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Drei Gegentreffer in Niedersachsen

Am 33. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat der SC Freiburg bei Hannover 96 mit 0:3 (0:1) verloren. Eine Woche nach dem erreichten Ziel Ligaverbleib zeigten die Südbadener am Samstagnachmittag die schwächste Leistung der Saison, während Waldemar Anton (39. Minute), Ihlas Bebou (51.) und Walace (81.) für die Niedersachsen trafen. Weil zeitgleich der VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg gewann, war der Abstieg der Hannoveraner dennoch besiegelt.

 

"Hannover war uns in allen Belangen überlegen. Man sieht, wie wir uns auf Messers Schneide bewegen. Ich muss die Jungs aber in Schutz nehmen, denn es war eine kräftezehrende Saison", sagte SC-Trainer Christian Streich im Anschluss.

 

"Keiner kann sich heute richtig freuen über die Leistung. Wir machen ein richtig gutes Spiel, gewinnen 3:0, haben hier eine richtig tolle Atmosphäre", ergänzte sein Amtskollege Thomas Doll. "Das ist kein schöner Moment, wenn man absteigt."

 

Stenzel, Petersen und Niederlechner neu in der Startelf

 

Der vorzeitig fixierte Klassenerhalt in der Vorwoche hat in dieser Woche für eine Prise Leichtigkeit beim SC Freiburg gesorgt. Ganz unbestritten. Ein Gefühl von Zufriedenheit suchte man bei Spielern und Trainern trotzdem vergeblich. Ganz im Gegenteil.

 

"Unsere Fans reisen nach Hannover, weil sie uns Fußball spielen und gewinnen sehen wollen", sagte Christian Streich vor dem letzten Gastspiel der Saison in Niedersachsen. „Und auch wir wollen tabellarisch so gut wie möglich dastehen. Das ist unser Anspruch."


Um diesem Anspruch gerecht zu werden, kehrten die Verantwortlichen um Christian Streich in der Abwehr zu einer Viererkette zurück und entschieden sich personell für drei Wechsel.

 

Neu in die Startelf rückten Pascal Stenzel (hinten rechts), Florian Niederlechner und Nils Petersen (beide im Sturm), wobei Letzterer erstmals seit seiner überstandenen Verletzung von Beginn an auf dem Platz stand. Jerôme Gondorf und Lucas Höler nahmen dafür zunächst auf der Bank Platz. Janik Haberer fehlte nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Fortuna Düsseldorf gesperrt.

 

Die Niedersachsen veränderten ihre Anfangsformation nach dem 1:3 beim FC Bayern ebenfalls dreifach. Für Miiko Albornoz, Walace und Felipe spielten Marvin Bakalorz, Edgar Prib und Ihlas Bebou.

 

Zäher Beginn, Führung für Hannover

 

Mit einer Choreografie, die das Freiburger Wappen großflächig in Szene setzte und den gesamten Gästeblock in ein rot-weißes Fahnenmeer tauchte, sorgten die rund 1.100 mitgereisten SC-Fans vor dem Anpfiff für den ersten Blickfang des Fußballnachmittags. Und: Ehrlicherweise beinahe für den einzigen aus SC-Sicht.

 

Auf dem Rasen nämlich mussten die Anhänger des Genießerfußballs einiges an Geduld aufbringen. In Hälfte eins bestimmten viele Mittelfeldszenen, aber kaum Aktionen in den Strafräumen das Bild in der HDI-Arena. Die beste Chance der Südbadener hatte Petersen, der an einer Flanke von Vincenzo Grifo jedoch knapp vorbeisegelte (35. Minute).

 

Mehr Offensivdrang entwickelten da nach etwa einer halben Stunde die Hausherren. Bei Bebou, der freistehend vor SC-Keeper Alexander Schwolow über den Querbalken zielte (31.) und bei Hendrik Weydandt, der an Schwolows Fuß scheiterte (33.), verhinderten Glück und Können den Freiburger Rückstand noch.

 

Wenig später war die Defensivabteilung des Sport-Club dann aber überwunden, als Hannovers Waldemar Anton im Strafraum zum Kopfball ansetzte (39.). Ein Treffer, der die zu diesem Zeitpunkt noch um den Verbleib in der Liga kämpfenden Hannoveraner sichtbar beflügelte. Auch sämtliche anderen nennenswerten Abschlüsse – Edgar Prib (42.), Linton Maina (44.) und einmal mehr Bebou (45.+2) hätten die Führung noch ausbauen können – verbuchte die Heimelf für sich.

 

Offensivere Ausrichtung, Treffer für Hannover

 

Ein Umstand, den der Sport-Club nicht auf sich beruhen lassen wollte. Und so ging’s mit einer insgesamt offensiveren Ausrichtung – Roland Sallai und Luca Waldschmidt kamen für Stenzel und Niederlechner (46.) – in die nächste Hälfte des Arbeitstages.

 

Doch hier tat sich der SC genauso schwer, dem Spiel eine andere Richtung zu geben. Ein Mix aus harmloser Offensive und teils nachlässiger Defensive bescherte den Hannoveranern bald Treffer Nummer zwei. Keine sechs Minuten waren gespielt, als Bebou an Schwolow vorbei erhöhte (51.). Auch das sollte es noch nicht gewesen sein. Nach weiteren gefährlichen Schussversuchen von Weydandt (53., ans Außennetz) und Bakalorz (71., per Fallrückzieher) war es schließlich Walace (81.), der auf 3:0 stellte und das achte sieglose SC-Spiel in Folge besiegelte.

 

"Wir haben die Woche versucht, den Druck rauszunehmen", konstatierte Christian Streich. "Man sieht, dass wir jeden Tag an die Kante gehen müssen. Wenn wir nicht alles rauspressen, sind wir chancenlos. Das ist die Realität. Der Tank ist leer."

 

Weil der auf dem Relegationsplatz stehende VfB Stuttgart zeitgleich mit 3:0 gegen den VfL Wolfsburg gewann, muss Hannover trotz des Erfolgs den Gang in Liga zwei antreten. Der Sport-Club hat am kommenden Samstag (ab 15.30 Uhr, live auf Sky und im Ticker auf scfreiburg.com) noch die Möglichkeit, die Saison mit einem Erfolgserlebnis vor den heimischen Fans abzurunden. Dann ist der ebenfalls bereits als Absteiger feststehende 1. FC Nürnberg im Schwarzwald-Stadion zu Gast.

 

Sina Ojo