Verdienter Sieg zum Bundesliga-Heimstart
Die Frauen des SC Freiburg haben ihr erstes Heimspiel in der neuen Saison der Google Pixel Frauen-Bundesliga gegen den 1. FC Union Berlin mit 1:0 (0:0) gewonnen. Den Siegtreffer erzielte nach der Pause Kapitänin Lisa Karl (54.).
Zur Mittagszeit und wieder mit zahlreichen Fans auf der Nordtribüne, die nach Umbaumaßnahmen unter den Rängen und auf dem Stadiongelände nach rund einem Jahr erstmals wieder geöffnet war, startete der SC Freiburg zuhause in die neue Bundesligasaison. Einen Auswärtspunkt hatte das Team mit dem 1:1 beim Saisonstart im Hamburger Volksparkstadion geholt. Drei weitere kamen beim Heimauftakt hinzu: Mit einem knappen, aber – wie auch Gästetrainerin Marie-Louise Eta nach dem Spiel konstatierte – „insgesamt verdienten Sieg für Freiburg“.
Über diesen freute sich natürlich auch Marco Konrad. „In der ersten Halbzeit war es noch ein bisschen zu viel Hin und Her. Da gilt es daran zu arbeiten, mehr Ruhe in unser Spiel zu bekommen“, sagte der SC-Trainer. „Wir wussten aber auch um die Qualität von Union. Insgesamt freue ich mich über eine super Mannschaftsleistung mit großem Einsatz von sämtlichen Spielerinnen.“
Keine Änderungen in der Anfangsformation
Nach dem Remis in Hamburg setzte Konrad gegen die Köpenickerinnen auf dieselbe Startelf. Auch die Ausfallliste der SC-Frauen beim Heimstart glich der zum Saisonauftakt: Neben Laura Benkarth, Ingibjörg Sigurðardóttir, Meret Felde (alle Schwangerschaftspause fehlten gegen den Hauptstadtclub weiterhin auch Nia Szenk (muskuläre Beschwerden), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha) und Nora Scherer (Aufbautraining).
Bei den Gästen gehörten mit Eileen Campbell, Samantha Steuerwald und Leela Egli drei frühere SC-Spielerinnen zum Anfangsaufgebot. Mit Judith Steinert saß eine weitere zunächst auf der Bank. Di Berlinerinnen erarbeiteten sich in der Anfangsphase etwas mehr Spielanteile. Ein Distanzschuss von Lea Kamber, mit dem SC-Torhüterin Anna Reimann in ihrem ersten Bundesliga-Heimspiel für den Sport-Club aber keine Mühe hatte, und eine Hereingabe von Kamber, die Campbell knapp verpasste, waren erste Gelegenheiten.
Keine Tore vor der Halbzeitpause
Allmählich kamen aber auch die SC-Frauen zu mehr Ballbesitz und offensiven Aktionen. Eine Hereingabe von Maj Schneider fand keine Abnehmerin. Ilayda Açıkgöz wurde nach einem Pass von Nicole Ojukwu im Strafraum noch vor dem möglichen Abschluss vom Ball getrennt (20.). Klare Torchancen hatte die Partie vor der ersten Trinkpause noch nicht geboten. Beide Mannschaften verteidigten kompakt. Mit einem Distanzversuch von Sophie Weidauer verzeichneten die Gäste den nächsten Torschuss. Aus besserer Position kam kurz darauf Egli zum Abschluss, schoss aber deutlich über das Tor (28.).
Für den Sport-Club verpasste Alena Bienz die nächste Gelegenheit. Insgesamt fehlte es dem Freiburger Angriffsspiel vor der Pause noch an der letzten Konsequenz und Durchschlagskraft. Auch ein Freistoß von Ojukwu blieb in der Abwehrmauer hängen, ebenso wie der Nachschuss der Österreicherin (40.). Im Anschluss an eine Ecke verfehlte Emma Memminger das Union-Tor knapp.
Kapitänin Karl trifft per Kopf
Der zweite Durchgang begann mit einer Doppelchance für die SC-Frauen. Nach einer Abwehr von Torhüterin Nadine Böhi wurde zunächst ein Schuss von Lisa Kolb abgeblockt. Der Nachschuss von Memminger ging am langen Eck vorbei. Der Sport-Club presste die Berlinerinnen jetzt früher und agierte druckvoller als vor der Pause. Zwar konnte auch Luca Birkholz nicht von einem Berliner Abspielfehler im eigenen Strafraum profitieren, dafür bejubelten die SC-Fans kurz darauf das Führungstor für die SC-Frauen. Einen Eckball von Ojukwu köpfte Kapitänin Lisa Karl am langen Pfosten ein (54.) .
„Nach der Pause war die Idee, wieder mehr zu machen, auch mit dem Ball. Das haben alle toll umgesetzt und wir haben uns schließlich durch einen Standard belohnt“, sagte Trainer Konrad. Nach einer Möglichkeit für Union durch Weidauer erarbeiteten sich die SC-Frauen dann mehrere Gelegenheiten, um den Vorsprung auszubauen. Ein Kopfball von Memminger ging über das Tor. Nach einem Antritt von Kolb war Torfrau Böhi zur Stelle, und nach einem erneuten Eckball verfehlte Bienz das Tor (63.). Im vierten Viertel der Begegnung, nach der zweiten Trinkpause, folgten auch die ersten Wechsel auf Freiburger Seite. Selina Vobian und Carina Brunold kamen ins Spiel.
Noch Chancen auf weitere Treffer
In diesem parierte zunächst Reimann stark, als die 17-Jährige nach mehreren Abschlussversuchen der Gäste einen Ball von Steuerwald noch von der Linie fischte (76.). Die Gäste kamen noch einmal besser ins Spiel. Aber auch die nächsten Möglichkeiten besaßen die SC-Frauen, mit Schüssen von Brunold und Karl, die jeweils Böhi parierte.
Einige Minuten später hätte die eingewechselte Amira Arfaoui beinahe einen Traum-Heimeinstand gefeiert. Der Neuzugang von Werder Bremen war erst ein paar Sekunden auf dem Feld, als Memminger den Ball im Union-Strafraum quer zu Arfaoui legte, deren Schuss Böhi noch an den Pfosten lenkte (86.). Es reichte aber auch so zum ersten Saisonsieg für die SC-Frauen, die in der gesamten Partie auch defensiv überzeugend aufgetreten waren und nach dem Schlusspfiff erstmals in der neuen Bundesligasaison mit ihren Fans im Dreisamstadion drei Punkte feiern konnten.
Zum zweiten Auswärtsspiel der Saison reist der SC Freiburg am kommenden Wochenende zum Deutschen Meister FC Bayern München. Die Partie am Sonntag, den 6. September, beginnt um 16 Uhr.
Dirk Rohde
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| SC Freiburg: Reimann – Karl, Axtmann, Vojteková (90. Stierli), Memminger – I. Açıkgöz (85. Arfaoui), Ojukwu – Bienz (75. Brunold), Schneider, Kolb (75. Vobian) – Birkholz (90. Seghir) | |
| Trainer: Marco Konrad | |
| Bank: Barth (Tor), Maas, Hebben,Vincze | |
| 1. FC Union Berlin: Böhi – Janssens, Tysiak, Steuerwald, Schneider (61. Steinert) – Gräwe, Veit (46. Bauereisen) – Campbell (80. Weiß), Kamber, Egli (61. Reissner) – Weidauer (68. Heiseler) | |
| Trainerin: Marie-Louise Eta | |
| Bank: Smolarczyk (Tor), Bösl, Helgesen, Halverkamps | |
| Tore: 1:0 Karl (54.) | |
| Gelbe Karten: I. Açıkgöz – Gräwe, Schneider, Weidauer, Kamber, Janssens | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichterin: Davina Lutz (Poppenhausen) | |
| Zuschauer/innen: 1.806 |
