Pokalaus in Stuttgart nach Verlängerung
In der zweiten Runde des DFB-Pokals scheidet die Freiburger U19 mit einer 2:3-Niederlage (1:1, 1:1, 0:1) beim VfB Stuttgart aus. Die beiden Treffer für den Sport-Club erzielen Luis Forestier (50.) und Djamal Faram (83.).
In der zweiten Runde des DFB-Pokals gastierte die U19 des SC Freiburg beim amtierenden Pokalsieger VfB Stuttgart. Die Breisgauer besiegten in der ersten Runde den SC Fortuna Köln mit 4:0 und gingen nach dem 2:1-Erfolg über den SSV Ulm ungeschlagen in die Partie gegen die Schwaben. Diese setzten sich in der ersten Pokalrunde gegen die JFG Schaumberg-Prims durch (5:0) und belegen in ihrer Vorrundengruppe der DFB-Nachwuchsliga den ersten Tabellenplatz. Unter anderem besiegten sie den FC Bayern München mit 6:1, einzig gegen den FC Ingolstadt ließen sie Punkte liegen (2:3). SC-Trainer Julian Wiedensohler veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Spiel in Ulm auf einer Position: Mladen Mijajlovic ersetzte Stefanos Abubakari.
Sport-Club mit den besseren Chancen
In der Anfangsphase der Begegnung gelang es dem Sport-Club den Ball in seinen Reihen zu halten. Dennoch gehörte der erste Abschluss den Gastgebern: Ein Distanzschuss von Massimo Di Benedetto verfehlte das Tor jedoch deutlich (4.). Auf der Gegenseite vibrierte beim ersten Abschluss direkt das Aluminium: Emilio Schiertz legte den Ball ins Zentrum zu Djamal Faram, der aus 12 Metern abschloss und den Querbalken traf (9.). Die Schwaben reagierten auf die größte Gelegenheit mit mehreren Vorstößen, jedoch wurden die Abschlüsse von Idriss Kenmoe (10.) und Enis Redzepi (13.) von der Freiburger Defensive geblockt.
Ein langer Einwurf von Yanik Boos führte in der 26. Spielminute zur nächsten Freiburger Chance: Das Spielgerät landete vor den Füßen von Malik Kassassir, der aus kurzer Distanz jedoch nur das Außennetz traf (26.). Mit der nächsten Aktion verhinderte Tom Walz den ersten Treffer der Partie: Faram setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und spielte zu Chrisdy Dianzenza-Nkoussou, der aus spitzem Winkel Walz zu einer Parade zwang (27.). Drei Minuten später war es erneut der Schlussmann der Stuttgarter, der die Freiburger Führung verhinderte: Mijajlovic schickte Luis Forestier mit einem Steilpass in die Tiefe und bediente den Freiburger Stürmer, der allein auf Walz zulief. Forestier versuchte, links am Torwart vorbeizukommen, allerdings stellte bekam Walz noch den Fuß an den Ball und verhinderte die Freiburger Führung (30.).
Stuttgart legt vor, Freiburg antwortet
In einer Phase, in der der Sport-Club die aktivere Mannschaft war, gelang es den Gastgebern die Führung zu erzielen: Theodore Pizarro spielte den Ball in die Füße von Di Benedetto, der den Ball anschließend aus kurzer Distanz im Tor unterbrachte (36.). Direkt darauf hatte Enis Redzepi die Möglichkeit, die Führung zu verdoppeln: Der Stuttgarter setzte sich gegen Kiril Savitskyi durch, aber Pizarro war wach und störte den Stürmer entscheidend, wodurch sein Schuss das Tor verfehlte (38.). Auf der Gegenseite scheiterte Dianzenza-Nkoussou mit seinem Abschluss ins rechte Eck erneut an Walz, der sich streckte und parierte (44.). Mit dem knappen Rückstand ging der Sport-Club in die Pause.
Mit dem ersten Angriff nach dem Seitenwechsel erzielte der Sport-Club den Ausgleich: Dianzenza-Nkoussou leitete den Ball nach einem langen Ball mit der Brust zu Forestier weiter, der sich gegen seine Gegenspieler durchsetzte und nach einer Drehung den Ball aus 16 Metern im linken unteren Eck unterbrachte (50.). Möglichkeiten zur Freiburger Führung durch Mijajlovic (57.) und Jakob Benz (59.) wurden entscheidend geblockt.
In der 62. Spielminute meldeten sich die Schwaben zum ersten Mal in der zweiten Spielhälfte offensiv an: Redzepi traf nach der Hereingabe von Neo Jeggle den Ball nicht richtig und verfehlte somit das Freiburger Tor (62.). Die Breisgauer verpassten kurze Zeit später ebenfalls die Führung, als Walz einen Schuss von Darko Malisanovic mit dem Fuß parierte (64.). Knapp zehn Minuten später fiel der erneute Führungstreffer für den VfB Stuttgart: Redzepi setzte sich gegen Boos durch und traf aus spitzem Winkel den rechten Innenpfosten, von wo der Ball im Netz zappelte (75.).
Freiburg kämpft sich erneut zurück
Die Mannschaft von Wiedensohler zeigte sich allerdings nicht geschockt vom erneuten Rückstand und glich nur wenige Minuten später aus: Malisanovic bediente Faram, dessen Abschluss noch von Felix Neunhöffer abgefälscht wurde, aber trotzdem den Weg ins Tor fand (83.). In den letzten Minuten der regulären Spielzeit verpassten die Stuttgarter die erneute Entscheidung: Zunächst rutschte Redzepi aus elf Metern weg, wodurch sein Abschluss das Tor verfehlte (88.), und Pizarro kam bei einem Stuttgarter Konter rechtzeitig aus seinem Tor und vor Kenmoe an den Ball (90.).
„Riesenkompliment an die Jungs. Wie sie mit den Rückschlägen umgehen, ist schon beeindruckend“, lobte Wiedensohler seine Mannschaft. Auch nach dem zweiten Gegentreffer habe sein Team weiter an sich geglaubt: „Wir haben immer weitergemacht und uns für unseren Aufwand belohnt.“
Nach 90 Minuten stand damit ein 2:2, das dem Spielverlauf gerecht wurde. „Ich glaube, das war Werbung für den Jugendfußball – ein geiles Pokalspiel, ein geiler Pokalkrimi“, sagte SC-Trainer. „Für mich waren wir in der regulären Spielzeit das etwas bessere Team.“
Stuttgart entscheidet die Verlängerung
In der anschließenden Verlängerung wollten beide Mannschaften kein größeres Risiko eingehen und agierten zunächst passiver als noch zuvor. Auf Stuttgarter Seite traf Tom Brenner das Tor nicht (92.), auf Freiburger Seite wurde ein Schuss von Osagie Okungbowa noch zum Eckball abgeblockt (95.). Zehn Minuten später fiel die dritte Führung für den VfB Stuttgart: Brenner wollte aus halblinker Position aufs Tor zielen, allerdings traf er den Ball nicht richtig, wodurch dieser ins Zentrum verzog, dort hielt Kirill Serdiuk seinen Fuß in den Schuss und erzielte so den Treffer (105.).
Dass die Freiburger in der Verlängerung nicht mehr ganz an die Leistung aus den 90 Minuten anknüpfen konnten, hatte auch personelle Gründe. Mehrere Spieler mussten aufgrund ihrer Belastungssteuerung vorzeitig ausgewechselt werden, zudem musste Savitskyi verletzungsbedingt vom Feld. „Unsere Wechsel waren dadurch früh weitgehend ausgeschöpft. Wir konnten in der Verlängerung nicht mehr so reagieren, wie wir es gerne getan hätten“, erklärte Wiedensohler. „Irgendwann waren die Jungs einfach durch.“
Im zweiten Durchgang der Verlängerung verpasste Redzepi die Entscheidung: Nach Vorlage von Kenmoe scheiterte er an Pizarro, der mit dem Fuß zur Stelle war (106.). Die Freiburger warfen nun noch einmal alles nach vorne, um den dritten Ausgleich zu erzielen. Stefanos Abubakari spielte zu Malisanovic, der aus halblinker Position abschloss und Walz erneut zur Parade zwang (115.). Nach einem Foul von Jeggle an Boos an der Strafraumkante bekam der Sport-Club in der letzten Minute noch einmal die Chance zum Ausgleich: Abubakari übernahm den Freistoß und setzte ihn an den Querbalken (120.). Wenige Augenblicke später ertönte der Schlusspfiff und damit war das Pokalaus für die Freiburger U19 besiegelt.
„Wir haben 120 Minuten alles auf dem Platz gelassen und sind total stolz auf die Leistung“, bilanzierte Wiedensohler. „Auch wenn es im Pokal nur einen Sieger geben kann: Heute wäre es verdient gewesen, wenn beide Teams weitergekommen wären.“
Weiter geht es gegen die Stuttgarter Kickers
Am kommenden Wochenende geht es für die U19 in der DFB-Nachwuchsliga weiter. Im Möslestadion empfängt der Sport-Club am Samstag (5. September) die Stuttgarter Kickers.Anstoß der Partie ist um 13 Uhr.
Maximilian Geil
Foto: SC Freiburg
Stenogramm
| Aufstellung VfB Stuttgart: Walz (TW), Aydin (61., Jeggle), Schramm, Neunhoeffer (106., Zarrella), Berreth, Zezely (76., Brenner), Di Benedetto (C) (76., Serdiuk), Kenmoe (116., Drammeh), Mosrati (120.+2, Reichardt), Redzepi | |
| Trainer: Tobias Rathgeb | |
| Bank: Nagel (TW) | |
| Aufstellung SC Freiburg: Pizarro (TW), Dreher, E. Schiertz (46., Benz), Boos, Kassassir, Dianzenza-Nkoussou (65., Diallo), T. Schiertz (C) (65., Okungbowa), Mijajlovic (81., Malisanovic), Faram, Savitskyi (46., Abubakari), Forestier (106., Baur) | |
| Trainer: Julian Wiedensohler | |
| Bank: Umukoro (TW) | |
| Tore: 1:0 Di Benedetto (36.), 1:1 Forestier (50.), 2:1 Redzepi (75.), 2:2 Faram (83.), 3:2 Serdiuk (105.) | |
| Gelbe Karten: Di Benedetto, Aydin, Redzepi, Brenner - Diallo | |
| Gelb-Rote Karten: | |
| Rote Karten: | |
| Schiedsrichter: Felix Weber | |
| Zuschauer/innen: 350 |
