Heimserie endet nach Niederlage gegen Berlin
Der Sport-Club hat das Duell mit dem 1. FC Union Berlin mit 0:1 (0:0) verloren und damit die erste Partie nach elf ungeschlagenen Heimspielen in der Liga in Folge verloren. Das Tor des Tages erzielte Wooyeong Jeong in der Nachspielzeit.
Das Spiel gegen Berlin begann mit fünf Änderungen in der ersten Elf. Wie vermutet und wenig überraschend lief Maxmilian Eggestein, nachdem er in der Europa League beim KRC Genk gesperrt gefehlt hatte, wieder im Mittelfeld auf. Auf der linken Abwehrseite spielte Jordy Makengo, links offensiv begann Derry Scherhant.
Außerdem starteten Lucas Höler und Cyriaque Irié in einem Spiel, in dem der SC sich in den Anfangsminuten zunächst defensiv orientieren musste, weil sich die Gäste, die nur eines der vergangenen zehn Spiele gewonnen hatten, mutig präsentierten und gleich zweimal in der Offensive bemerkbar machten. Derrick Köhn prüfte Noah Atubolu aus der zweiten Reihe, beim zweiten Angriff ging Scherhant frühzeitig entscheidend dazwischen.
SC rennt an
Nach einer Viertelstunde hatte auch der SC die ersten beiden Torabschlüsse, die beiden Versuche aus der zweiten Reihe von Eggestein (12.) und Irié (15.) flogen übers Tor, waren aber auch der Startschuss ins Freiburger Offensivspiel: Die Breisgauer übten nun mehr Druck auf die Köpenicker Defensive aus. Nach 20 Minuten war es erneut Eggestein, der aus 16 Metern abzog, zwei Minuten später nahm Scherhant aus 18 Metern Maß, Berlins Keeper Matheo Raab war zur Stelle.
Mit einem Ballbesitz von knapp 70 Prozent war es mittlerweile der SC, der das Spielgeschehen bestimmte, der Tabellenelfte aus der Hauptstadt ließ die Gastgeber kommen, stand tief in der eigenen Hälfte. Das Spiel über die Außenbahnen führte immer wieder zu gefährlichen Aktionen im Berliner Strafraum, jedoch ohne Abschlüsse aufs Tor. Die Eisernen hatten trotz der defensiven Ausrichtung auch ihre Offensivmomente, wie in der 31. Minute, als es Livan Burcu aus halblinker Position probierte.
Zwei gute Freistoßpositionen
Der zweite Durchgang begann mit einer guten Freistoßsituation für den SC: 17 Meter, zentral vor dem Tor. Am vergangenen Wochenende hatte der Leverkusener Alejandro Grimaldo dem Freiburger Publikum die Freistoßkunst aus ganz ähnlicher Position präsentiert. Scherhants Versuch gegen Union war auch nicht schlecht, flog aber einen Meter übers Tor (53.).
Mehr und mehr kam nach 50 Minuten die Berliner Härte – Union gehört zu den Teams mit den meisten begangenen Fouls in der Liga – durch. Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Partie häufiger unterbrechen. Der Sport-Club ließ sich davon kaum beeindrucken. "Wir haben die Zweikämpfe in einem umkämpften Spiel gut angenommen", sagte Julian Schuster später. Sein Team arbeitete stattdessen daran, zum Torerfolg zu kommen. Philipp Treus Volleyabnahme flog aber deutlich übers Tor (59.), Johan Manzambis Schuss wurde im Strafraum von einem Berliner geblockt (62.).
Bis zum gegnerischen Strafraum kombinierte sich der SC gut nach vorne, blieb dann aber oft hängen oder traf die falsche Entscheidung. Union, das weiterhin kaum an der Spielgestaltung beteiligt war, hatte um die 70. Minute zwei Gelegenheiten, wurde dabei aber auch nicht wirklich gefährlich. Axel Kral prüfte Atubolu aus sechs Metern, Burcus Freistoß aus 18 Metern ging fünf Meter übers Tor.
Union gelingt der Lucky Punch
Kurz vor der neunminütigen Nachspielzeit – zwischendurch gab es eine längere Verletzungspause, weil Igor Matanoviv und Danilho Doekhi mit den Köpfen zusammengeprallt waren – tat sich die Schusschance aus 16 Metern für Eggestein auf, aber Raab war zur Stelle. Sein Gegenüber war dagegen machtlos, als den so defensiv agierenden Unionern mit einer Einzelaktion das Tor des Tages gelang. Der ehemalige Freiburger Jeong wurde am Sechzehnmetereck nicht entscheidend attackiert, zog mit links ab und traf für Atubolu unhaltbar zum 0:1 ins Eck (90.+2).
Weil Union-Keeper Raab auch nochmal minutenlang behandelt werden musste, verlängerte sich die zusätzliche Spielzeit um weitere fünf Minuten, in denen Niklas Beste einen wunderbaren Schlenzer auspackte, den Raab gerade noch so um den Pfosten lenkte. Es war die letzte Chance des Spiels, nach dem der Treffer Jeongs die lange ungeschlagene Freiburger Heimserie beendete. Schuster zog aus den letzten beiden Partien dennoch etwas Positives heraus: "Wir haben heute geduldig gespielt, hatten Momente, die um den Sechzehner herum gefährlich waren. In der zweiten Halbzeit haben wir viel durch die Mitte versucht und da hat Berlin wenig zugelassen. Wir haben jetzt zwei Niederlagen nacheinander, das ist für den Moment sehr enttäuschend. Aber wir haben immer noch vieles vor in dieser Saison und rücken nun als Mannschaft noch enger zusammen."
Isabel Betz
Foto: Stephan Eckenfels
Stenogramm
| Aufstellung SC Freiburg: Atubolu - Treu, Ginter, Ogbus, Makengo (86. Günter) - Eggestein, Manzambi - Irié (77. Beste), Höler (60. Suzuki), Scherhant (77. Grifo) - Matanovic | |
| Trainer: Julian Schuster | |
| Bank: Müller, Lienhart, Jung, Osterhage, Suzuki, Kübler, Beste, Günter, Grifo | |
| Aufstellung 1. FC Union Berlin: Raab - Doekhi, Trimmel (79. Juranovic), Nsoki, Köhn - Haberer (79. Kemlein), Burcu (87. Rothe), Khedira - Skarke (64. Jeong), Ilic, Ansah (64. Kral) | |
| Trainer: Steffen Baumgart | |
| Bank: Klaus, Markgraf, Rothe, Juranovic, Kemlein, Jeong, Preu, Kral, Burke | |
| Tore: 0:1 Jeong (90.+2) | |
| Gelbe Karten: Köhn, Burcu | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Sven Jablonski | |
| Zuschauer/innen (Fahrradzahl): (4393) |
