3:2 - Déjà-vu-Derbysieg beim VfB

Profis
28.08.2021

Am dritten Spieltag hat der Sport-Club wie in der Vorsaison mit 3:2 (3:2) beim VfB Stuttgart gewonnen und dabei fast noch ein 3:0 aus der Hand gegeben. Für den Sport-Club trafen Wooyeong Jeong (3., 9.) und Lucas Höler (28.). 

Es war eine wilde Fahrt, die sich die beiden Teams vor 1.200 mitgereisten SC-Fans in den vorangegangenen 90 Minuten geliefert hatten. Sichtlich geschafft waren auch die beiden Trainer im Anschluss an das Spiel. "Wir haben uns für eine mutige Herangehensweise entschieden und am Anfang einen super Fußball gespielt," gab SC-Trainer Christian Streich nach Spielende zu Protokoll. "Nach der Halbzeit mussten wir verletzungsbedingt wechseln und umstellen. Wir haben die Standards überragend verteidigt und die erste Druckphase nach der Halbzeit überstanden. Wir hatten heute aber auch ein bisschen das Glück auf unserer Seite".

Weniger zufrieden war entsprechend Pellegrino Matarazzo:"Wir hatten keinen guten Start in das Spiel, lagen schnell 0:3 in Rückstand," ärgerte sich der VfB-Coach über den Start seiner Mannschaft. "Danach haben wir eine gute Energie erzeugt und noch vor der Pause den Anschluss erzielt. In der zweiten Halbzeit haben wir zu wenig Torchancen kreiert."

Der Sport-Club ging das Derby mit einer Veränderung im Vergleich zum 2:1-Erfolg gegen Borussia Dortmund an. Lukas Kübler ersetzte Jonathan Schmid – der aufgrund einer Corona-Erkrankung im privaten Umfeld sicherheitshalber aussetzte – auf der Position des Rechtsverteidigers. Taktisch blieb es beim 4-4-2, das bereits dem BVB Probleme bereitet hatte.

Pellegrino Matarazzo wiederum entschied sich in der Startelf trotz der deutlichen 0:4-Niederlage in Leipzig für dieselben elf Spieler und eine Dreierkette in der Abwehr. Mit Marc-Oliver Kempf und Florian Müller kam es zum Wiedersehen mit zwei ehemaligen SClern.

3:0 nach 30 Minuten - der Sport-Club dreht auf

Früh wurden an diesem Samstagnachmittag in der Mercedes-Benz-Arena Erinnerungen an das Eröffnungsspiel der Vorsaison an selber Stelle wach. Denn wie bereits vor einem Jahr begann das Spiel für den Sport-Club nach Maß: Keine drei Minuten waren gespielt, als Yannik Keitel das Spiel mit einem Pass auf den linken Flügel öffnete, wo Vincenzo Grifo mit einem Zuspiel Christian Günter fand. Dessen Flanke in die Mitte verwertete der vollkommen alleingelassene Wooyeong Jeong aus zehn Metern zur frühen Freiburger Führung (3.).

Und für dominante Breisgauer sollte es schnell noch besser kommen. Nach einer Freiburger Ecke faustete Flo Müller im Kasten der Gastgeber den Ball nicht weit genug aus der Gefahrenzone. Der Nutznießer: Wiederum Wooyeong Jeong, der das Kunstleder per Direktabnahme aus halblinker Position unter die Latte knallte (9.) – 2:0 aus Sicht des Sport-Club nach nicht einmal zehn Minuten.

Die sichtlich geschockten Schwaben brauchten gegen enorm hoch pressende Gäste bis zur 19. Minute, um Mark Flekken zum ersten Mal in die Bredouille zu bringen. Bei Mateo Klimowiczs Flachschuss aus kurzer Distanz musste der Freiburger Keeper sein ganzes Können aufbringen um den Ball neben den Pfosten zu lenken.

Der Sport-Club blieb auch in der Folge druckvoll und spielfreudig. Vincenzo Grifo hätte nach einem langen Abwurf von Mark Flekken bereits auf 3:0 stellen können (23.), stattdessen war es kurz darauf Lucas Höler, der eine Hereingabe von Roland Sallai per Kopf zum dritten SC-Treffer des Tages verwertete (28.).  

Stuttgart kommt zurück

Ein weiteres sportliches Deja-Vu sollte bereits eine Viertelstunde später folgen. Denn ebenfalls dem Spielverlauf von vor einem Jahr entsprechend, schaffte es der Sport-Club nicht, die hohe Führung ungefährdet über die Bühne zu bringen. Kurz vor der Pause sorgte ein Doppelschlag der Stuttgarter dafür, dass die hervorragende Stimmung im Freiburger Gästeblock einen jähen Dämpfer erhielt. Konstantinos Mavropanos mit einem starken Solo (45.) und Hamadi Al Ghaddioui per Kopf (45. +2) brachten die Gastgeber wieder in Schlagdistanz.

SC-Trainer Christian Streich reagierte zur Pause mit einem Dreifachwechsel und neuer Taktik auf die veränderte Spielsituation. Manuel Gulde, Janik Haberer und Neuzugang Maxi Eggestein ersetzten Yannik Keitel, Nicolas Höfler und Vincenzo Grifo. In der Folge formierte sich der SC im 3-4-3.

Hatte der Sport-Club dem ersten Durchgang noch weitestgehend seinen Stempel aufgedrückt, waren es nun die Gastgeber, die mit mehr Power aus der Kabine kamen und das Spiel wesentlich offener gestalteten.

Spannung bis in die Schlusssekunden

Das Spiel blieb, nach fünf Toren in Durchgang eins, zunächst weiter spektakulär. Die 22 Spieler auf dem Platz gingen weiterhin enorm hohes Tempo - die Chancen wechselten sich nun auf beiden Seiten ab. Zunächst musste Lukas Kübler in höchster Not vor dem einschussbereiten Hamadi Al Ghaddioui klären (50.), dann prüfte Roland Sallai Florian Müller mit einem gefährlichen Schuss aus der zweiten Reihe (52.).

Erst 30 Minuten vor Spielende gönnten sich die Teams eine kleine Verschnaufpause. Das Spielgeschehen verlagerte sich von den Strafräumen ins Mittelfeld – auch weil es dem Sport-Club nun wieder gelang kompakter aufzutreten.

Die Schwaben, die nach wie vor dem knappen Rückstand hinterherliefen, schoben nach und nach immer höher und öffneten den Breisgauern Räume, die diese immer wieder nutzten um das Kunstleder nach Ballgewinnen schnell nach vorne zu treiben. Roland Sallai (73.) und Maxi Eggestein (75.) ließen eine gute Viertelstunde vor Schluss aussichtsreiche Chancen liegen.  

Wie schon eine Woche zuvor beim Sieg gegen den BVB war für den Sport-Club und seinen Anhang zittern bis zum Schluss angesagt. Ein ums andere Mal flogen die langen Bälle der Stuttgarter in Richtung Freiburger Strafraum, nur um von der aufmerksamen SC-Defensive postwendend wieder in die entgegengesetzte Richtung geschickt zu werden. Richtig in Gefahr geriet das Gehäuse von Mark Flekken aber nicht mehr, es blieb beim 3:2.

Fast hätte Kevin Schade bei einem der Freiburger Entlastungsangriffe sogar noch das 4:2 erzielt, der Joker scheiterte unmittelbar vor dem Schlusspfiff aber aus kurzer Distanz an Flo Müller (90.+3).

Mit nun sieben Punkten aus drei Spielen auf dem Konto verabschieden sich Mannschaft und Trainerteam in die erste Länderspielpause der jungen Saison. Weiter geht es am Samstag, den 11.09. um 15:30 Uhr im Dreisamstadion gegen den 1. FC Köln.

David Hildebrandt

Foto: Achim Keller

Stenogramm

Aufstellung VfB Stuttgart: Müller - Mavropanos, Anton, Kempf - Endo, Sosa, Massimo, Klement (Millot 77.)- Förster (70. Didavi), Klimowicz (61. Ito), Al Ghaddioui  
Trainer: Pellegrino Matarazzo  
   
Aufstellung SC Freiburg: Flekken - Kübler, Lienhart, N. Schlotterbeck, Günter - Sallai (Schade 81.), Höfler (46. Eggestein), Keitel (46. Gulde), Grifo (46. Haberer) - Höler, Jeong (Demirovic 89.)  
Trainer: Christian Streich  
   
Tore: 0:1 Jeong (3.), 0:2 Jeong (9.), 0:3 Höler (28.), 1:3 Mavropanos (45.), 2:3 Al Ghaddioui (45.+2)  
Gelbe Karten: Förster, Klimowicz - Schade  
Gelb-Rote Karten: -  
Rote Karten: -  
Schiedsrichter: Frank Willenborg  
Zuschauer: 25.000  

 

 
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