umfeld handlungsfähig zu bleiben.
Persönliche Biografie als Zugang
Nach einer kurzen Einführung übergab Klein an Simon Batta, der ohne Präsentation direkt aus seiner eigenen Biografie berichtete. Offen und sehr persönlich schilderte er seinen Lebensweg, um den Spielern einen emotionalen Zugang zu ermöglichen und sie zur Selbstreflexion anzuregen.
„Gerade im Leistungssport ist der Blick oft ganz klar darauf gerichtet, Profi zu werden. Aber wie viele werden es wirklich? Das sind die wenigsten“, so Batta. Für ihn bedeute Prävention deshalb vor allem eines: „den Blick zu weiten“ – sich breiter aufzustellen, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und sich auch Hilfe zu holen, wenn man an persönliche Grenzen stößt.
Geschützter Raum für offenen Austausch
Im Anschluss an die Erzählung von Simon Batta, der 2019 den Simon Batta Jugendcoaching e. V. gegründet hat, verließen die Mitarbeitenden des SC Freiburg bewusst den Raum. „Uns war es wichtig, einen geschützten Rahmen zu schaffen, in dem die Jungs ohne Angst, mitgehört zu werden, Fragen stellen oder von eigenen und familiären Erfahrungen berichten können“, erläutert Klein. Erst dieser Schritt ermögliche einen wirklich authentischen Austausch.
Dieser Ansatz wurde von den Spielern gut angenommen. Es entwickelte sich ein offenes Gesprächsklima, in dem persönliche Themen Platz fanden und ernst genommen wurden – ein zentraler Baustein wirksamer Präventionsarbeit.
Nachhaltige Eindrücke
Auch für Simon Batta selbst waren die beiden Termine in der Freiburger Fußballschule besonders. Er habe die Offenheit, Neugier und Wertschätzung der Spieler deutlich gespürt – sowohl während der Veranstaltungen als auch im Nachgang. Für ihn ein klares Zeichen, dass die Inhalte nachwirkten und weitergedacht wurden.
Mit den beiden Präventionsveranstaltungen unterstreicht der SC Freiburg einmal mehr seinen ganzheitlichen Ansatz in der Nachwuchsarbeit: Junge Spieler sollen nicht nur sportlich ausgebildet, sondern auch als Persönlichkeiten gestärkt werden – auf und neben dem Platz.
Foto: SC Freiburg

