Ein letzter Heimpunkt für "Freuburg"

Der Sport-Club hat sich am vorletzten Bundsliga-Spieltag und im letzten Heimspiel der Saison 1:1 (1:1) vom FC Ingolstadt 04 getrennt. In einer kampfbetonten und intensiven Partie traf Maximilian Philipp zur Führung (30.). Dario Lezcano (43.) konnte jedoch noch vor der Pause ausgleichen. Für die Gäste bedeutete der Endstand den Abstieg aus der Bundesliga, der Sport-Club steht nun auf dem sechsten Tabellenplatz.

„Ihr macht echt Freude. Danke Fans!" stand auf dem großen Banner, das die Mannschaft nach dem Spiel auf dem Rasen durch das Schwarzwald-Stadion trug. Damit bedankten sich Spieler und Trainer, die dabei auch die neuen „Freuburg"-Shirts trugen, nicht nur für die tolle Unterstützung im letzten Heimspiel durch die SC-Anhänger, sondern für die leidenschaftliche Begleitung des Teams während der gesamten Saison.

 

Unverändert ins Spiel gegen die Schanzer

 

Gegen den Tabellenvorletzten, der am Ende der Partie als zweiter Bundesliga-Absteiger feststand, hatte sich das Trainerteam um Christian Streich für dieselbe Startformation wie beim 2:0-Sieg gegen Schalke 04 am vergangenen Sonntag entschieden. Etwas war trotzdem anders: Der Sport-Club trug gegen Ingolstadt erstmals die neuen roten Heimtrikots der kommenden Spielzeit 2016/17. Ein schönes Jubiläum konnte dazu Christian Günter feiern: Der 24-jährige Außenverteidiger bestritt sein 100. Bundesligaspiel für den SC Freiburg. Es sei vor allem eine Frage der Haltung und Fokussierung, hatte Christian Streich vorab gesagt, um beim Heimfinale noch einmal eine ebenso konzentrierte und erfolgreiche Partie zu zeigen wie am letzten Spieltag.

 

Damit tat sich der Sport-Club in der Anfangsphase jedoch schwer. Die Gäste, die auf drei Punkte in Freiburg angewiesen waren, um ihre Chance auf den Klassenerhalt zu wahren, begannen aggressiver und offensiver und hatten zunächst mehr vom Spiel. Nach einem abgewehrten Eckball parierte SC-Torwart Alexander Schwolow einen ersten Torschuss von Pascal Groß. Nach einer Viertelstunde zielte der Ingolstädter mit einem weiteren Versuch vorbei. Der SC, der gegen die kompakten Oberbayern weiterhin Mühe und noch nicht zu einem sicheren Passspiel gefunden hatte, blieb zunächst ohne Abschluss. Die erste Torchance war dann allerdings gleich hochkarätig. Nach einem langen Ball hatte Florian Niederlechner (20.) freie Bahn auf das Gästetor, doch Marvin Matip verhinderte mit einer klärenden Grätsche das Führungstor.

 

Philipp trifft zur Führung, Lezcano gleicht aus

 

Die umkämpfte Partie war zwischenzeitlich immer wieder nach Fouls unterbrochen, was es dem SC zusätzlich erschwerte, in den Rhythmus zu finden. Ein weiterer langer Ball leitete schließlich das Führungstor für die Gastgeber ein. Verteidiger Roman Brégerie verfehlte die Kopfballverlängerung durch Niederlechner, so dass Maximilian Philipp (30.) plötzlich das Tor vor sich hatte und mit einem Flachschuss in die lange Ecke traf. Es war das neunte Saisontor des Offensivspielers, nach dem ersten Freiburger Torschuss in dieser Begegnung. Kurzzeitig schienen die Gäste von dem Rückstand beeindruckt, doch die Schanzer kämpften weiter um ihre letzte Ligachance und kamen kurz vor der Pause zum Ausgleich. Tisserand war mit dem Ball im Mittelfeld durchgestartet und wurde auf seinem Weg in den Strafraum von keinem Gegenspieler nachhaltig genug gestört. Den Schuss des FCI-Verteidigers parierte Schwolow zwar noch, doch Dario Lezcano (43.) köpfte den abgewehrten Ball ins Tor.

 

Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Begegnung offen, eng und von beiden Seiten intensiv geführt. Der SC zeigte den besseren Start nach der Pause. Schon mit dem ersten Angriff erspielte sich Niederlechner die Chance zur Führung, doch Torwart Martin Hansen wehrte ab. Kurz darauf wurde ein weiterer Schuss des SC-Stürmers (48.) noch geblockt. Janik Haberer verpasste beim entschlossenen Freiburger Start im zweiten Durchgang das Tor mit einem Distanzschuss. Aber auch die Gäste erarbeiteten sich danach wieder gute Gelegenheiten, doch der starke Alexander Schwolow ließ sich in dieser letzten Saisonhälfte zuhause kein weiteres Mal überwinden. Gegen Mathew Leckie (53.) parierte der SC-Schlussmann ebenso stark, wie nach einem Schuss von Markus Suttner (60.). Almog Cohen verzog Minuten später bei der nächsten Gelegenheit für die jetzt wieder druckvoll auftretenden Gäste.

 

Intensiver zweiter Durchgang ohne weitere Tore

 

Beim Sport-Club kamen mit Vincenzo Grifo, Nils Petersen und später Pascal Stenzel frische Kräfte in die nach wie vor spannende Partie. Es dauerte einige Zeit, bis die Gastgeber wieder effektiver den Weg nach vorne fanden. Grifo scheiterte mit einem Freistoß aus rund 28 Metern an Hansen. Später verhinderte der dänische Torwart nach einer gut getimten Flanke von Christian Günter und einem wuchtigen Kopfball von Stenzel (81.) den zweiten SC-Treffer. Aber auch die Schanzer kämpften bis zum Schluss um einen Auswärtssieg am vorletzten Spieltag - und scheiterten noch zweimal an Alexander Schwolow (83./86.). Erst klärte der SC-Keeper nach einem Kopfball von Matip auch beim Nachsetzen des Ingolstädter Kapitäns. Dann parierte er genauso reaktionsschnell den letzten Schuss des FCI von Groß. Der letzte SC-Versuch war in der Nachspielzeit Grifo vorbehalten, dessen Freistoß aber in der Abwehrmauer hängen blieb.

 

Während den Gästen der Punkt zum Klassenerhalt nicht reichte, da der Hamburger SV bei Schalke 04 Remis spielte und als Drittletzter jetzt vier Punkte vor Ingolstadt liegt, steht der Sport-Club vor dem letzten Saisonspiel beim FC Bayern München in einer Woche (Samstag, 20. Mai, 15.30 Uhr) nun auf dem sechsten Tabellenplatz, zwei Zähler vor dem 1. FC Köln und drei Punkte vor Werder Bremen. Was die mögliche Qualifikation des SC für die Europa League oder die Qualifikation zur Europa League betrifft, wird erst der letzte Spieltag endgültige Klarheit bringen.

 

Als Sechster ins Saisonfinale und zum Fan-Fest

 

„Wir haben uns entschieden, gegen die Ingolstädter Spielweise mit vielen langen Bällen und ihre Wucht trotzdem Fußball spielen zu wollen und konnten uns teilweise nicht wirklich befreien", sagte Christian Streich nach der Begegnung. „Wir hätten es ehrlich gesagt nicht verdient gehabt zu gewinnen, weil Ingolstadt zu gut war", so der SC-Coach. Für seinen Kollegen Maik Walpurgis fand er deshalb mitfühlende Worte: „Dass Ingolstadt nun abgestiegen ist, tut mir total Leid. Ich weiß genau wie das ist, vor zwei Jahren war es für uns anders herum und hat uns getroffen."

 

Die SC-Fans waren da bereits in großer Anzahl hinter die Nordtribüne geströmt, wo auf einer Bühne die Band „Otto Normal" zur Saison-Abschlussfeier aufspielte. „Es ist eigentlich Wahnsinn, aber es ist Realität", hatte der Freiburger Trainer bereits vor dem Spiel über das Erreichte in dieser Saison gesagt. Was irgendwie auch ein schönes Motto für die Stadion-Party gewesen wäre, zu der auch die Trainer und die Mannschaft zum Mitfeiern noch dazu stießen.

 

Dirk Rohde