Den Sport-Club immer im Gepäck

Verein
13.07.2026

Ein Jahr unterwegs rund um die Welt – und kaum ein SC-Spiel verpasst: Frederik Meier verfolgte seinen Verein in der Hängematte, am Pool oder beim Frühstück und trotzte jeder Zeitverschiebung.

Im vergangenen Jahr haben wir folgenden Aufruf gestartet: „Ihr lebt im Ausland und verfolgt die Spiele des Sport-Club – im Webradio, im TV, per Stream oder anderweitig? Wir suchen euch! Erzählt uns eure Geschichte.“

Unter den vielen Einsendungen war auch SC-Fan Frederik Meier, der in der Nähe von Hannover wohnt, zwischen Mai 2024 und Mai 2025 mit seiner Freundin Nina eine Weltreise gemacht hat und es sich auch in dieser Zeit nicht nehmen ließ, die Spiele seines Lieblingsvereins zu verfolgen.

Frederik, wie wird man eigentlich Fan vom SC, wenn man in einem kleinen Dorf in Niedersachsen aufwächst?

Meier: Als ich klein war, haben wir immer Urlaub auf Langeoog gemacht, dort habe ich die Trainingslager unter Volker Finke miterlebt. 2004 habe ich mir vor Ort einen Fußball und einen Edding gekauft, darauf haben alle Spieler und Trainer unterschrieben. Das war ein prägendes Erlebnis für mich. Mit den Werten des Vereins kann ich mich sowieso identifizieren.

Du bist dem SC bis heute treu geblieben, auch eure Weltreise hat euch nicht davon abgehalten, die Spiele zu verfolgen. Wo wart ihr überall unterwegs?

Meier: Wir waren in Japan, Vietnam, Thailand, Indonesien, Sri Lanka, Südafrika, den USA und Neuseeland.

Was denkst du, wie viele Spiele habt ihr in diesem Jahr ungefähr verpasst?

Meier: Wir haben fast alles gesehen. Ich würde sagen, dass wir maximal fünf Spiele in der Bundesliga und im Pokal verpasst haben.

Was war dabei die größte Herausforderung?

Meier: In Sri Lanka war zum Beispiel das Internet das Problem. In Indonesien hatten wir eine Vulkantour gebucht. Da sind wir nachts um 0:30 Uhr gestartet, Anpfiff des SC-Spiels war um 20:30 Uhr Ortszeit – da hätte ich nur zwei Stunden Schlaf gehabt. Da habe ich mich einmal bewusst gegen das Schauen entschieden.

Wo habt ihr die Spiele geschaut?

Meier: Meistens am Tablet oder am Handy, technisch mussten wir da immer ein bisschen kreativ werden. In den USA liefen die Spiele auch im Fernsehen auf ESPN, da war es einfacher. Sonst haben wir uns oft in die Hängematte gelegt oder haben am Poolrand das Tablet aufgestellt.

Ein Spiel habt ihr dann noch live im Stadion gesehen, hast du erzählt…

Meier: Der letzte Stopp unserer Reise war in Vietnam. Von dort aus sind wir in Frankfurt gelandet und direkt mit dem Zug nach Freiburg weitergefahren, um das letzte Saisonspiel gegen Eintracht Frankfurt im Europa-Park Stadion anzuschauen.

In der vergangenen Saison wart ihr ja im Lande, wie viele SC-Spiele hast du da live gesehen?

Meier: Ich habe extra nachgeschaut, zwölf waren es. Auswärts unter anderem in Lotte, Bologna, Düsseldorf, Wolfsburg, bei St. Pauli und in Stuttgart beim Pokalhalbfinale – und natürlich in Istanbul.

Wie hast du das Europa-League-Finale erlebt?

Meier: Ich bin eigentlich nicht so der emotionale Typ, hatte in Istanbul aber dauerhaft Tränen in den Augen. Überall lief „SC Freiburg vor“ oder das Badnerlied, dann siehst du diese riesige Bühne mit dem Finallogo und dem Freiburg-Wappen… Das war schon krass. Dann habe ich auch noch Tobias Willi getroffen, der hat ja genau zu der Zeit beim SC gespielt, als ich gerade Fan wurde. Ich hätte mir selbst vor zwei Jahren nicht vorstellen können, dass ich in meinem Leben jemals mit dem SC ein internationales Finale erleben würde.

Interview: Marius Faller

Fotos: Frederik Meier

 
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