SC-Frauen gewinnen letzten Härtetest
Die Frauen des SC Freiburg konnten ihr Testspiel gegen den VfB Stuttgart mit 1:0 (1:0) für sich entscheiden. Ein verwandelter Strafstoß von Luca Birkholz brachte den SC auf die Siegerstraße.
Vor heimischer Kulisse im Dreisamstadion fand das Team von Marco Konrad zunächst nicht gut in die Partie, ging kurz vor der Pause dennoch in Front. Durch die Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt konnten die Breisgauerinnen ihre Führung anschließend verdient ins Ziel bringen.
„Ich habe zwei unterschiedliche Halbzeiten bei extremen Bedingungen gesehen. Für uns war es ein guter Test, weil wir nochmal ein paar neue Erkenntnisse gewonnen haben“, resümiert Cheftrainer Konrad die 90 Minuten.
In der Zusammenstellung seines Spieltagkaders wurde er von einigen Ausfällen limitiert. Zu den bereits ausfallenden Laura Benkarth, Ingibjörg Sigurdardottir (beide schwanger), Zoe Schick (Kreuzbandriss), Tessa Blumenberg (Reha) und Nora Scherer (Sprunggelenksverletzung), gesellte sich nun auch die kürzlich schwanger gewordene Meret Felde hinzu.
Gäste aus Stuttgart zu Beginn aktiver
Bei gemessenen 36 Grad im Schatten sahen etwa 300 Zuschauende in Freiburg zunächst einen mutig auftretenden VfB. Der Zweitliga-Meister aus der vergangenen Spielzeit und diesjährige Bundesliga-Neuling verzeichnete mehr Spielanteile, konnte aus seinen Möglichkeiten jedoch kein Kapital schlagen. In der fünften Spielminute parierte Reimann im Tor des SC nach einem kurz ausgespielten Freistoß, ein paar Minuten später rauschte ein Kopfball der Stuttgarter Stürmerin rechts am Freiburger Kasten vorbei (18.).
In der Folge spielte sich ein Großteil des Geschehens im Mittelfeld ab. Viele Zweikämpfe und Ungenauigkeiten ließen nur wenig Raum für gefährliche Aktionen in den jeweiligen Strafräumen. „In der ersten Halbzeit waren wir ein bisschen zu gierig und kopflos. Dadurch haben wir oftmals den Zugriff verpasst“, ordnet Marco Konrad den ersten Abschnitt ein.
SC-Führung mit dem Pausenpfiff
Trotz weniger Chancen zeigten sich die Breisgauerinnen dann aber effizient. Eine von Ojukwu auf den zweiten Pfosten getretene Ecke rutschte zu Birkholz durch, die das Leder artistisch mit der Hacke vors gegnerische Tor brachte. Dort sprang der Ball unglücklich an einen Stuttgarter Arm - Strafstoß.
Den Protesten des VfB zum Trotz ließ sich Birkholz diese Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte aus elf Metern sicher unten links (45+2.). Daraufhin pfiff der Schiedsrichter gar nicht mehr an und schickte beide Teams in die Halbzeitpause.
Freiburgerinnen mit verändertem Gesicht
Für die zweiten 45 Minuten tätigte Konrad personelle Veränderungen und brachte mit Memminger, Kolb und Açıkgöz drei neue Gesichter. Der Seitenwechsel zog ebenfalls einen deutlich besser aufgelegten SC mit sich. Das Spiel der Breisgauerinnen zeichnete sich nun immer wieder mit längeren Ballstafetten und gefährlichen Aktionen aus.
Am Ende einer schönen Kombination auf der rechten Seite brachte Karl das Spielgerät scharf in die Mitte, dort verfehlte Kolb knapp aus spitzem Winkel (60.). Nur eine Minute später startete der SC einen nahezu identischen Angriff. Wieder legte Karl in die Mitte ab, diesmal konnte die eingewechselte Memminger nicht verwerten (61.).
Nach weiteren Wechseln agierten die Gastgeberinnen weiter souverän, konnten sich noch einige Möglichkeiten erspielen und ließen in der Defensive kaum etwas anbrennen. Einzig in der 78. Spielminute musste Reimann nach einem Distanzschuss eingreifen, während Vobian per Freistoß auf der Gegenseite nur knapp verpasste (86.)
„In der zweiten Hälfte haben wir die Pressing-Situationen deutlich besser erkannt und waren auch mit Ball abgeklärter. Das haben wir richtig gut gemacht“, zeigt sich auch Cheftrainer Konrad mit der Leistungssteigerung seines Teams zufrieden.
Mit Selbstvertrauen und Vorfreude in den Ligastart
Durch den 1:0-Erfolg gegen den VfB konnten die SC-Frauen auch den zweiten Ligakonkurrenten in der Vorbereitung besiegen. „Auch wenn das Ergebnis für uns zweitrangig war, tut uns der Sieg natürlich gut. Jetzt fiebern wir dem Saisonstart entgegen, die Vorfreude ist groß“, richtet Konrad den Blick auf den Sonntag in einer Woche.
Dann bestreitet der SC sein Auftaktspiel der Frauen-Bundesliga gegen den HSV. Die Partie wird im Hamburger Volksparkstadion ausgetragen, Anpfiff ist um 18:30 Uhr.
Matias Hartmann
Fotos: SC Freiburg
Aufstellung SC Freiburg: Reimann – Szenk (46. Memminger), Axtmann (67. Maas), Vojteková (67. Stierli), Karl – Schneider (80. Simmen), Ojukwu (45. Açıkgöz) – Arfaoui (45. Kolb), Seghir (67. Vobian), Bienz (67. Vincze) – Birkholz (67. Brunold)
