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Mit allen Mitteln dagegengehalten

Der Sport-Club hat zum Abschluss der Englischen Woche sein Heimspiel am Freitagabend gegen Bayer 04 Leverkusen mit 0:1 (0:0) verloren. In der lange Zeit von den sicher stehenden Defensivreihen geprägten Partie des 29. Bundesliga-Spieltags schoss Kai Havertz in der 55. Minute das entscheidende Tor für die Gäste.

 

Abstand halten ist derzeit ein Gebot der Stunde. Die knappen Drei-Tages-Abstände zwischen den drei SC-Spielen dieser Englischen Woche hätten wohl durchaus noch etwas größer sein können. Vor dem zweiten Heimspiel innerhalb von sechs Tagen sorgte tagsüber zunächst auch intensiver Sonnenschein für frische Energie.

 

Auf den Platz galt es diese für den Sport-Club am Abend erneut ohne die Unterstützung seiner Fans zu bringen. „Heute hat es mir richtig weh getan, dass keine Zuschauer da waren und sie nicht sehen konnten, wie sich die Mannschaft dagegengestemmt hat", sagte Christian Streich nach dem Spiel. Denn der SC-Trainer war trotz der zweiten knappen Heimniederlage nach dem Re-Start der Bundesliga „hochzufrieden" mit dem Auftritt seines Teams. „Mehr geht gegen eine hoch motivierte Leverkusener Mannschaft mit dieser unglaublichen Qualität für Freiburger Verhältnisse nicht. Auch wie sie nach dem Rückstand weitergemacht haben war super."

 

Comeback von Kübler in der Anfangself

 

Personell veränderte das Trainerteam die erneute 4-4-2-Anfangsformation gegenüber dem 3:3 bei Eintracht Frankfurt am Dienstag auf vier Positionen. Auf der rechten Abwehrseite gab nach langer Verletzungspause Lukas Kübler sein Comeback. Der Abwehrspieler hatte zuletzt am siebten Spieltag im Oktober des vergangenen Jahres auf dem Platz gestanden.

 

Neu in der Viererkette waren außerdem Dominique Heintz und Philipp Lienhart. Im Angriff begann Nils Petersen für Luca Waldschmidt. Außer Waldschmidt saßen auch Jonathan Schmid, Manuel Gulde und Amir Abrashi zunächst auf der Bank.

 

Gästetrainer Peter Bosz nahm nach dem 1:4 gegen den VfL Wolfsburg, der ersten Leverkusener Niederlage nach 115 Tagen, sogar sechs Wechsel vor: Jonathan Tah, Aleksandar Dragovic, Julian Baumgartlinger, Daley Sinkgraven, Florian Wirtz und Leon Bailey begannen für Mitchell Weiser, Wendell (nicht im Kader), Edmond Tapsoba, Kerem Demirbay, Karim Bellarabi und Moussa Diaby (alle vier auf der Bank).

 

Höler verpasst Führung vor der Halbzeit

 

Wie in der Vergangenheit schon oft im Schwarzwald-Stadion entwickelte sich zwischen dem Sport-Club und Bayer 04 eine von Beginn an intensive Partie. Allerdings auch eine, die in der ersten Halbzeit nur ganz wenige Torraumszenen und gefährliche Abschlüsse bot. Die Rheinländer, die in der Liga den meisten Ballbesitz aller Mannschaften verzeichnen, wurden dieser Statistik auch im Schwarzwald-Stadion gerecht. Mit einem extrem präzisen Passspiel und flüssigen Kombinationen bestimmten sie die Partie vor der Pause.

 

Torschancen für den Champions-League-Anwärter vermochte der SC jedoch zunächst durch eine sehr kompakte Staffelung gegen den Ball und viel läuferischen Einsatz zu verhindern. Bis zur Halbzeit standen die Gastgeber dabei meist tief in der eigenen Hälfte und ließen die hochkarätigen Bayer-Offensivkräfte kaum zu Abschlüssen kommen. Begonnen hatte der Sport-Club dagegen in der Anfangsphase mit aggressivem Pressingspiel. Die ersten Gefahrenmomente der Partie initiierte zweimal Vincenzo Grifo mit Eckbällen.

 

Und obwohl die Gäste nach dem ersten Durchgang fast 70 Prozent Ballbesitz erarbeitet hatten, hätte der Sport-Club mit einer Führung in die Kabine gehen können. Roland Sallai bediente mit einem Pass in den Lauf Lucas Höler. Aber der Torschütze beim 1:1 im Hinspiel in der BayArena schien für einen Moment auf einen Abseitspfiff zu warten, verlor vielleicht einen Funken an Konzentration und schob den Ball anschließend, frei auf das Tor zulaufend, rechts an Keeper Lukas Hradecky, aber auch am Pfosten vorbei (43.).

 

Havertz entscheidet die Partie nach der Pause

 

Nach dem Seitenwechsel wurde der Sport-Club wieder aktiver nach vorne. Nach einer Flanke von Günter kam Sallai (51.) mit einem Kopfball zur nächsten guten Chance, verfehlte das Tor jedoch. Wenig später folgte nach einer Ecke die erste echte Gelegenheit für die Gäste. Charles Aranguiz brachte den verlängerten Ball per Kopf aber nicht Richtung Tor. Nur eine Minute später folgte der erste - und auch einzige - Torschuss von Nationalspieler Kai Havertz in diesem Spiel. Ein letztlich entscheidender, denn nach einer schnellen Leverkusener Kombination und einem Zuspiel von Bailey, stocherte der 20-Jährige den Ball von der linken Seite des Fünfmeterraums durch die Beine von Alexander Schwolow zur Führung für Bayer ins Netz (54.). Heintz hatte noch vergeblich zu klären versucht.

 

„Das ist eben die Qualität, die Havertz hat", sagte Christian Günter nach dem Spiel. „Denn wir hatten ihn eigentlich weitgehend gut im Griff. Letztlich ist das Ergebnis extrem bitter. Wir haben ein gutes Spiel gemacht gegen eine sehr gute Leverkusener Mannschaft." Diese war nach der Führung wieder spielerisch dominant und kam durch den 17-jährigen Wirtz aus der Distanz zur nächsten Möglichkeit.

 

Nach einem Doppelwechsel - für Kübler und Sallai kamen Schmid und Gulde - probierte allmählich auch der Sport-Club, wieder offensive Akzente zu setzten. Schmid (68.) verfehlte das Tor mit einem Distanzschuss. Ansonsten stand die Bayer-Defensive um Sven Bender meist sicher. In der Schlussphase drängte der SC dann allerdings noch einmal druckvoll und dynamisch auf den Ausgleich. Auch mit eingeleitet von einem Dreifachwechsel: Waldschmidt, Kwon und Frantz ersetzten Höler, Grifo und Koch.

 

Auch druckvolle Schlussphase ohne Torjubel

 

Nachdem ein direkter Freistoß von Schmid (84.) aus rund 20 Metern in der Mauer hängenblieb, leitete Heintz mit einem langen Ball auf Günter kurz vor dem Ende die beste und auch letzte Ausgleichschance ein. Günters Hereingabe nahm Petersen (88.) direkt, doch Hradecky lenkte den Ball zur Ecke.

 

„Wir hatten unsere Chancen, schade, dass sie nicht reingehen", sagte Christian Günter weiter. „Einen Punkt hätten wir mindestens verdient gehabt." So endete die Englische Woche wie sie gegen Werder Bremen begonnen hatte: Mit einer knappen 0:1-Niederlage und einem Heimspiel, in dem erneut etwas Zählbares drin gewesen wäre. „Gegen Bremen waren wir klar die bessere Mannschaft, heute waren wir nicht die schlechtere und wir haben beide Spiele verloren", resümierte Christian Streich. „So ist Fußball halt einfach."

 

Mehr zeitlicher Abstand bleibt dem Sport-Club jetzt bis zum nächsten Punktspiel am 30. Spieltag. Genau in einer Woche ist zum zweiten Heimspiel in Folge am Freitag, den 5. Juni (20.30 Uhr) im Schwarzwald-Stadion Borussia Mönchengladbach zu Gast.

 

Dirk Rohde