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Lange nicht gesehene Glücksmomente

Der Sport-Club hat mit einem verdienten 3:1 (2:0)-Erfolg beim VfL Wolfsburg seinen ersten Sieg in dieser Bundesligasaison gefeiert. Roland Sallai (7.) traf bei seinem Debüt für den Sport-Club zur Führung, die Nils Petersen (21.) vor der Pause ausbaute. Der Stürmer scheiterte zunächst mit einem Foulelfmeter an Torwart Koen Casteels, traf aber im zweiten Versuch mit einem Kopfball. Kurz nach der Pause erhöhte Mike Frantz (50.) für den SC, bevor der Ex-Freiburger Admir Mehmedi (61.) noch verkürzte.



Mehr Veränderungen in der Startelf als ursprünglich geplant musste das Trainerteam um Christian Streich nach der zurückliegenden Trainingswoche vor der Partie in der Volkswagen-Arena vornehmen. Klar war, dass neben den Rekonvaleszenten Tim Kleindienst, Amir Abrashi, Caleb Stanko und Brandon Borello auch der Gelb-Rot-gesperrte Pascal Stenzel fehlen würde, für den Lukas Kübler auf der rechten Abwehrseite ins Team rückte.

 

Mit vier Veränderungen in der Volkswagen-Arena

 

In der Anfangsformation galt es darüber hinaus aber auch die Plätze von Janik Haberer, der im Training eine Schädelprellung erlitten hatte, und von Jerôme Gondorf (Infekt), im letzten Heimspiel zweifacher Torschütze für den SC, neu zu besetzen. Als Alternativoptionen in der Offensive fielen außerdem Florian Kath (Infekt) und Lucas Höler (Zehprellung) aus. Dazu saß im Vergleich zum Derby am Sonntag Florian Niederlechner zunächst auf der Bank. Für ihn begann Marco Terrazzino im Angriff neben Nils Petersen. Den Part von Haberer im defensiven Mittelfeld übernahm der erstmals in dieser Saison von Beginn an spielende Robin Koch. Anstelle von Gondorf gab in Wolfsburg auf der linken Mittelfeldseite Neuzugang Roland Sallai sein Debüt für den SC.

 

Trotz dieser Umstellungen bot sich nach dem Schlusspfiff in der Volkswagen-Arena ein lange nicht mehr gesehenes Bild: Die rund 500 mitgereisten Freiburger sangen und feierten – den ersten Dreier in dieser Saison, einen starken Auftritt ihrer Mannschaft, den ersten Bundesliga-Auswärtssieg in diesem Jahr und den ersten Erfolg in der Liga auf fremdem Platz seit Dezember 2017 in Köln. „Ich bin sehr glücklich, dass wir hier bestehen konnten und nicht nur einen Punkt geholt, sondern gewonnen haben", sagte Christian Streich zur Begegnung. „Auch die Spieler, die jetzt reingekommen sind, haben überzeugt. Wir haben vieles gut verteidigen können und wir waren effektiv", so der Trainer. „Deshalb freue ich mich sehr, dass wir uns belohnen konnten."

 

Sallai trifft beim Debüt früh, Petersen erhöht

 

Vor 25 Jahren spielte der SC Freiburg seine erste Saison in der Ersten Bundesliga überhaupt. Damals im Tor: Jörg Schmadtke. Seit diesem Sommer ist der frühere Keeper Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg, weshalb die Kompakt-Ausgabe des Stadionmagazins „Unter Wölfen" ein Foto von Schmadtke im damaligen SC-Torwartdress vor den alten Nordrängen des Dreisamstadions zierte. Zeit für Nostalgie blieb bei der zweiten Auswärtspartie der aktuellen Spielzeit aber nicht. Denn bald durften die SC-Fans in der Gästekurve die  Führung bejubeln.

 

Die Gastgeber, die in einer 4-1-4-1-Ausrichtung spielten und mit zwei Siegen sowie einem Remis einen starken Saisonstart gezeigt hatten, besaßen vor der Pause zwar meistens den Ball, das effektivere Team war jedoch der Sport-Club. Kurz nachdem Alexander Schwolow den ersten Torschuss von William pariert hatte, fiel auf der Gegenseite das erste Tor für den SC. Lukas Kübler hatte nach dem anschließenden Angriff von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten geflankt, wo Sallai (7.)  aus kurzer Distanz einköpfte. Die Wolfsburger hatten zwar weiterhin mehr vom Spiel, aber der SC verteidigte konzentriert und gut geordnet, wodurch Wolfsburg wenig Räume für eigene Offensivaktionen blieben.

 

Frantz baut Führung nach der Pause weiter aus

 

Bei der gefährlichsten VfL-Aktion vor der Pause reagierte Schwolow zweimal stark. Der SC-Torwart wehrte zunächst einen Schuss von Robin Knoche aus spitzem Winkel ab und parierte anschließend auch den zweiten Versuch von Yannick Gerhardt (20.). Kurz darauf hatte der SC seine Führung ausgebaut. Nach einem Foul von Renato Steffen an Sallai im Strafraum gab es zurecht Elfmeter. Nils Petersen trat an, scheiterte zunächst an Koen Casteeels und war dann - wie schon im DFB-Pokalspiel in Cottbus - im Nachsetzen per Kopf erfolgreich (21.). Viele Möglichkeiten für Wolfsburg ließen die Gäste dagegen auch im restlichen ersten Durchgang nicht mehr zu. Schwolow wehrte gegen Maximilian Arnold ab, Jerome Roussillon verfehlte das Tor kurz vor der Pause.

 

Davor hatte Sallai (41.) nach einem Zusammenprall vorzeitig und mit Schwindelgefühlen das Feld verlassen müssen. Für den Ungarn kam Luca Waldschmidt, tauschte die Position mit Terrazzino, der jetzt links spielte und legte wenige Minuten nach dem Beginn der zweiten Halbzeit mit einem gefühlvollen Pass in die Tiefe den dritten SC-Treffer auf. Mike Frantz war gestartet und beförderte den Ball flach und direkt in die lange Ecke (50.). „Das war ein super Ball von Luca und ich bin im richtigen Moment da", sagte der SC-Kapitän nach dem Spiel. „Ich denke, es war ein schönes Tor, das Wichtigste war aber, dass wir uns für unsere gute Leistung diesmal endlich auch belohnt haben."

 

Mehmedi verkürzt für die Niedersachsen

 

So mancher Freiburger Anhänger im Stadion mochte sich angesichts dieses Zwischenstandes gefühlt haben, als hätte ihm jemand unbemerkt eine VR-Brille übergestreift. Es war aber keine virtuelle, sondern die echte Liga-Realität, die an diesem vierten Spieltag für Staunen und Freude zugleich sorgte. Denn auch nachdem der ehemalige Freiburger Admir Mehmedi (61.) nach einem nicht ganz konsequent abgewehrten Wolfsburger Angriff mit einem Flachschuss verkürzte, ließ sich der Sport-Club den Erfolg in der verbleibenden halben Stunde nicht mehr nehmen.

 

Als Philipp Lienhart, der zu seinem ersten Saisoneinsatz kam, den angeschlagenen Frantz ersetzt hatte, verteidigte der SC in der verbleibenden Spielzeit mit einer Dreier-, beziehungsweise Fünferkette. Und das ähnlich effektiv wie zuvor vorne die Tore erzielt worden waren. Die Gastgeber versuchten zwar weiter heranzukommen, zwingend wurden die VfL-Möglichkeiten aber nicht mehr.

 

Nächstes Heimspiel schon am gegen Schalke 04

 

Stattdessen hätte der eingewechselte Florian Niederlechner fast noch ein viertes SC-Tor nachgelegt. Zunächst scheiterte er auf Vorarbeit von Waldschmidt aus spitzem Winkel an Casteels (78.). Zwei Minuten später steuerte er nach einem Konter allein auf Casteels zu, doch der konnte auch diesen Schuss von Niederlechner abwehren. „Wolfsburg hat nichts mehr mit dem Wolfsburg aus dem letzten Jahr zu tun", betonte Christian Streich. „Deshalb freue ich mich besonders, dass wir gewinnen konnten. Es war eine sehr leidenschaftliche Leistung."

 

Genießen kann die Mannschaft den Erfolg in Niedersachsen freilich nur kurz. Bereits am Dienstag (25. September, 20.30 Uhr) geht es in der Englischen Woche der Bundesliga mit dem dritten Heimspiel der Saison weiter. Zur Flutlichtpartie im Schwarzwald-Stadion ist dann der noch punktlose Vizemeister FC Schalke 04 zu Gast.

 

Dirk Rohde