Führung leidenschaftlich verteidigt

Der SC Freiburg hat am 23. Bundesliga-Spieltag mit 1:0 (1:0) gegen Werder Bremen gewonnen und drei weitere wichtige Punkte erkämpft. Den entscheidenden Treffer im ausverkauften Schwarzwald-Stadion erzielte Nils Petersen (24.) mit einem Foulelfmeter. Kurz vor Schluss verpasste Janik Haberer (88.) bei einem weiteren Strafstoß einen zweiten Treffer für den SC.

 

Beharrlicher Regen begleitete an diesem nasskalten Heimspieltag die Vorbereitung auf den bereits dritten Saisonvergleich mit den Hanseaten. Im Hinspiel hatte der Sport-Club an der Weser beim 0:0 seinen ersten Auswärtspunkt verbucht, das Pokalduell im Dezember der SV Werder knapp mit 3:2 für sich entschieden.

 

Startelf mit Viererkette, Stenzel und Terrazzino

 

Gegenüber dem letzten Punktspiel in Hannover gab es in der Freiburger Anfangsformation drei Veränderungen. Der zuletzt gelbgesperrte Janik Haberer kehrte in der Offensive auf zentraler Position zurück in die Startelf, die in der Defensive so formiert war wie vergangene Woche in der zweiten Halbzeit: mit einer Viererkette. Marc Oliver Kempf fehlte diesmal im Kader, Lukas Kübler, für den auf der rechten Abwehrseite Pascal Stenzel auflief, saß zunächst ebenso auf der Bank wie Tim Kleindienst, an dessen Stelle Marco Terrazzino begann.

 

Die Gäste, die ebenso wie der Sport-Club in der Rückrunde erst einmal verloren hatten, mussten auf ihren verletzten Kapitän Zlatko Junuzovic verzichten, für den Thomas Delaney spielte. Ansonsten setzte Trainer Florian Kohfeldt auf die Startformation vom 3:1-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg. Zum Anpfiff hatte sich der Niederschlag in sanften Schneefall verwandelt, der Sport-Club dagegen begann dynamisch und mit Vorwärtsdrang. Folgerichtig kamen die Gastgeber auch zur ersten Möglichkeit, aber die Direktabnahme von Terrazzino (6.), der auf der linken Mittelfeldseite spielte, während Lucas Höler den Part auf rechts übernahm, ging am Tor vorbei.

 

Petersen trifft vor der Pause per Elfmeter

 

Der SC zeigte eine starke erste Hälfte, war das spielgestaltende Team, während die Bremer, die in einer 4-1-4-1-Formation gegen den Ball operierten, fast durchweg die reagierende Mannschaft waren. Auch defensiv stand der Sport-Club stabil, baute immer wieder über die letzte Linie mit Ruhe seine Angriffszüge auf und ließ außer einem Kopfballaufsetzer von Niklas Moisander (37.), den Alexander Schwolow über die Latte lenkte, keine Chance für die Gäste zu. Dafür gelang dem auch zweikampfstarken Sport-Club im ersten Durchgang diesmal das, worauf die Mannschaft in den letzten Spielen vergeblich hingearbeitet hatte: das Führungstor.

 

Aron Johannsson hatte Terrazzino mit einem Rempler im Strafraum zu Boden befördert, woraufhin Schiedsrichter Robert Hartmann zurecht auf Strafstoß entschied. Wie im Pokal-Achtelfinale in Bremen trat Nils Petersen (24.) zur Ausführung an, wie an der Weser verwandelte der Stürmer sicher gegen seinen früheren Verein. Gleichzeitig erzielte der Stürmer seinen elften Saisontreffer sowie sein insgesamt 50. Bundesligator. Es war die erste Führung für den Sport-Club in der Rückrunde und die erste seit dem 16. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach - auch damals durch ein Elfmetertor von Petersen. Beinahe hätte der SC den Vorsprung weiter ausgebaut, doch die Kopfbälle von Robin Koch (27.) und Çağlar Söyüncü (33.), jeweils nach Freistößen von Christian Günter, verfehlten knapp das Ziel.

 

Gäste drängen im zweiten Durchgang vergeblich

 

Personell unverändert und bei jetzt dichterem Schneetreiben starteten beide Mannschaften in den zweiten Durchgang. Der Sport-Club stand nun teilweise etwas tiefer, überließ den Gästen mehr vom Spiel, verteidigte aber weiter kompakt und gut gestaffelt. Bremen vermochte seine jetzt stetig wachsenden Spielanteile zunächst kaum in ernsthafte Ausgleichmöglichkeiten umzusetzen. Ein Schuss von Hans Augustinsson (50.) passierte den langen Pfosten, ansonsten ließen die Gastgeber keine klaren Abschlusssituationen zu, kamen ihrerseits aber auch kaum zu weiteren. Ein erneuter Freistoß von Günter führte zur ersten Gelegenheit nach der Pause, aber Koch (64.) hatte seinen Kopfball zu hoch angesetzt.

 

Beim Sport-Club kam Tim Kleindienst für Terrazzino ins Spiel, Haberer wechselte auf die linke Mittelfeldseite. Nach einem Kopfballableger des ebenfalls neu gekommenen Ishak Belfodil verpasste Thomas Delaney (72.) mit einem Direktschuss die nächste Gelegenheit für die Bremer. All zu viele Chancen gestatte der Sport-Club den Gästen auch in der Schlussphase nicht mehr, obwohl der Druck der Hanseaten sukzessive zunahm und die Begegnung bis zum Ende der vierminütigen Nachspielzeit eng und entsprechend spannend blieb.

 

Haberer verpasst vorzeitige Entscheidung

 

Was auch damit zu tun hatte, dass Janik Haberer die vorzeitige Entscheidung verpasste. Nachdem mit Florian Kath und Lukas Kübler beim Sport-Club inzwischen weitere frische Kräfte auf dem Feld standen und Milos Veljkovic (79.) mit einem gefährlichen Kopfball an Schwolow gescheitert war, foulte der Werder-Innenverteidiger einige Minuten später Petersen im Strafraum. Hartmann pfiff den zweiten Foulelfmeter in diesem Spiel für den SC, und diesmal trat Haberer (88.) an, dessen Schuss das Tor aber verfehlte und nur den rechten Außenpfosten streifte.

 

Trotzdem schaffte es der Sport-Club, die Führung auch in den verbleibenden, weiter umkämpften Minuten zu verteidigen. „Sehr leidenschaftlich, sehr konsequent und sehr kompakt", wie Gästetrainer Florian Kohfeldt nach der Partie anerkennend hervorhob. „Wir sind sehr gut reingekommen ins Spiel und haben gegen den Ball alles abgearbeitet", sagte Christian Streich. „Besser geht das fast nicht. Natürlich wünscht man sich, es nach einer Führung auch fußballerisch kreativer zu lösen", so der SC-Trainer. „Aber wir machen gerade alles, was möglich ist und sind vor allem glücklich, dass wir gewonnen haben."

 

Zumal nach der ersten Führung, die man sich seit dem letzten Heimsieg in der Hinrunde gegen Mönchengladbach erarbeiten konnte. Eine Partie, die zwar nicht von Schneetreiben begleitet, aber mit dem gleichen Ergebnis und durch den selben Torschüzen wie gegen Werder gewonnen wurde. Der Sport-Club blieb nach dem sechsten Saisonsieg mit jetzt 28 Punkten Tabellenzwölfter. In einer Woche (Samstag, 24. Februar, 15.30 Uhr) reist der SC Freiburg zum nächsten Auswärtsspiel und zum badischen Bundesliga-Duell zur TSG Hoffenheim.

 

Dirk Rohde