„Unseren Weg konsequent weitergehen“
Am Sonntag startet die U19 des SC Freiburg in die Hauptrunde der Liga B. Trainer Julian Wiedensohler spricht über Entwicklungsschritte, eine attraktive Gruppe und die Bedeutung des SBFV-Pokals.
Julian, wenn du mit etwas Abstand auf die Vorrunde zurückblickst: Wie ordnest du die Leistungen und das knappe Verpassen der Liga A ein?
Julian Wiedensohler: Natürlich hätten wir uns gewünscht, eines der letzten drei Spiele zu ziehen und damit den Schritt in die Liga A zu machen. Dann wäre das Gesamtfazit sicherlich noch positiver ausgefallen. Gleichzeitig zeigt allein die Tatsache, dass wir diese Matchbälle hatten, dass wir über einen langen Zeitraum auf einem sehr guten Niveau unterwegs waren. Wir haben vom Sommer bis in den November hinein eine klare Entwicklung genommen und insgesamt eine starke Vorrunde gespielt. Gegen Ende kamen dann mehrere Faktoren zusammen – unter anderem verletzungsbedingte Themen –, die es uns schwer gemacht haben. Gerade in den Heimspielen haben wir aus meiner Sicht etwas zu viel liegen lassen. Trotzdem überwiegt für mich klar der positive Eindruck, weil die Mannschaft über weite Strecken sehr guten Fußball gezeigt hat.
Vor dem Start in die Hauptrunde liegt nun die Wintervorbereitung hinter euch. Wie ist diese Phase verlaufen?
Wiedensohler: Wir sind mit dem Schulbeginn auch in die Wintervorbereitung gestartet und haben in dieser Zeit insgesamt drei Testspiele absolviert. So wie es leider oft im Winter ist, läuft es meist nicht wie geplant. Krankheitsbedingte Ausfälle, Platzverhältnisse oder wetterbedingte Anpassungen gehören einfach dazu. In den Testspielen war es uns in erster Linie wichtig, die Inhalte auf den Platz zu bekommen, auch wenn wir uns natürlich auch in Vorbereitungsspielen bessere Ergebnisse gewünscht hätten. Mit Ball, insbesondere im Positionsspiel sind wir auf einem guten Weg. In anderen Bereichen müssen wir nachjustieren. Gegen Zürich haben wir nach der Niederlage gegen Winterthur eine gute Reaktion gezeigt, vor allem was Intensität und Aggressivität betrifft. Ein zentrales Thema für uns, was uns auch im Endspurt der Vorrunde bereits begleitet hat. Dazu kommt leider, dass die personelle Situation ähnlich angespannt ist wie zum Ende der Vorrunde.
Im Dezember stand die Gruppeneinteilung fest. Wie bewertest du eure Liga-B-Gruppe?
Wiedensohler: Wir waren sehr zufrieden mit der Auslosung. Das ist eine Gruppe, die trotz alle dessen sportlich reizvoll ist und bei der sicher kein Spannungsabfall entstehen wird. Mit Frankfurt, Karlsruhe, 1860 und Regensburg sind Mannschaften dabei, die eine hohe Qualität mitbringen, der KSC stand letztes Jahr im DFB-Pokalfinale und mit U17 & U19 im Achtelfinale der Deutschen Meisterschaft, Eintracht Frankfurt ist als einziges deutsches Team aktuell noch im Achtelfinale der Youth League vertreten. Dazu kommen zwei Aufsteiger, die mit viel Euphorie und Energie in die Liga gehen werden. Gerade solche Teams sind immer unangenehm, weil sie oft ein paar Prozentpunkte mehr investieren um sich für die kommende Saison für die Nachwuchsliga zu qualifizieren. Insgesamt ist das für mich eine absolute Top-Gruppe in der Liga B – und genau das Umfeld, in dem wir uns weiterentwickeln wollen.
Gibt es Spiele oder Gegner, auf die du dich besonders freust?
Wiedensohler: Die Gruppe bietet viele Highlights. Spiele gegen 1860 sind immer sehr intensiv. Frankfurt ist für die Jungs natürlich ebenfalls etwas Besonderes – eine Mannschaft mit hoher spielerischer Qualität und interessanten Einzelspielern. Solche Partien sind genau das, was unsere Spieler brauchen, um sich weiterzuentwickeln.
Welche Schwerpunkte habt ihr euch für die Hauptrunde gesetzt?
Wiedensohler: Für uns geht es darum, noch mutiger zu agieren und unseren Weg konsequent weiterzugehen. Der Ergebnisdruck ist etwas anders als in der Vorrunde, aber unsere Ziele sind klar. Wir wollen uns sportlich für den DFB-Pokal qualifizieren und gleichzeitig unseren Fußball weiterentwickeln. Ein weiterer Fokus liegt darauf, möglichst vielen Jungs über längere Spielzeiten Spielpraxis zu geben. Wir haben eine junge Mannschaft, viele Spieler werden auch in der kommenden Saison noch Teil der U19 sein. Diese Phase nutzen wir bewusst, um Dinge vorzubereiten, die uns mittelfristig weiterbringen.
Welche Chancen siehst du stattdessen in der Liga B?
Wiedensohler: Natürlich ist das Ziel im Leistungsfußball immer, den maximal möglichen Schritt zu gehen. Liga A wäre ein wichtiger Meilenstein gewesen. Den haben wir verpasst, also müssen wir die Situation realistisch einschätzen und neue Ziele formulieren. In der Liga B haben wir die Möglichkeit, noch gezielter an individuellen Entwicklungen zu arbeiten. Der Fokus verschiebt sich ein Stück weit weg vom reinen Punktesammeln hin zur Arbeit mit den Spielern. Das gibt uns im Alltag mehr Ruhe und gleichzeitig die Chance, Spieler nachhaltig voranzubringen. Zudem ermöglicht es uns bereits jetzt Spieler aus unserer U17-Mannschaft im Training oder bei Spielen zu integrieren und auf die kommende Saison vorzubereiten.
Neben der Liga ist auch der SBFV-Pokal ein wichtiges Thema. Welche Rolle spielt dieser Wettbewerb für euch?
Wiedensohler: Der Pokal hat für uns eine sehr große Bedeutung. Er ist ein direkter Weg zur DFB-Pokal-Qualifikation und gleichzeitig wichtig für die Gesamtplanung. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen den Pokal gewinnen. Gleichzeitig dürfen wir uns nicht darauf ausruhen, sondern müssen auch im Liga-Alltag konstant liefern. Beide Wettbewerbe laufen parallel, und genau diese Spannung ist für unsere Entwicklung wichtig.
Foto: SC Freiburg

