Stabil zum ersten Auswärtszähler

Der SC Freiburg hat sich am sechsten Bundesliga-Spieltag mit einem 0:0 beim SV Werder Bremen den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison erkämpft. Nach einer guten Leistung im ersten Durchgang verteidigte der Sport-Club in der zweiten Halbzeit aufopferungsvoll und blieb zum dritten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.


Es werde personell nicht sehr viele Veränderungen geben hatte Christian Streich, bezogen auf das Heimremis am Mittwoch gegen Hannover 96 vor dem dritten Spiel der Englischen Woche in Bremen gesagt. Letztlich gab es sogar keinen einzigen Wechsel in der Freiburger Startformation, die im Weserstadion, so der SC-Trainer, „wieder mit Mut und Überzeugung auftreten" und auch „auswärts Stabilität zeigen" wollte.

 

Startelf an der Weser unverändert

 

Was den Gästen schon im ersten Durchgang und letztlich über die gesamte Spielzeit auch gelang. Die taktische Grundausrichtung war ebenfalls unverändert geblieben, sodass der Sport-Club - erstmals in einem Auswärtsspiel in dieser Saison - in der Defensive wieder mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette agierte, in deren Zentrum Kapitän Julian Schuster spielte. Viele Möglichkeiten gestattete der SC den Bremern in einer intensiven und attraktiven Begegnung in der ersten Halbzeit nicht.

 

Der SV Werder, der wie der Sport-Club nach fünf Spieltagen noch auf den ersten Saisonsieg wartete, startete offensivfreudig und erspielte sich die ersten Möglichkeiten. Thomas Delaney (6.) köpfte nach einem Freistoß am Tor vorbei. Nach einem Schuss von Angreifer Ishak Belfodil (11.) aus spitzem Winkel war Alexander Schwolow zur Stelle und wehrte ab. Der SC verteidigte aber insgesamt konzentriert und suchte nach der Anfangsviertelstunde, in der die Gastgeber leichte Vorteile besaßen, wiederholt selbst den Weg nach vorne. Wobei sich der Sport-Club die besseren Chancen vor der Pause erarbeitete.

 

Gute Gelegenheiten vor der Pause

 

Nach einem von Florian Niederlechner (27.) gefährlich abgefälschten Distanzschuss von Pascal Stenzel lenkte Werder-Keeper Jiri Pavelenka den Ball gerade noch über die Latte. Kurz darauf bediente Janik Haberer mit einem gefühlvollen Pass Mike Frantz (31.), der beim Abschluss aber ebenfalls am Torwart scheiterte. Die beste SC-Gelegenheit im ersten Durchgang leitete wieder Haberer mit einem Pass in die Tiefe ein. Diesmal war Niederlechner (40.) der Adressat, doch auch der frei gespielte Stürmer konnte den noch einmal stark abwehrenden Pavlenka nicht überwinden.

 

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste. Die Gastgeber kehrten mit geschärfter offensiver Entschlossenheit aus der Kabine zurück. Dazu erhöhte Bremen den Druck, das Spieltempo und bestimmte die Begegnung nun wieder deutlicher. Ein Schuss von Haberer über das Tor kurz nach dem Wiederanpfiff blieb zunächst die einzige Möglichkeit für den Sport-Club. Der SV Werder erspielte sich anschließend einige Gelegenheiten zum Führungstor, der SC arbeitete mit weiterhin konsequenter und leidenschaftlicher Abwehrarbeit dagegen.

 

Bremen drückt nach dem Wiederanpfiff

 

Delaney (53.) köpfte über das Tor, kurz darauf misslang ein Kopfballveruch von Belfodil aus aussichtsreicher Position. Philipp Bargfrede (58.) setzte seinen Versuch aus der Distanz knapp vorbei und einen abgefälschten Freistoß von Delaney parierte Schwolow. „Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit ein bisschen aus der Hand gegeben, hatten vor der Pause aber auch Chancen, um in Führung zu gehen. Die hätten wir besser nutzen können", sagte Julian Schuster nach dem Abpfiff im Weserstadion. „Trotzdem können wir mit dem Punkt sicher zufrieden sein und auch damit, dass wir zu Null gespielt haben", so der SC-Kapitän.

 

Nach einer Stunde war mit Ryan Kent die erste frische Kraft beim Sport-Club ins Spiel gekommen. Später folgten mit Nils Petersen und Florian Kath zwei weitere Offensivspieler. Was unterstrich, dass auch der SC bis zum Ende seine Chance auf das Siegtor suchen wollte. Kent zielte bei seinem ersten Abschluss zu hoch. Auf der Gegenseite brachte Belfodil (67.) den Ball dann erstmals im Netz unter. Zuvor hatte der algerische Nationalspieler allerdings knapp im Abseits gestanden und Schiedsrichter Robert Hartmann gab den Treffer zurecht nicht.

 

Schwolow sichert am Ende den Punkt

 

Kurz nachdem Nils Petersen in der Partie war, erspielten sich auch die Gäste in der nach wie vor intensiven und spannenden Begegnung wieder gute Torchancen. Eine Hereingabe von Kent wurde von einem Bremer noch zur Ecke geklärt. Nach dieser traf Philipp Lienhart (72.) mit einem Kopfball aus spitzem Winkel den Pfosten. Auch in der Schlussphase drängten die Hanseaten weiter. Belfodil (75.) per Direktabnahme und kurz danach Ludwig Augustinsson trafen das SC-Tor aber ebenfalls nicht.

 

Gegen Bartels (88.) und Theodor Gebre Selasssie, der in der Schlussminute nach einer Hereingabe aus kurzer Distanz direkt abzog, wehrte Alexander Schwolow noch zweimal stark ab und sicherte dem Sport-Club den ersten Auswärtspunkt in dieser Saison.

 

Nils Petersen (81.) hatte sich vorher nach einem guten Angriffszug ebenfalls eine Chance zur Führung geboten. Noch gestört vom herauskommenden Pavlenka ging sein Schuss aber am langen Pfosten vorbei. „Es gab auf beiden Seiten gute Möglichkeiten und natürlich sehnt sich jeder nach dem ersten Dreier", sagte der Stürmer, der am Mittwoch nach seiner Einwechslung den Ausgleich gegen Hannover erzielt hatte. „Aber ich glaube, dass wir mit dem Ergebnis leben können. Es ist auch eine Qualität, in dieser Phase der Saison ein Spiel nicht zu verlieren."

 

Mit guter Tendenz aus Englischer Woche

 

Vor allem hatte sich der Sport-Club zum Ende der Englischen Woche den Punkt an der Weser durchaus verdient erarbeitet und erkämpft. „Wir haben zuletzt Spiele und Leistungen gezeigt, auf die wir aufbauen können", fand Julian Schuster. „Das ist eine gute Tendenz." Als positiv dürfte es die Mannschaft auch empfinden, dass nach dem 3-Tage-Spielrhythmus dieser Woche bis zur kommenden Partie wieder etwas länger Zeit bleibt.

 

Das nächste Heimspiel im Schwarzwald-Stadion gegen die TSG Hoffenheim findet am Sonntag in einer Woche, am 1. Oktober statt. Angepfiffen wird das badische Bundesliga-Duell zur neuen Erstliga-Anstoßzeit um 13.30 Uhr.

 

Dirk Rohde