Tolle Moral zum Heimsieg in Unterzahl

SC schlägt Aufsteiger Schalke

Männer
11.10.2026

Der Sport-Club hat sein Heimspiel gegen den FC Schalke 04 mit 2:1 (1:1) gewonnen. Ehe Keisuke Goto den Siegtreffer in der Schlussphase erzielte, hatte Maximilian Eggestein den SC in Führung gebracht und Yuito Suzuki die Gelb-Rote Karte gesehen.

Bis auf den angeschlagenen Bruno Ogbus waren alle SC-Spieler gesund und munter aus der dreiwöchigen Abstellungsperiode zurückgekommen. Die Startelf gegen Schalke sah genauso so aus wie an den vergangenen beiden Bundesliga-Spieltagen. Darunter mit Igor Matanovic, Derry Scherhant, Yuito Suzuki, Philipp Treu, Yannik Engelhardt, Philipp Lienhart, Jordy Makengo und Mio Backhaus acht Nationalspieler.

Matanovic gab den ersten Warnschuss gegen den Aufsteiger nach wenigen Sekunden ab. Loris Karius, Schalkes sicherer Rückhalt, parierte. Der Sport-Club startete mit Vorwärtsdrang ins Spiel und belohnte sich in der zehnten Minute mit der Führung. Karius ließ einen Kopfball von Matthias Ginter nach einer Ecke in seinem 100. Bundesligaspiel nach vorne abprallen, Maximilian Eggestein staubte aus kurzer Distanz zum 1:0 ab.

Von den Gästen, die nach drei Jahren Bundesliga-Abstinenz mit zwei Unentschieden, einem Sieg und einer Niederlage solide in die Spielzeit gestartet waren, und bei denen Junior Adamu auf dem Platz stand, war in der Offensive nach 20 Minuten kaum etwas zu sehen. Der SC drängte dagegen auf den zweiten Treffer, den Matanovic in der 19. Minute nach schlauem Rückpass von Niklas Beste auf dem Fuß hatte. Seine Direktabnahme aus elf Metern wurde aber von einem Schalker Abwehrbein geblockt.

Schalke antwortet mit Standard

Über die beiden Außenbahnen zündete der SC nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte oder dem Mittelfeld immer wieder den Turbo. Einmal war es Suzuki auf der rechten Seite, einmal Scherhant im Zusammenspiel mit Makengo auf der linken Seite. Das schnelle Umschalten stellte Schalke vor Probleme, das Mittelfeld-Personal musste sich zwischendurch immer wieder beraten.

Und dennoch gelang den Gästen, die sich mühten, am Spiel aktiv teilzuhaben, in der 30. Minute der Ausgleich. Nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einem Eckball, den Backhaus zentral wegfaustete. Adrian Gantenbein nahm volles Risiko und versenkte den Ball flach zum 1:1 im Toreck. Es war die erste Schalker Torchance.

Der Gegentreffer hatte Wirkung aufs Spiel. Die Königsblauen wurden mutiger, das Duell damit ausgeglichener. Nach Zusammenspiel zwischen Eggestein und Engelhardt unterlief den Schalkern fast ein Eigentor, aber Karius war zur Stelle (39.). Der Keeper war auch Endstation für eine starke Einzelaktion Scherhants, der sich am Strafraum gegen drei Gegenspieler durchgesetzt hatte und mit seiner Hereingabe dann an Karius hängenblieb.

SC in Unterzahl

Der zweite Durchgang begann mit einem wunderbaren Spielzug, den der Sport-Club tief in der eigenen Hälfte startete. In die Defensive gedrängt löste sich der SC spielerisch aus der Schalker Umklammerung, Beste öffnete das Feld mit seinem Pass auf Suzuki, der den Ball in die Schnittstelle für Scherhant auflegte. Bis dahin perfekt. Nur der Haken Scherhants, der sich den Ball auf den rechten Fuß legen wollte, war zu viel, ein Verteidiger ging dazwischen.

Die Gäste hatten mittlerweile mehr Spielanteile, standen defensiv stabiler und agierten deutlich mutiger als in der ersten Hälfte. In der 60. Minute wurde Moussa Syllas Schuss zur Ecke geklärt, der darauffolgende Kopfball von Backhaus an die Latte gelenkt. Ab der 65. Minute waren die Schalker dann auch noch in Überzahl. Suzuki hatte seine zweite Gelbe Karte im Spiel gesehen und wurde vom Feld gestellt.

Zwei Joker zum Sieg

Die Unterzahl war dem SC kaum anzumerken. Schnelle und gezielte Umschaltmomente sorgten dafür, dass die Schalker Defensive beschäftigt wurde. Torchancen wurden in der zweiten Halbzeit jedoch auf beiden Seiten zur Seltenheit. Erst der gerade eingewechselte Vincenzo Grifo sorgte mit seinem Distanzschuss in der 83. Minute mal wieder für Gefahr vor dem Schalker Tor und weckte das Freiburger Publikum auf, das nur zwei Minuten später über die Führung jubelte.

Wieder war es Grifo, dieses Mal mit einer perfekten Flanke. Am langen Pfosten lauerte der ebenfalls eingewechselte Keisuke Goto und traf mit dem Kopf zum 2:1. In den letzten Minuten der regulären sowie der fünfminütigen Nachspielzeit verteidigte der SC stark, konnte sich auf Mio Backhaus verlassen und hatte sogar noch die Möglichkeit auf das dritte Tor, als Cyriaque Irié mit seinem Kopfball nur Zentimeter zum Torerfolg fehlten.

Der SC jubelte nach Abpfiff nicht nur über den dritten Heimsieg der Saison, sondern auch über die Tabellenführung. Julian Schuster war über die Mentalität seiner Mannschaft so erfreut, dass er seine Spieler voller Freude und Erleichterung überschwänglich herzte und später sagte: „Wir wussten, dass Schalke jederzeit zurückkommen kann. Das ist genauso passiert. Wir hatten die Jungs darauf vorbereitet, dass sie große Mentalität zeigen müssen. Nach der Gelb-Roten Karte und dem Platzverweis war die Mannschaft für Yuito da. Die Jungs, die reinkamen, haben es geschafft, es aussehen zu lassen, als wären wir nicht in Unterzahl.“

Isabel Betz

Foto: SC Freiburg

Stenogramm

Aufstellung SC Freiburg: Backhaus - Treu (83. Kübler), Ginter, Lienhart, Makengo - Engelhardt (68. Goto), Eggestein - Beste (68. Irié), Suzuki, Scherhant (83. Grifo) - Matanovic (65. Höler) 
Trainer: Julian Schuster 
Bank: Huth, Kübler, Günter, Rosenfelder, Osterhage, Grifo, Höler, Irié, Goto 
  
Aufstellung FC Schalke 04: Karius - Kurucay, Katic, Wöber (79. Becker) - Gantenbein (79. Aouchiche), El-Faouzi, Tanaka (68. Schallenberg), Gosens - Sylla (79. Hwang), Karaman - Adamu (69. Dzeko) 
Trainer: Miron Muslić 
Bank: Müller, Ayhan, T. Becker, V. Becker, Aouchiche, Ebimbe, Schallenberg, Dzeko, Hwang 
  
Tore: 1:0 Eggestein (10.), 1:1 Gantenbein (30.), 2:1 Goto (85.) 
Gelbe Karten: Suzuki, Ginter 
Gelb-Rote Karten: Suzuki 
Rote Karten: 
Schiedsrichter: Martin Petersen 
Zuschauer/innen (Fahrradzahl):  34.700 (4783) 

 

 
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