Punktlos in Nordbaden: SC verliert bei der TSG
Der Sport-Club muss sich der TSG Hoffenheim mit 0:3 (0:0) geschlagen geben. Die Gastgeber drehen nach der Pause auf und das Spiel mit einem Doppelschlag zu ihren Gunsten.
„Ihr Spiel ist so ausgelegt, dass es viele Zweikämpfe gibt“, hatte Julian Schuster vor dem Spiel über die TSG Hoffenheim gesagt. Der an diesem Spieltag gesperrte SC-Trainer, der von Lars Voßler an der Linie vertreten wurde, sollte Recht behalten. Neben Zweikämpfen sahen die 22.679 Zuschauerinnen und Zuschauer in der PreZero Arena bereits früh im Spiel viele Torraumszenen. Den ersten Abschluss der Partie nahm sich Maximilian Eggestein nach nicht mal 60 Sekunden, als er den Ball im Anschluss an einen Eckball aus 15 Metern volley in die Arme von Oliver Baumann beförderte.
In den Folgeminuten war es vor allem der Tabellendritte, der sich offensiv präsentierte. Nach einem Befreiungsschlag von Fisnik Asllani überraschte Andrej Kramaric Noah Atubolu mit einem Lupfer aus 32 Metern, der unerreichbar für den Freiburger Keeper im Netz landete (5.). Der vermeintliche Torschütze stand beim Zuspiel jedoch im Abseits, es blieb beim 0:0. Nach mehreren aussichtsreichen Abschlussmöglichkeiten für die TSG verzog Yuito Suzuki auf der Gegenseite aus 17 Metern nur knapp (16.).
Das Freiburger Trainerteam hatte sich für fünf Wechsel in der Startelf im Vergleich zum Pokalspiel bei der Berliner Hertha entschieden. Im Tor stand Atubolu anstelle von Florian Müller. Davor rückten Christian Günter und Bruno Ogbus für Jordy Makengo und Max Rosenfelder in die Viererkette. Im rechten Mittelfeld feierte Cyriaque Irié sein Startelfdebüt, Niklas Beste nahm zunächst auf der Bank Platz. Auch Igor Matanovic agierte an diesem Samstag als Einwechselspieler, Lucas Höler begann als Sturmspitze.
Chancen auf beiden Seiten, Hranac trifft den Pfosten
Nach einer temporeichen Anfangsphase spielte sich das Geschehen auf dem Sinsheimer Rasen Mitte der ersten Hälfte vermehrt zwischen den Strafräumen ab. Die beste Gelegenheit in dieser Phase hatte der Hoffenheimer Wouter Burger mit einem Schuss aus 15 Metern, der nur Zentimeter am Pfosten vorbeizischte (29.). Zwei Minuten später hatte Derry Scherhant aus ähnlicher Position viel Zeit und Raum, sein Flachschuss stellte Baumann jedoch nicht vor Probleme (31.).
"Wir hatten Glück, dass wir vor der Halbzeit das 0:0 halten konnten", sagte Lars Voßler nach der Partie. Der SC-Trainer meinte damit insbesondere eine Szene in der 43. Minute: Nach einem von Atubolu stark abgewehrten Kopfball aus kurzer Distanz prallte der Ball zum aufgerückten Robin Hranac, der diesen aus spitzem Winkel an die Unterseite der Latte knallte. Weil das Spielgerät von dort aus nicht hinter die Linie, sondern an den Oberkörper von Eggestein sprang, blieb es beim 0:0 zur Pause.
Hoffenheimer Doppelschlag nach der Pause
Zum Leidwesen der mitgereisten SC-Fans gingen die Gastgeber unmittelbar nach der Pause in Führung. Nach einer Flanke des offensivstarken Außenverteidigers Vladimir Coufal beförderte Asllani den Ball mit dem Hinterkopf zur Hoffenheimer Führung ins Netz (46.). Es sollte noch schlimmer kommen. Nur fünf Minuten später lag das Spielgerät erneut im Freiburger Tor. Wieder war Coufal der Vorlagengeber, dieses Mal mit einer Ecke und erneut war es ein Kopfball, gegen den Atubolu nichts ausrichten konnte. Torschütze des zweiten Treffers war Ozan Kabak.
Trotz eines weiteren Rückschlags – der zur Pause eingewechselte Rosenfelder musste nach einem Sprintduell mit Touré verletzt vom Platz – gab sich der Sport-Club nicht auf. Treu setzte einen Schuss aus halbrechter Position nur knapp neben das Tor (65.), Atubolu hielt die Breisgauer nach einem wuchtigen Asllani-Schuss im Spiel (66.). Eggesteins Schuss vom Fünfmetereck wurde gerade noch zur Ecke abgelenkt (72.).
Dem Sport-Club lief die Zeit davon, die Kraichgauer gingen weiter früh drauf. Der Puls der Fans im Stadion ging nochmal nach oben, als Anthony Jung den Winkel des TSG-Tores mit einer Direktabnahme nach 82 Minuten nur um Zentimeter verpasste. Der Anschlusstreffer wollte nicht fallen, dafür aber der dritte Hoffenheimer Treffer tief in der Nachspielzeit durch den Sekunden zuvor eingewechselten Valentin Gendrey aus 15 Metern.
"Es war ein verdienter Sieg für die TSG", resümierte Lars Voßler auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. "Wir hatten uns für die zweite Halbzeit viel vorgenommen. Nach den Toren wird es dann wahnsinnig schwer. Dann muss man das auch anerkennen, dass das Ergebnis so ausfällt." Der Sport-Club steht nach dem 22. Spieltag mit 30 Punkten auf Rang acht und empfängt am kommenden Sonntag Borussia Mönchengladbach im Europa-Park Stadion.
Marius Faller
Foto: Achim Keller
Stenogramm
| Aufstellung TSG Hoffenheim: Baumann - Coufal (90.+4, Gendrey), Kabak, Hranac, Hajdari - Avdullahu, Prömel, Burger - Kramaric (86., Bebou), Asllani (73., Moerstedt), Touré (73., Prass) | |
| Trainer: Christian Ilzer | |
| Bank: Philipp, Damar, Frees, Duric, Lässig | |
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Treu (88., Beste), Ginter, Ogbus, Günter - Eggestein, Osterhage - Irié (46., Rosenfelder, 57., Jung), Suzuki (57., Matanovic), Scherhant (72., Grifo) - Höler | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Steinmann, Höfler, Makengo | |
| Tore: 1:0 Asllani (46.), 2:0 Kabak (51.), 3:0 Gendrey (90.+5) | |
| Gelbe Karten: Touré, Prömel, Kabak | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Florian Exner | |
| Zuschauer/innen: 22.679 |

