„Auftakt nach Maß“ für die U19
Die A-Junioren des SC Freiburg siegen zum Hauptrundenauftakt der DFB-Nachwuchsliga B beim TSV 1860 München mit 2:0. Das Highlight unter vielen: ein direkt verwandelter Eckball.
Kaum war die Partie gegen den TSV 1860 München angepfiffen, war die Winterpause wie weggeblasen. Dass die U19 des SC Freiburg knapp neun Wochen lang ohne Pflichtspielpraxis gewesen war, merkte man ihr nicht an. Und wie weggefegt waren auch die Ergebnisse der vorangegangenen Testspielwochen, in denen die A-Junioren in den „Schweizer Wochen“ drei Niederlagen in drei Spielen kassiert hatten: gegen die U19 des FC Winterthur (2:3), des FC Zürich (1:2) und des FC Thun (0:3). So hatte Julian Wiedensohler schon vor dem Auftakt der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga B bei den „Löwen“ die Defizite seines Teams klar analysiert und angesprochen: „Gerade im Spiel gegen den Ball, in Defensivzweikämpfen, müssen wir zulegen.“
Gesagt, getan: Beim TSV 1860 München war die U19 des SC Freiburg von Beginn an das spielbestimmende Team, agierte sehr dominant, ging überzeugt in die Zweikämpfe und erarbeitete sich zahlreiche Torchancen. Nach einer scharfen Flanke von Außenverteidiger Nicolas Schnerring hätte Djamal Faram die Führung beinahe auf dem Fuß, hätte sein Fuß den Ball nicht um wenige Zentimeter verpasst (13.). Mindestens genauso knapp waren die Möglichkeiten von Kimi Baur (23.) und Malik Kassassir (29.), die jeweils nach Eckbällen zum Abschluss kamen, das Münchner Tor aber jeweils nur um Grashalmlängen verpassten.
Nach einer weiteren Großchance von Leon Sawas, der aus halbrechter Position an „Löwen“-Keeper Mauricio Dunker scheiterte (und dabei leider den besser postierten Mitspieler Kimi Baur in der Mitte übersah, 31.), belohnte sich der Sport-Club für seinen Sturm und Drang. Und wie! Linksfuß Jakob Benz, der im Testspiel gegen den FC Thun bereits eine Ecke frech an den Pfosten geschnippelt hatte, zielte diesmal gegen 1860 München genauer – und verwandelte den Eckstoß von rechts maßgenau ins lange Eck (34.). „Den tritt er natürlich perfekt“, lobte Coach Wiedensohler seinen Schützen im Anschluss. Und beinahe hätten sich Wiedensohler und sein Team noch vor der Pause über einen weiteren Treffer freuen können, als Jannik Veit (von der U17 hochgezogen) einen Volleyschuss von der 16er-Kante abfeuerte, der den Kasten nur knapp verpasste (45.).
Sport-Club lässt defensiv nichts zu
„Ein Team mit hoher Robustheit, geradlinig im Spiel nach vorn“ – so hatte SC-Trainer Julian Wiedensohler den Gegner vor Spielbeginn beschrieben. Die U19 von 1860 München war dem Trainer und dem Team des SC Freiburg wohlbekannt, waren sie doch in der Vorrunde bereits zwei Mal aufeinandergetroffen (2:4 und 2:0). Gegen beide Eigenschaften des Teams hatte der Sport-Club nun im dritten Aufeinandertreffen der laufenden Spielzeit gute Antworten parat. Auf die Robustheit antworteten die A-Junioren aus dem Breisgau mit noch größerem Willen, die Geradlinigkeit des Gegners im Angriff unterbanden sie durch aggressive Zweikampfführung und volle Konzentration „in jeder Phase der Partie“, wie Wiedensohler lobte. Über die gesamten 90 Minuten ließ der Sport-Club keinen einzigen Schuss der Gäste aufs Freiburger Gehäuse zu.
Gelb-Rote Karte für die Gastgeber
Zu Gute kam dem SC Freiburg im zweiten Durchgang auch ein Platzverweis der Gastgeber. „Löwen“-Verteidiger Jamie Jenni senste an der Außenlinie den eingewechselten Osagie Okungbowa um, flog mit Gelb-Rot vom Platz (68.). Der Gefoulte erhöhte eine Viertelstunde später nach Vorlage von Kimi Baur zum 2:0. Bei diesem Ergebnis blieb es dann auch.
Für Coach Julian Wiedensohler war der Auswärtssieg in München, „gegen einen der schwersten Gegner in der Gruppe“, ein „Auftakt nach Maß“. Er habe eine „sehr, sehr engagierte Leistung“ seiner Mannschaft gesehen, die sie in den kommenden Wochen gerne so wiederholen darf. Möglichst gleich am kommenden Wochenende, wenn es daheim gegen Aufsteiger Rot-Weiss Walldorf geht (Sonntag, 15. Februar, 11 Uhr, Möslestadion).
Christian Engel
Foto: SC Freiburg
Stenogramm
| Aufstellung Heimteam: Pizarro – N. Schnerring (85. Dreher), Gellert, Boos, Kassassir – Sawas (80. A. Schnerring), E. Klaus, Veit (60. Okungbowa) – Faram (80. Fritschi), Baur (80. Richter), Benz (85. Probst) | |
| Trainer: Julian Wiedensohler | |
| Bank: Kamis (TW) | |
| Aufstellung Auswärtsteam: Dunker – Mühl (87. Lippmann), Schurz (87. Osmani), Jenni, Estermann – Krasniqi, Fiedler (74. Efe), Karakoc (66. Wohlketzetter) – Bannert (46. Kawele), Hohmann (87. Weinelt), Calderon | |
| Trainer: Jonas Schittenhelm | |
| Bank: Scholl (TW) | |
| Tore: 0:1 Benz (34.), 0:2 Okungbowa (83.) | |
| Schiedsrichter: Pirmhin Phil Fronmüller | |
| Zuschauer/innen: 150 |

