Unentschieden gegen die Stuttgarter Kickers

SC U19
05.09.2026

Die Freiburger U19 trennt sich am 5. Spieltag der DFB-Nachwuchsliga mit 1:1 (0:0) von den SV Stuttgarter Kickers. Den Freiburger Treffer erzielt Chrisdy Dianzenza-Nkoussou vom Elfmeterpunkt (61., FE).

Auf das bittere DFB-Pokalaus beim VfB Stuttgart (2:3 n. V.) folgte für die U19 des SC Freiburg am 5. Spieltag der Vorrunde in der DFB-Nachwuchsliga direkt das nächste Duell mit einem Stuttgarter Team. Im Möslestadion empfing der Sport-Club die Stuttgarter Kickers. Dabei traf die beste Defensive der Vorrundengruppe auf die bislang schwächste Abwehr: Während die Freiburger vor der Partie in vier Spielen erst drei Gegentore hinnehmen mussten, kassierten die Kickers bereits 20 Treffer.

Mit zehn Punkten ging der Sport-Club als Tabellenzweiter in die Partie, während die Gäste mit drei Zählern auf dem siebten und damit vorletzten Tabellenplatz standen. Zuletzt unterlagen die Kickers dem FC Augsburg mit 1:2 und dem 1. FC Heidenheim deutlich mit 1:6. Die Freiburger hatten sich dagegen vor dem Pokalspiel mit 2:1 gegen den SSV Ulm durchgesetzt. Für die Mannschaft von Julian Wiedensohler galt es damit, die Enttäuschung über das knappe Pokalaus schnell abzuhaken und in der Liga den nächsten Schritt zu machen.

Nullnummer zur Pause

In einer torlosen, aber umkämpften ersten Halbzeit erarbeitete sich der Sport-Club nach und nach ein Übergewicht, konnte seine Möglichkeiten jedoch nicht in Tore ummünzen. Die erste Gelegenheit ergab sich in der sechsten Spielminute: Emilio Schiertz setzte sich auf der linken Außenbahn durch und fand in der Mitte Chrisdy Dianzenza-Nkoussou, dessen Kopfball allerdings in den Händen von Marcel Kamis landete, einem ehemaligen Freiburger Fußballschüler (6.).

Die Freiburger übernahmen zwar die Spielkontrolle, agierten im letzten Drittel jedoch zu ungenau. Dennoch häuften sich die Gelegenheiten für die Breisgauer: Nach einem Ballgewinn von Darko Malisanovic versuchte es Dianzenza-Nkoussou aus der Distanz, sein Abschluss verfehlte das Tor jedoch deutlich (21.). Die größte Gelegenheit hatten die Gastgeber in der 30. Minute: Djamal Faram setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch und legte auf Osagie Okungbowa ab, dessen Abschluss aus halblinker Position das Tor nur knapp verfehlte (30.).

Wiedensohler sah bei seiner Mannschaft noch Verbesserungspotenzial: „Wir haben es in der ersten Halbzeit verpasst, im Rhythmuswechsel besser und klarer zu sein. Die Momente, in denen wir torgefährlich werden können, haben wir zu unsauber ausgespielt oder es waren zu wenige Spieler in Ballnähe, weil wir nicht gut genug nachgerückt sind.“

In der Schlussphase der ersten Halbzeit meldeten sich auch die Schwaben noch einmal vor dem Tor zurück. Nach einem Antritt über links erkämpfte Leon Beer eine Ecke, die Jayden Umukoro im Freiburger Tor entschlossen herausfaustete (38.). Auf der Gegenseite verpasste Kimi Baur nach einer Ecke von Faram die Führung, da er den Ball im Sprung nicht voll traf (41.). Den Schlusspunkt der ersten Spielhälfte setzte Danny Ehlert, dessen Distanzschuss nach einem Einwurf von Elijah Johnson-Warren links am Tor vorbeiging (44.), womit es mit einem 0:0 in die Kabinen ging.

Elfmeter für den Sport-Club

Nach dem Seitenwechsel agierten beide Mannschaften mutiger und kamen vermehrt zu Torraumszenen. Ein Eckball von Dianzenza-Nkoussou landete auf dem Kopf von Yanik Boos, der allerdings zu wenig Druck hinter den Ball bekam und somit kein Problem für den Stuttgarter Schlussmann darstellte (51.). Im direkten Gegenzug versuchte es Philipp Licht mit einem Distanzschuss, den Jayden Umukoro jedoch sicher festhalten konnte (52.). Malisanovic verpasste es einen schön herausgespielten Konter der Freiburger zu veredeln, als er aus kurzer Distanz an Kamis scheiterte (58.). Wenige Augenblicke später ging ein weiterer Distanzschuss von Jakob Benz am Tor vorbei (59.).

Diese Freiburger Drangphase wurde durch einen Elfmeterpfiff fortgesetzt: Osagie Okungbowa schickte Dianzenza-Nkoussou auf dem linken Flügel ins Laufduell mit Laurens Hagemann. Dieser konnte den Freiburger Stürmer nur durch ein Foul stoppen, wodurch Schiedsrichter Elias Kiefer auf Strafstoß für den Sport-Club entschied. Diesen verwandelte der Gefoulte selbst sicher flach im rechten Eck (61.).

Mit der Führung im Rücken bot sich dem Sport-Club die Möglichkeit, die Partie zu kontrollieren und nachzulegen. „Wir machen das 1:0 mit dem Elfmeter und verpassen es dann das zweite Tor zu machen“, analysierte Wiedensohler. „Da müssen wir uns entwickeln, dass wir nach einer Führung gegen ein gutes Team das Spiel besser kontrollieren.“

Wenige Minuten später mussten die Gäste erneut einen bitteren Moment wegstecken: Im Zweikampf mit Malisanovic verletzte sich Efe Karakaya und musste daraufhin ausgewechselt werden. Sein Coach Harun Gülcan reagierte hochemotional und sah zunächst die Gelbe Karte. Da er sich jedoch nicht beruhigte, zeigte Kiefer ihm die Rote Karte (66.).

Kickers gleichen spät aus

Die numerische Unterzahl auf der Trainerbank schien die Stuttgarter zusätzlich zu emotionalisieren. Die Kickers wurden in der Schlussphase präsenter und suchten verstärkt den Weg nach vorne, ohne dabei jedoch zu klaren Torchancen zu kommen. Umukoro kam zweimal rechtzeitig aus seinem Tor und verhinderte jeweils das letzte Zuspiel auf Elias Loch (76.) und Arman Sharifi (82.). Auch nach einem Zuspiel von Akim Schnerring auf Gianni Miolla war Umukoro zur Stelle (84.). Dem Sport-Club gelang es in dieser Phase allerdings nicht mehr, die Partie mit der nötigen Konsequenz zu kontrollieren. Einzig Luis Forestier gelang nach Vorarbeit von Vincent Reiter in dieser Phase noch ein Abschluss: Bei seinem Schuss aus 17 Metern war Kamis jedoch erneut zur Stelle (85.).

Statt der Freiburger Entscheidung fiel in der 87. Spielminute der Stuttgarter Ausgleich: Den Abschluss von Schnerring aus der Distanz konnte Umukoro zwar noch parieren, der Abpraller landete jedoch vor den Füßen von Miolla, der den Ball schließlich im Tor unterbrachte (87.). „Das war eine Verkettung von schlechten Entscheidungen und ein bisschen Zufall“, erklärte Wiedensohler. „Den ersten Pass, der eigentlich auf den Sechser gehen soll, dürfen wir nicht durchrutschen lassen. Beim Abschluss müssen wir nähre dran sein und beim Abpraller da sein. In der 87. Minute müssen wir mit allem, was wir haben, unser Tor schützen.“

In der Nachspielzeit wurden die Freiburger nochmals durch einen Freistoß von Benz gefährlich, den Kamis aus dem Strafraum faustete. Bei der anschließenden Hereingabe von Thierno Diallo fand sich jedoch kein Abnehmer (90.+2). Da auch der Abschluss von Beer aus halblinker Position am Tor vorbeiging (90.+3) trennten sich beide Mannschaften schließlich mit 1:1.

„Wir waren in den letzten Minuten zu passiv und haben dadurch die Tür noch einmal aufgemacht“, bilanzierte Wiedensohler. „Das ist für uns auch eine Reifeprozess: Wir müssen besser darin werden, solche Spiele zu ziehen.“

Auswärts beim Tabellenführer

Am kommenden Wochenende reist die Freiburger U19 zum 1.FC Heidenheim, dem aktuellen Tabellenführer. Anstoß der Partie am Samstag (12. September) auf der Ostalb ist um 11 Uhr.

Maximilian Geil

Foto: SC Freiburg

Stenogramm

Aufstellung SC Freiburg: Umukoro (TW), Baur (84., Reiter), Benz, Boos (C), Kassassir, T. Shiertz (81., Samsi), Faram, Okungbowa, Malisanovic (84., Schelble), Dianzenza-Nkoussou (81., Diallo), E. Schiertz (63., Forestier) 
Trainer: Julian Wiedensohler 
Bank: Stiefvater (TW) 
  
Aufstellung SV Stuttgarter Kickers: Kamis (TW), Ehlert, Karakaya (68., Lembke), Schmidt (C) (63., Schnerring), Sharifi, Petkovic (63., Loch), Licht (77., Elmas), Beer, Johnson-Warren (77., Miolla), Hagmann, Fahrbach (77., Hager) 
Trainer: Harun Gülcan  
Bank: Witt (TW) 
  
Tore: 1:0 Dianzenza-Nkoussou (61., FE), 1:1 Miolla (87.) 
Gelbe Karten: Faram, Dianzenza-Nkoussou - Kamis, Loch 
Gelb-Rote Karten: 
Rote Karten: Gülcan  
Schiedsrichter: Elias Kiefer  
Zuschauer/innen: 100 

 

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