Last-Minute-Sieg zum Heimauftakt

SC U19
15.08.2026

Am zweiten Spieltag der DFB-Nachwuchsliga gewinnt die U19 des SC Freiburg durch ein spätes Tor von Kimi Baur (90.+2) mit 1:0 (0:0) gegen den SV Sandhausen.

Dritter Sieg im dritten Spiel? Das war das erklärte Ziel der Freiburger U19 im ersten Heimspiel der Saison gegen den SV Sandhausen. Nach dem gelungenen Pokalauftakt bei Fortuna Köln (4:0) und dem Sieg zum Ligastart in Augsburg (2:0) empfing der Sport-Club am zweiten Spieltag der DFB-Nachwuchsliga den SV Sandhausen zum ersten Heimspiel im Möslestadion. Die Gäste aus dem Hardtwald erwischten einen missglückten Start in die neue Spielzeit: Während die Freiburger Defensive noch keinen Gegentreffer zuließ, kassierten die Sandhäuser in zwei Spielen bereits elf Gegentore. Auf das Pokalaus bei Wehen Wiesbaden (0:5) folgte die 3:6-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers. Im Breisgau sollte diese Serie nicht weitergehen, während die Freiburger die nächsten drei Punkte anstrebten.

Sport-Club übernimmt die Kontrolle

Die Gastgeber fanden gut ins Spiel und konnten das Spielgeschehen von Beginn an kontrollieren. Nach einem Eckball von Jakob Benz ging der Kopfball von Darko Malisanovic am Tor vorbei (9.), eine Minute später verfehlte ein Schuss aus 17 Metern von Djamal Faram das Sandhäuser Gehäuse (10.). Die Gäste hatten kaum Balbesitz und kamen somit auch zu wenigen nennenswerten Offensivaktionen in der Anfangsphase. Einzig nach einem Fehlpass von Kiril Savitskyi wurde es brenzlig: Yusuf Kutun erkannte, dass Theodore Pizarro weit vor seinem Tor stand und setzte aus 45 Metern zum Heber an, verfehlte das Tor jedoch deutlich (14.).

Nach einem Vorstoß von Benz auf der linken Außenbahn verbuchte der Sport-Club die bis dahin beste Möglichkeit: Benz zog in den Strafraum und legte zurück auf Malisanovic. Dessen flacher Abschluss strich knapp am linken Pfosten vorbei ans Außennetz (21.). Nach der Trinkpause, die bei Temperaturen von 32 Grad durchaus angebracht war, kamen die Gäste zu ihrer größten Gelegenheit: Pius Förch schickte Diego Scheuß mit einem Steilpass in die Tiefe. Der Stürmer des SV Sandhausen scheiterte jedoch am Freiburger Keeper, der mit dem linken Fuß glänzend parierte (29.).

„Das Spiel hat uns heute schon ein bisschen älter werden lassen“, sagte Trainer Julian Wiedensohler mit einem Schmunzeln. „Es hat wahnsinnig viel Geduld erfordert. Wenn es lange 0:0 steht, wussten wir, dass es uns bis zur letzten Sekunde fordern wird.“

Chancenplus bleibt unbelohnt

Trotz dieser Chance für die Gäste blieb der Sport-Club spielbestimmend und erarbeitete sich weitere Gelegenheiten. Nach einem weiten Einwurf landete ein Klärungsversuch vor den Füßen von Cedric Dreher. Dessen satter Distanzschuss aus knapp 25 Metern lenkte Gästekeeper mit einer starken Parade an die Latte (34.). Aus dem anschließenden Eckball resultierte die nächste Gefahr: Malisanovic verfehlte das Tor per Kopf nur um Haaresbreite (35.). Fünf Minuten später legte Osagie Okungbowa nach einer Flanke auf Stefanos Abubakari ab, dessen Volley ebenfalls nicht den Weg ins Tor fand (39.).

Auch kurz vor dem Pausenpfiff verpasste der Sport-Club die zu diesem Zeitpunkt hochverdiente Führung: Ein Abschluss von Kassassir strich um Zentimeter über den Querbalken (44.), und auch ein sehenswerter Fallrückzieher-Versuch von Malisanovic brachte nicht den gewünschten Erfolg (45.+2). Somit ging es mit dem 0:0 in die Pause.

„Wenn wir früh das erste und zweite Tor machen, geht das Spiel komplett auf und wir können es nach unseren Vorstellungen gestalten“, erklärte Wiedensohler. „Wenn der Gegner so kompakt steht und es eigentlich nur aufs Verteidigen anlegt, ist es bei diesen Temperaturen einfach wahnsinnig anspruchsvoll, einen tiefen Block über 90 Minuten zu bespielen.“

Geduldige Freiburger bleiben dran

Nach dem Seitenwechsel drängte der Sport-Club weiter auf den Führungstreffer. Abubakari verpasste gleich zweimal den ersten Treffer der Partie: Nach einem verunglückten Rückpass umkurvte er zunächst Panzer im gegnerischen Tor, sein Schuss wurde jedoch von Leo Burkhart noch vor der Linie geklärt (53.). Wenige Augenblicke später bediente ihn Dreher von der rechten Außenbahn, doch der Abschluss geriet zu zentral und stellte kein Problem für Panzer dar (54.).

Nach der zweiten Trinkpause im Spiel wechselte Wiedensohler doppelt: Chrisdy Dianzenza-Nkoussou und Kimi Baur ersetzten Faram und Benz. Wenige Momente nach diesem Wechsel prüfte Dianzenza-Nkoussou nach Vorarbeit von Baur mit einem Kopfball den Sandhausen-Keeper, der den Ball im Nachfassen halten konnte (74.). Drei Minuten später blieben weitere Schüsse von Dianzenza-Nkoussou und Yanik Boos an den Beinen der Sandhäuser hängen und fanden nicht den Weg ins Tor (77.).

Mit den Einwechslungen kam nochmals neue Energie in die Freiburger Offensive. „Wir wussten, dass wir mit den Jungs, die reinkommen, nicht schlechter werden – im Gegenteil“, erklärte Wiedensohler. „Gerade was die individuelle Qualität angeht, konnten wir damit nochmal eine Stufe drauflegen.“

In den Schlussminuten der Begegnung warf der Sport-Club nochmals alles nach vorne und wollte sich mit dem Unentschieden nicht zufriedengeben, während die Gäste damit zufrieden schienen. Dianzenza-Nkoussou verfehlte mit einem weiteren Abschluss aus halblinker Position das Tor (85.) und scheiterte mit einem zu zentralen Schuss aus knapp 19 Metern erneut an Panzer (87.).

Baur erlöst den Sport-Club spät

Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit schien das Sandhäuser Tor wie vernagelt:  Nach einer Hereingabe von Emilio Schiertz verfehlte Dianzenza-Nkoussou aus sieben Metern das Tor erneut um wenige Zentimeter (89.). In der vierminütigen Nachspielzeit brach Baur schließlich den Bann: Savitskyi behauptete den Ball und sah auf der rechten Außenbahn den Freiburger Angreifer. Baur zog in den Strafraum und schloss aus halbrechter Position ab. Sein Schuss ließ Panzer keine Chance und schlug zum viel umjubelten 1:0 ein (90.+2).

Nach dem Rückstand warfen die Gäste aus dem Hardtwald nochmals alles nach vorne, entwickelten aber keine echte Torgefahr. Stattdessen boten sich den Freiburgern Räume: Dianzenza-Nkoussou eroberte nach einem zu kurzen Rückpass den Ball und schob ins leere Tor ein: Der Treffer zählte aufgrund eines Handspiels des Freiburgers jedoch nicht (90.+5). Diese Entscheidung änderte jedoch nichts mehr: Der Sport-Club brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und feierte den dritten Sieg im dritten Pflichtspiel der Saison.

„Der Start ist so, wie wir ihn uns gewünscht haben, sowohl was die Ergebnisse anbelangt, aber auch die Art und Weise“, bilanzierte Wiedensohler. „Vor allem dieses kollektive Verteidigen ist gerade sehr gut. Es ist kein Zufall, dass wir dreimal zu null spielen und sehr wenig zulassen.“

Englische Woche startet in Karlsruhe

Am kommenden Mittwoch (19. August) geht es für die U19 beim Karlsruher SC weiter. Anstoß der Auswärtspartie ist um 13 Uhr.

Maximilian Geil

Foto: SC Freiburg

Stenogramm

Aufstellung SC Freiburg: Pizarro (TW), Dreher, Benz (74., Baur), Boos, Kassassir, Okungbowa (63., E. Schiertz), T. Schiertz (C) (46., Diallo), Malisanovic (63., Forestier), Abubakari (85., Schelble), Faram (74., Dianzenza-Nkoussou), Savitskyi 
Trainer: Julian Wiedensohler 
Bank: Umukoro (TW) 
  
Aufstellung SV Sandhausen: Panzer (TW), Stork, Yildiz, Burkhart, Glock, Förch (C), Pllana, Kutun, Scheuß, Ceylan (83., Zibert), Stadler (67., Senel) 
Trainer: Ivica Erceg 
Bank: Dominikovic (TW), Nje, Woiterski 
  
Tore: 1:0 Baur (90.+2) 
Gelbe Karten: 1/2  
Gelb-Rote Karten: 
Rote Karten: 
Schiedsrichter: Christian Krapf  
Zuschauer/innen: 100 

 

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